Räucherstäbchen selber machen

Freunde des Räucherwerks, nachdem ich mich 2018 im Smudge Stick Wickeln geübt habe, bin ich in diesem Jahr bereit, die nächste Stufe in Sachen DIY Räucherwerk zu erklimmen. Kennt ihr das, dass ihr Dinge seit jeher kauft, ohne es groß zu hinterfragen und dass euch irgendwann klar wird, dass das unter Umständen nicht der geilste Move ist?

Als ich euch damals in diesem Artikel hier verkündet habe, dass meine liebsten Räucherstäbchen aus dem indischen Supermarkt in Hamburg kommen, hatte ich auf jeden Fall noch nicht hinterfragt, was da außer Sandelholz wohl genau drin ist und welche kleinen Kinderhände die Stäbchen wohl gerollt haben, wenn ich in Hamburg gerade mal einen Euro für einen ganze Packung zahle. Diese Frage habe ich mir absurderweise nie gestellt. Bis Claudia vom Aloharaum einmal ihren Duft kommentierte mit „Mhm, Nervengift“.

Ich möchte heute also meinen ersten Versuch in Sachen „Räucherstäbchen selber machen“ mit euch teilen. Aber gleich vorweg: Im Gegensatz zu vielen anderes DIYs ist die selbstgemachte Variante in diesem Fall deutlich teurer als die gekaufte. Dafür geht der Herstellungsprozess selbst dann aber unter Umständen auch als Meditation durch. Müsst ihr also selber abwägen.

Mein erklärtes Ziel ist es, meine eigene Räucherstäbchen-Produktion so zu perfektionieren, dass sie irgendwann so gleichmäßig runterbrennen wie gekaufte, dabei aber um Längen besser duften. Letzteres habe ich gleich im ersten Anlauf bereits hinbekommen. Das mit dem Rollen für gleichmäßigeres Runterbrennen muss ich allerdings noch üben. Höchstwahrscheinlich war es alles andere als klug, gleich zu Beginn mit so vielen unterschiedlichen Zutaten herumzuhantieren. Ich werde zeitnah einen zweiten Anlauf nur mit Sandelholz und einem anderen Bindemittel starten und euch hier selbstverständlich mitnehmen auf meiner Reise zu den perfekten, selbstgemachten Räucherstäbchen.

Die Zutatenliste für die erste Runde ergibt 10 Räucherstäbchen in „meinem“ Stil – aber wären sie so dünn wie handelsübliche, wären es vermutlich 20 geworden. Zunächst einmal braucht ihr einen Mörser* und Bambus-Spießchen aus dem Asia Markt.

In Sachen Räucherwerk habe ich auf Benzoe als Harz (ihr braucht immer mindestens ein Harz), Tonkabohnen, Palo Santo und Rosenblüten gesetzt. Außerdem benötigt ihr zwei von den größeren Kohletabletten. Die waren aber zu schüchtern fürs Foto.

Kommen wir nun zu den konkreten Mengenangaben: Hier seht ihr von oben nach unten einen EL Palo Santo, einen EL Tonka, einen EL Rosenblüten und 1,5 EL Benzoe. Rechts im Mörser seht ihr die bereits zermahlenen Kohletabletten.

Benzoe und Tonka ließen sich ganz gut pulverisieren. Was ich mir dabei gedacht habe, als ich Rosenblüten und Palo Santo mit einem Mörser zu Pulver verarbeiten wollte, kann ich rückwirkend gar nicht mehr genau sagen. Lasst euch aber gesagt sein: Das funktioniert natürlich nicht wirklich. Also habe ich die Blüten und den Palo Santo einfach gesiebt und alles, was nicht im Sieb hängen blieb, für meinen Räuchermix genutzt. Ich würde euch also raten, beides gleich in pulverisierter Form zu kaufen.

Alle meine Zutaten (bis auf die Tonka Bohnen, die hatte ich schon vorher) kommen aus diesem Ebay Shop hier. Die Lieferung erfolgte schnell wie der Blitz und ich bin auch äußerst angetan von der Qualität. Falls ihr nicht wisst, wo ihr eure Basics kaufen sollt, wäre das also eine Option.

Gut durchgemischt sieht es dann auf jeden Fall so aus:

Aber kommen wir zum Bindemittel. Ich wollte das alles so natürlich wie möglich halten, daher habe ich ein Bindemittel aus 175 ml Wasser, einem gehäuften Esslöffel Weizenmehl und einem Teelöffel Zucker hergestellt. Einfach alles zusammen in einem kleinen Topf erwärmen und unter Rühren kurz aufkochen. Achtet darauf, dass sich alle Klümpchen auflösen. Danach lasst ihr die Masse ein bisschen quellen und abkühlen. Währenddessen bekommt sie ganz von alleine eine festere Konsistenz.

Ich habe etwa 50 Gramm Bindemittel unter mein Räucherwerk gemischt (den Rest könnt ihr einfrieren) und würde rückwirkend sagen, das war zu viel. Meine Masse war zu feucht. Ich werde beim nächsten Mal das Bindemittel sukzessive unterheben bis die perfekte Konsistenz zum Rollen erreicht ist. Und die sollte auf jeden Fall nicht glänzend-matschig sein…

Im Folgenden macht es Sinn, auf Backpapier und mit feuchten Händen zu arbeiten. Darüber hinaus fand ich es auch sehr hilfreich, die Hände nach jedem gerollten Stäbchen zu waschen. Rollt einfach ein wenig eurer fertigen Masse zwischen euren Händen und/oder auf dem Backpapier so aus, dass die Länge passt. Dann nehmt ihr einen Bambusspieß und drückt ihn tief in die Masse. Anschließend ummantelt ihr das Stäbchen und rollt es nochmal in Form. (Achtet darauf, dass ihr das Stäbchen nicht an der spitzen Stelle umwickelt, sonst passt es am Ende unter Umständen nicht in eure Räucherstäbchen-Halterung!)

Ich habe meine Stäbchen zwei Tage lang auf der Heizung getrocknet. Wenn ihr diesen Prozess beschleunigen wollt, könnt ihr sie aber sicherlich auch in den Ofen packen.

Mein Fazit? Sie sind noch nicht wirklich perfekt, aber für den ersten Versuch auf jeden Fall schon mal nicht schlecht. Der Duftmix ist der absolute Oberknaller! Ich untertreibe kein bisschen, wenn ich an dieser Stelle behaupte, dass meine Nase noch nie besser duftendes Räucherwerk erschnuppert hat. Noch NIE!

Allerdings gehen sie zwischendurch immer mal wieder aus. Das würde ich gerne noch optimieren. Ich werde also sowohl an meiner Rolltechnik, als auch an der Konsistenz der fertigen Masse arbeiten und euch auf dem Laufenden halten!

Habt ihr schon mal Räucherstäbchen selber gemacht? Wie waren eure Erfahrungen?

Sagt mal an!

Jenny

Ich habe alle Zutaten selbst gekauft. *Bei dem Link zu dem Mörser handelt es sich um einen Affiliate Link. Falls ihr ihn über diesen Link kauft, ist er für euch nicht teurer. Amazon beteiligt mich jedoch mit ein paar Cent am Gewinn, was mir letztenendes wieder dabei hilft, den Blog in diesem Umfang hauptberuflich zu bespielen.