Roland’s erster Barber-Besuch bei Will im Wheadon Berlin

Roland war beim Barber im Wheadon!Ich freue mich riesigst, dass sich Roland nach seinem letzten Post der heutigen Herausforderung gestellt hat und uns alle auch noch daran teilhaben lässt:

„Wie schon im letzten Post geschrieben, war ich bereits nahe der Verzweiflung, den eigenen Bart spiegelverkehrt zu trimmen. Tausendfaches Nachschneiden mit der Schere, Löcher produzieren mit dem Elektrorasierer, von der Mühe, das alles auch noch symmetrisch zu erzeugen oder der Zeit, die das alles in Anspruch nimmt ganz zu schweigen. Es fühlt sich an wie diese Geschicklichkeitsspiele, bei denen man eine kleine Kugel in die Mitte eines Labyrinths bugsieren muss und irgendwann nur noch wütend wird. Von der Realität überzeugt beginnt deswegen die Suche nach einem ordentlichen Barber. Gibt es in Kreuzberg wie Sand am Meer, auch in Mitte finden sich ein paar. Doch was jetzt? Yelp checken? Fehlanzeige, das war zu vermuten. Einfach ausprobieren? Dazu kann ich mich nicht durchringen.

Während ich noch eine Strategie ausbrüte, einen guten Barber ausfindig zu machen, komme ich durch I LOVE SPA schon wie die Jungfrau zum Kinde: Wheadon. Noch nie gehört. Ein Laden in Mitte, bei dem ich fix einen Termin zu einer Rundumversorgung mit Bart trimmen, Haarschnitt und einem Gesichtstreatment bekomme. Was letzteres ist, weiß ich mittlerweile auch. Obwohl ich vorher noch nie von Wheadon gehört hatte, läuft es mir in den kommenden Tagen scheinbar omnipräsent über den Weg. Im sugarhigh Newsletter sehe ich, dass sie einen weiteren Old School Barber suchen und bei meinem Friseur sagt man mir, Wheadon sei das „Non-plus-ultra“ für Barbering in Berlin. Alles klar, nun darf man sich offiziell darauf freuen.

Am Tag X werde ich von Barber Will herzlich begrüßt und vom Laden aus die Treppen runter in den Barbierbereich geführt. Der befindet sich nämlich im Keller vom Wheadon Store, wo es angenehm düster ist und die Holzbeplankung eine gemütliche Wärme ausstrahlt.

Der Stuhl, auf dem ich platziert werde steht zwischen zwei riesigen verschiebbaren Spiegeln, die Will in der Folge immer wieder neu im Raum ausrichtet, damit ich dadurch alles genau beobachten kann. Inmitten der Spiegel ist es angenehm hell und man fühlt sich ein wenig wie in einer Burg. Will erklärt bevor er beginnt – und dann auch während des Schneidens – alles super und ich habe nach kurzer Zeit alle Bedenken verloren. Er ist ein Typ, der für das brennt was er tut und Platz für Zweifel lässt er keinen. Er macht das schon ewig, hatte einen eigenen Barbershop in Manhattan und hat sofort eine Vorstellung im Kopf von dem was er gern tun möchte. Sehr beruhigend. Er beginnt mit den Haaren, wo es zugegebenermaßen nicht so viel zu tun gibt, da ich zwei Wochen zuvor beim Friseur war. Trotzdem gut. Beim Bart trimmen fühlt es sich an als würde er gerade voll konzentriert und voller Sorgfalt so ziemlich die wichtigste Arbeit der Welt verrichten. Erst werden mit dem Elektrorasierer und verschiedenen Aufsätzen die Übergänge so rasiert, dass sie den Namen Übergang auch verdient haben. Danach geht’s weiter mit der Schere, dann ganz klassisch mit Rasierschaum und Messer. Zwischendurch gibt’s immer wieder warme Tücher aufs Gesicht, um die Haut zu beruhigen. Wow.

Der Bart nimmt Schritt für Schritt eine Form an und jede einzelne Stufe ist durch die Spiegel nachzuverfolgen. Nach diesem umfassenden Prozedere wird’s noch einmal pieksig, da die kleinen Haare mit der orientalischen Fadentechnik entfernt werden. Ziemlich interessant, kannte ich bisher nur vom „durchs Schaufenster spähen“. Zum Abschluss eine Hautbehandlung mit einer Maschine, die aussieht als sei sie wahlweise der Zukunft oder dem Hi-Tech Bereich einer Klinik entsprungen. Mit der zerstäubt Will  jedenfalls kühles Salzwasser, was die Haut frisch machen und peelen soll.  Auf alle Fälle sehr angenehm in der Anwendung.

Zur Abrundung noch eine Kopfmassage. Eine gute Stunde später erklimme ich die Treppenstufen nach oben in die normale Welt und stehe wieder auf der Steinstraße, wo dieser kleine Barbierkeller inmitten des Treibens der Geschäfte und Restaurants versteckt liegt. Wer sich seinen Bart professionell trimmen und pflegen lassen will, dem sei Wheadon wärmstens ans Herz gelegt. Das scheinen auch schon andere herausgefunden zu haben, denn der Wartestuhl ist schon wieder besetzt, als ich Richtung U-Bahn laufe.“

Vielen Dank, Roland!

Roland wurde von Wheadon eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf seine Empfehlung. Roland ist absolut unbestechlich. Er schreibt nur über Dinge, die ihn überzeugt habenganz unabhängig davon, ob er selbst dafür bezahlt hat oder eingeladen wurde. Was ihn nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.