Meine Erfahrungen mit der terramedus® Akademie Berlin

Liebe Leute, ihr wisst, dass ich hier in mittlerweile mehr als 8 Jahren ausschließlich Herzensempfehlungen verteilt habe. Heute möchte ich allerdings eine Ausnahme machen und euch von meinen ganz persönlichen terramedus® Erfahrungen berichten, denn ich wünschte, ich hätte selbst einen unabhängigen Erfahrungsbericht im Netz gefunden, bevor ich mich zu meiner Weiterbildung im August 2020 angemeldet habe.

Ich habe mich mit meiner Kritik selbstredend erstmal direkt an terramedus® gewandt. Nachdem meine erste Email unfreundlich abgeschmettert und meine Behauptungen abgestritten wurden, habe ich meine Erfahrungen dann allerdings in einer Google Bewertung geteilt. Diese ist zwischenzeitlich allerdings wie von Zauberhand verschwunden.

Die terramedus® Akademie ist ein Weiterbildungszentrum mit Sitz in der Nähe von Kiel und das Weiterbildungsangebot umfasst so ziemlich alles, was im weitesten Sinn mit dem Thema “Wellness” zu tun hat.

Nun bin ich selbst vom Fach. Seit meinem physiotherapeutischen Staatsexamen vor knapp 20 Jahren habe ich kontinuierlich Weiterbildungen absolviert. Als ich noch medizinisch tätig war, waren das Weiterbildungen wie Manuelle Lymphdrainage, McKenzie oder Fußreflexzonentherapie. Später, als ich dann bereits in der Spa Branche unterwegs war, waren es Weiterbildungen zur Ayureda Therapeutin oder Lomi Lomi Nui. Ich habe die Balinesische Massage auf Bali an einer hölzernen Liege erlernt, die für meine Körpergröße etwa 40cm zu niedrig war. Ich hatte die schlimmsten Rückenschmerzen meines Lebens, war im Anschluss aber der glücklichste Mensch auf diesem Planeten. Auch meine Reiki Einweihungen waren latent chaotisch, aber selbst da bin ich am Ende mit einem Megagrinsen als Reiki Meisterin rausgegangen. Was ich damit sagen will: Ich bin nicht empfindlich.

Aber 2020 stellt uns ja alle vor neue Herausforderungen. Ich ging zum Zeitpunkt der Kursbuchung davon aus, dass terramedus® über eigene Räumlichkeiten in Berlin verfügt. Am ersten Tag der Weiterbildung stand ich dann allerdings verwirrt in einem Kreuzberger Hinterhof und es gab kein Schild oder ähnliches, was auf eigene Räumlichkeiten hindeutete. Und so war es dann auch. In meinem Fall hatte terramedus® sich einfach in eine Tanzschule eingemietet.

Kurz vor der Weiterbildung landete ein PDF in meinem Email-Postfach, das mich an die Pandemie erinnerte und durchaus sinnige Regeln auflistete, die der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung entsprachen. Ich war erleichtert, denn was in der spirituellen und “alternativen Gesundheits”- Szene so abgeht, ist ja nur schwer auszuhalten.

Umso erstaunter war ich, als ich am ersten Weiterbildungstag mit Maske in dieser Tanzschule aufschlug und in einem viel zu kleinen Nebenraum meine Yogamatte ausrollen sollte. Und noch während die ersten Teilnehmer*innen eintrudelten, sprach die Dozentin: “Da müssen wir eh mal noch drüber reden, ob Corona in Berlin überhaupt existiert.”

Einatmen. Ausatmen.

Ich könnte euch anhand von Bildmaterial belegen, dass die Mindestabstände zwischen den Yogamatten gerade mal eine handbreit waren und dass auch im “Theorieraum” (aka die Bar der Tanzschule) die Stühle dicht an dicht standen. terramedus® hat mir die Nutzung meines eigenen Bildmaterials jedoch ausdrücklich untersagt.

Ich kürze an dieser Stelle mal eben ab und fasse zusammen: Von zwölf Menschen, die an fünf aufeinander folgenden Tagen jeweils acht Stunden in viel zu beengten Räumlichkeiten miteinander verbrachten, trugen lediglich drei eine Maske. Und das, obwohl “Hands On” angesagt war und die meisten Teilnehmer*innen beruflich mit Menschen zu tun hatten, die der Risikogruppe angehören.

Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, eignet sich darüber hinaus eine Kreuzberger Tanzschule auch nur bedingt für eine Weiterbildung im Bereich “Wellness”. Hier wären ein sauberer Fußboden, eine Raumtemperatur von mindestens 20°C und ein wohlfühliges Intérieur der ganzen Sache zweifelsohne dienlich. Nichts davon war der Fall, wie die Bilder, die ich euch nicht zeigen darf, auch ganz gut belegen. Es war sogar noch schlimmer, denn im Nachbarraum fanden an vier von fünf Tagen Tanztrainings statt. Am schlimmsten war die Teenagergruppe, die zu lauten Hip Hop Beats trainierte.

Was die Räumlichkeiten angeht, hat terramedus® allerdings auch eingelenkt und sich im Nachgang sogar entschuldigt. Eine anteilige Erstattung der Kursgebühr (wir reden hier ganz konkret von 20%) wurde jedoch abgelehnt. Viel mehr warf man mir vor, dass es sich dabei um eine Schweigegeldforderung handele.

(Habt ihr schon mal einen Urlaub gebucht, bei dem vor Ort nichts der Beschreibung entsprach? Und handelt es sich wirklich um Schweigegeld, wenn der Reiseveranstalter dem oder der Geschädigten dann im Anschluss einen Bruchteil der Kosten zurückerstattet? Also ich glaube ja nicht…)

Aber gut, meine Kritik bezüglich der Räumlichkeiten kam wenigstens an. Anders verhielt es sich leider mit der Kritik an der Umsetzung der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung. Denn an dieser Stelle ist für mich leider keinerlei Einsicht erkennbar. Viel mehr wurde mir vorgeworfen, warum nicht ich für die Umsetzung der Regeln gesorgt hätte und ich wurde allen Ernstes gefragt, warum ich mich dieser gesundheitlichen Gefahr denn überhaupt fünf Tage lang ausgesetzt habe.

Ernsthaft!?

Höchstwahrscheinlich habe ich das getan, weil ich mein Geld für eine abgebrochene Weiterbildung nicht zurück bekommen hätte und weil ich in den vergangenen Monaten gelernt habe, das es nichts, aber auch rein gar nichts bringt, mit Menschen zu diskutieren, die die Pandemie leugnen!?

(Ich habe mich nach der Weiterbildung isoliert und bin zum Glück nicht krank geworden. )

Inhaltlich war die ganz Nummer stabil. Ich habe Neues gelernt und werde das auch problemlos umsetzen können. Dass terramedus® die Räumlichkeiten wechseln wird, ist erstmal erfreulich. Sofern die selbe Person die neuen Räumlichkeiten aussucht, die auch für die Auswahl dieser Tanzschule zuständig war, ist allerdings fraglich, ob sich dadurch irgendwas verbessert.

Auch Corona wird vorübergehen und in 2 oder 3 Jahren wird es vermutlich nicht mehr wirklich relevant sein, ob ein Unternehmen während der Pandemie die SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung eingehalten hat oder nicht.

Aber was für mich nach mehreren Wochen des destruktiven Email Pingpongs unterm Strich bleibt, ist ein uneinsichtiges Geschäftsgebahren seitens des Veranstalters, das sich aus Vorwürfen in meine Richtung und einem Tonfall speist, den mein Dienstleistungs-Ich (10 Jahre 5 Sterne Hotellerie) nur schwerlich begreifen kann.

Falls ihr also mit dem Gedanken spielt, eine terramedus® Weiterbildung zu buchen, bei der (warum auch immer) irgendwas nicht nach Plan läuft, ist meiner Erfahrung nach kein konstruktiver Diskurs möglich. Da meine negative Bewertung (und die zwei weiterer Kursteilnehmer) einfach so verschwunden ist, muss ich zudem davon ausgehen, dass es auch in der Vergangenheit bereits Menschen gab, die negative Erfahrungen mit terramedus gemacht haben, die in den Weiten des World Wide Web jedoch nirgendwo auftauchen.

Und genau das hat mich letzten Endes auch dazu bewogen, meinen eigenen Webspace zu nutzen, um diesen Erfahrungsbericht mit euch zu teilen.

In diesem Sinne: Augen auf bei der Kursbuchung!

Jenny