Self Love Sunday #123 – Markus

Liebe Leute, es bedeutet mir die Welt, dass ich auch heute auf “Veröffentlichen” drücken darf! Die bevorstehenden Feiertage sind für viele Menschen eine Herausforderung, weil zum “Fest der Liebe” im Kreise der Familie vielerorts die Body shaming Keule geschwungen wird. Umso glücklicher bin ich, dass Markus heute seine Geschichte mit uns teilt:

“Hallo zusammen,

ich bin Markus, ich bin 46 Jahre alt und von einer lieben Freundin auf diese Aktion aufmerksam gemacht worden.

So bis 20 oder 21 war ich schlank bis normalgewichtig, dann wurde es ein bisschen mehr und richtig viel wurde es, als ich meine erste lange Singlephase hatte. Das war so mit 27 oder 28. Meine Erfahrungen mit Body Shaming beschränken sich auf wenige. Oder zumindest sind nur wenige hängen geblieben.

Den Höhepunkt meines Gewichtes hatte ich im Jahr 2016. Da wurde es mir dann zu viel und ich fing an, meine Ernährung umzustellen und Sport zu treiben. Eine Body Shaming Erfahrung hatte ich bei einem meiner ersten Läufe, na gut, es war eher zügiges Gehen. Ein Passant meinte zu mir: „Lauf schneller, Fetti“. Dies machte mich so unglaublich wütend, dass ich darauf mit einem sehr unfreundlichen „Halt die Schnauze“ reagierte. Das hat wohl auch gesessen, da er daraufhin nichts mehr sagte. Was solche Menschen aber nicht verstehen sind die Nachwirkungen solcher Aussagen. Das sticht auch heute noch.

Sonst gab es eher Kleinigkeiten, wie die Mutter eines Freundes, die zu mir meinte, dass man ja nicht sähe, dass ich Sport treibe. Meine Antwort, dass ich genau deswegen Sport treibe, wurde dann mit peinlichem Lachen überspielt.

Dann musste ich mal ein paar Arbeitskollegen sehr deutlich machen, dass ich Witze über meine Figur nicht toleriere. Ein gemeinsames Gespräch mit dem Chef hat dann geholfen. Da konnte ich allen klar machen, wie scheisse man sich dabei fühlt.

Seit ich nun mittlerweile mehr als 20kg Gewicht verloren habe stellte sich ein weiterer schöner Effekt ein. Ich fing wieder an, mich selber sexy zu finden. Und es ist erstaunlich, wie das das Auftreten und die Ausstrahlung beeinflusst. Ich habe in den letzten zwei Jahren zwar noch weitere Dinge äußerlich geändert, der Bart ist erst seit 2017, aber die veränderte Figur gefällt mir und ich bin echt motiviert, den Weg mit Sport und bewusster Ernährung weiter zu gehen. 
Und es hilft auch sehr, wenn man jemanden findet, der einen so liebt, wie man ist.

Es gibt natürlich Dinge an mir, die ich mag. 
Schon immer mochte ich meine Fähigkeit, mich auf Menschen einzulassen und emphatisch zu sein. Das macht das Leben zwar manchmal komplizierter, aber es ist dennoch etwas, was mich ausmacht. 
Dann mag ich mein Lächeln. Einer bestimmten Dame wird warm ums Herz, wenn ich sie anlächele und das ist einfach ein unglaublich schönes Gefühl. 
Und seit sich mein Körper durch den Sport verändert, gefällt auch er mir wieder gut.

Ich hatte Phasen, da gefiel ich mir gar nicht und dass ich den Antrieb, etwas zu ändern nicht fand, hat mir echt zu schaffen gemacht. Jetzt mag ich, wozu mein Körper in der Lage ist, was vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Besonders gefallen mir meine Schultern und mein Rücken.

Sich selbst zu lieben ist laut Erich Fromm Voraussetzung für die Fähigkeit, andere zu lieben. Bei mir musste dafür eine körperliche Veränderung her. Der Weg war nicht einfach, aber für mich hat er sich gelohnt.

Liebe Grüße

Markus”

Von Herzen Danke an Dich, lieber Markus, für das Teilen Deiner Geschichte! Wir nähern uns der kritischsten Zeit des Jahres, in der die Diätindustrie wieder voll aufdreht und uns auf allen möglichen Kanälen suggerieren wird, dass wir zu fett, zu faul und zu vergiftet sind. Es wäre mir eine außerordentliche Freude, wenn der Self Love Sunday weitergeht, euch auch während dieser Zeit an die Hand nimmt und euch zeigt: Ihr seid nicht alleine. Wir struggeln alle mit dem selben Scheiss.

Wollt auch ihr diese Welt zu einem besseren Ort machen und ein Zeichen setzen für Körperakzeptanz? Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday, Teil des Projekts werden und der Welt da draussen zeigen, wie echte Körper aussehen und wie facettenreich Schönheit ist? Ich bin ganz dringend auf weitere Freiwillige angewiesen, damit das Projekt weiterlaufen kann! Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahme.

Und eine Facebook Gruppe gibts auch!

Let’s spread some Self Love!