Self Love Sunday #118 – Jens

Unter all’ den Folgen, die bisher im Rahmen des Self Love Sundays online gingen, gab es gerade mal zehn männliche Teilnehmer. Daher freue ich mich umso mehr, dass mit Jens heute der 11. Mann seine Geschichte mit uns teilt!

“Hallo, ich bin Jens, 44 Jahre alt.

Ich arbeite seit 20 Jahren als Masseur und medizinischer Bademeister. Seit meiner Kindheit spielt Bewegung und in der Natur sein eine große Rolle. Ich wandere und spaziere gerne in der Natur, auch diverse Sportarten wie Radfahren, Laufen und Schwimmen mache ich gerne.

Seit ein paar Jahren biete ich Wander- und Wildkräuterführungen an, bei beidem liegt der Fokus auf dem Bewegen und darauf, die Gesundheit zu fördern. Mein neuestes Projekt ist das Coaching in der Natur, hier verbinde ich die Elemente der Natur mit dem Menschen. Es ist erstaunlich, was die Natur mit uns macht, wenn wir uns in ihr bewegen, z.B. beim Waldbaden oder einer Gesundheitswanderung.

Als Kind und Jugendlicher und auch die ersten Jahre als Erwachsener war ich sehr schüchtern und zurückhaltend, vom Gewicht her gab es für mich persönlich nie das Thema, dass ich mich unwohl gefühlt habe. Das Gewicht war eher zu niedrig, aus der Sicht von Krankenversicherungen/Gesundheitswesen. In meiner Familie zieht sich das durch. Mein Vater musste als Kind sogar zur Kur, da er Untergewicht hatte.

Mein Hausarzt, der mich von klein an kennt, hatte einmal zu mir gesagt, als ich wirklich sehr wenig gewogen hatte (nach meiner Ausbildung zum Masseur war das), dass alles in Ordnung ist, wenn ich mich wohl fühle und keine Beschwerden habe. Ich hatte damals mehr als 10 Kilo verloren.

Was mir in meiner Entwicklung zum Erwachsenen viel mehr zu schaffen gemacht hat, waren diese Ansichten und Erwartungen von den anderen Mitmenschen, egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Es ist mir selber erst später bewusst geworden, was da früher los war. Wer nicht der Norm entsprach, war eine beliebte Zielscheibe der anderen. Bist du zu dick, ist es nicht gut, bist du zu dünn, ist es nicht gut.

Nicht selten war ich anfangs in der Schule eine beliebte Zielscheibe, da die Klamotten meist aufgetragen waren von meinem Bruder und dann noch für mein Gewicht zu groß wirkten. Und wenn ich dann noch etwas gesagt habe und vor Aufregung ins Stottern kam, da ging es erst richtig los.

Ich habe irgendwann angefangen, unauffälliger zu werden, was natürlich für mein damaliges Selbstwertgefühl nicht der Hit war. Mein Leben war unscheinbar außerhalb meiner Familie, erst in meinem Beruf als Masseur veränderte sich vieles. Ich war bei meinen Klienten und Kollegen angesehen und gewertschätzt, alles andere war nicht wichtig.

Mein Gewicht pendelt auch heute immer um ein paar Kilo, ich habe mich allerdings schon ewig nicht mehr gewogen.

Durch meine Arbeit habe ich viel gelernt und das tu ich heute noch, was die eigenen Gedanken angeht. Mit dem, was und wie du denkst, kannst du viel für dich verändern, wie du dich fühlst und wie es dir geht.

Mein Fazit heute: Was andere sagen, denken oder schauen, ist deren Ding und meistens gelingt es mir auch, nichts von alledem anzunehmen. Also macht das, was euch gefällt, schmeckt und Freude macht! Ihr seid so wie ihr seid genau richtig!

Was ich an mir mag: Meine Beine, Hände und meinen Bauch.”

Von Herzen Danke an Dich, lieber Jens, für das Teilen Deiner Geschichte! Ich würde mich riesig freuen, wenn zukünftig noch mehr Männer ihre Geschichte teilen, damit wir endlich alle checken, dass dieser Mindfuck rund um ein vermeintliches “Ideal” alle Menschen betrifft, ganz egal welchen Geschlechts.

Wollt auch ihr diese Welt zu einem besseren Ort machen und ein Zeichen setzen für Körperakzeptanz? Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday, Teil des Projekts werden und der Welt da draussen zeigen, wie echte Körper aussehen und wie facettenreich Schönheit ist? Ich bin ganz dringend auf weitere Freiwillige angewiesen, damit das Projekt weiterlaufen kann! Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahme.

Und eine Facebook Gruppe gibts auch!

Let’s spread some Self Love!