Self Love Sunday #117 – Judith

Ich glaube, ich habe das schon mal erwähnt – es berührt mich immer ganz besonders, wenn Menschen beim Self Love Sunday mitmachen, die ich persönlich kenne. Und es berührt mich noch ein bisschen mehr, wenn das, wie im heutigen Fall, Menschen sind, die ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe.

Judith und ich haben einige Jahre zusammen in der Hotellerie gearbeitet und ich freue mich wie blöd, dass sie hier und heute ihre Geschichte mit uns allen teilt:

“Hi, ich bin Judith, bin 41 Jahre alt und lebe mit meinen zauberhaften Kindern 20,17 und 10 und meiner Mutter in Berlin Wilhelmsruh.

Ich bin medizinische Kosmetikerin und arbeite für eine plastische Chirurgin (nebenbei gesagt, sie ist eine von den Guten, um nicht zu sagen die Beste).

Ich kann wohl aufrichtig sagen, ich liebe mein Leben!

Ich habe eine tolle Familie, unglaubliche Freunde und ich habe einen Job den ich wirklich mag.

Mit meinem Körper ist das etwas komplizierter. Als Kind galt ich immer als stark untergewichtig. Ich musste mir permanent anhören, dass ich mehr essen solle und mich belasteten andauernde Fragen nach Magersucht.

Ich war immer ein Genussesser und musste auf nichts verzichten, im Gegenteil, ich hab mich mit Kuchen und Schokolade vollgestopft, um vielleicht ein paar Gramm zuzunehmen obwohl ich meinen Körper gar nicht als so falsch empfand. Wenn ich allerdings heute Fotos sehe, bekomme ich einen Schreck. Selbst in den Schwangerschaften bin ich nicht über 61 kg gekommen und trotzdem wurde in den letzten beiden Schwangerschaften eine Gestationsdiabetes festgestellt, die sich dann leider im 35. Lebensjahr manifestierte.

Schlagartig nahm ich 18 Kilo zu und fühlte mich von diesem Moment an nicht mehr wohl in meinem Körper. Wenn ich in den Spiegel schaue, finde ich mich schwammig und irgendwie verformt. Leider musste ich mich auch in diesem Sommer aus gesundheitlichen Gründen einer Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) unterziehen, bei der auch eine Endometriose festgestellt wurde. Deshalb konnte ich die letzten Wochen überhaupt keinen Sport machen, was mein Körpergefühl nicht gerade besser gemacht hat.

Trotz allem ist  alles gut verlaufen und ich habe direkt meine Gesundung in die Hand genommen, mein Erspartes zusammen gekratzt und bin nach Indien geflogen, um mich zu erholen. Hier mache ich Ayurveda und Yoga, um meinen Kopf und Körper wieder aufzupäppeln. Das war für mich die beste Entscheidung dieses Jahres und eine riesengroße Hilfe in dieser für mich emotional sehr belastenden Zeit. Ich habe hier wieder zu meiner Selbstliebe zurück gefunden und werde diese Energie nutzen, mich um meinen Körper, aber auch um meine Seele zu kümmern.

Drei Dinge, die ich an mir mag…ich mag meine Brüste, meinen Mund und tatsächlich meine Füße.

Danke, liebe Jenny, für deinen unermüdlichen Einsatz. Das, was du hier geschaffen hast, ist großartig und auch wenn man wirklich viel Mut dazu braucht, um hier mitzumachen, kann ich es nur jedem empfehlen. Erzählt eure Geschichten und lasst uns gemeinsam daran wachsen!

Ich schicke euch allen ganz viel Sonnenschein.

Namasté”

Von Herzen Danke an Dich, liebe Judith, für das Teilen Deiner Geschichte direkt aus Indien! Wollt auch ihr diese Welt zu einem besseren Ort machen und ein Zeichen setzen für Körperakzeptanz? Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday, Teil des Projekts werden und der Welt da draussen zeigen, wie echte Körper aussehen und wie facettenreich Schönheit ist? Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahme.

Und eine Facebook Gruppe zum Projekt gibts auch.

Let’s spread some Self Love!