Self Love Sunday #111 – Jenny

Der heutige Beitrag zum Self Love Sunday hat mich tief berührt. Denn einmal mehr wird klar, wohin eine “Ernährungsumstellung” und der Wunsch, ein paar Kilo abzunehmen, führen kann.

Vorhang auf für Jenny und ihre unglaublich starke Geschichte:

“Hallo, ich bin Jenny, ich bin 37 und habe eine Essstörung, befinde mich aber auf dem besten Weg der Heilung. Ich habe etwas gezögert und konnte mich nicht gleich entscheiden, bei diesem tollen und wichtigen Projekt mitzumachen. Ich habe mir etwas Bedenkzeit gegeben und mich dafür entschieden und es fühlt sich richtig an!

Ich war immer ein Mensch, der sich selbst als nicht liebenswert, nicht wertvoll und sowieso hässlich empfunden hat. Ich wurde als Kind gemobbt, da ich etwas pummelig war und eher ruhig und schüchtern. Ich wurde von Mitschülern, aber auch von meinen Eltern und Geschwistern gedemütigt, ich war physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt.

Ich habe im Laufe meines Lebens immer in Extremen gelebt, immer auf der Suche nach irgendwas, aber wonach wusste ich nicht. Heute weiß ich, dass ich “Mich” gesucht habe, denn ich habe zu mir nie eine Verbindung gespürt. Ich war nichts wert, ich konnte nichts und überhaupt war ich ein “Unfall” der Natur.

Das einzige, was mir Halt gegeben hat, war die Liebe zum Kraftsport und zur Bewegung, in diesen Momenten konnte ich mich wenigstens ein bisschen spüren. Irgendwann fing es an, dass ich meine Ernährung umgestellt habe, weil ich ein paar Kilo abnehmen wollte. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht übergewichtig, sondern im oberen Normalgewicht.

Ich habe angefangen, mit Low Carb, die ersten Kilos purzelten und es fühlte sich gut an und ich bekam auch Bestätigung von außen. Eigentlich konnte ich ja nun zufrieden sein, aber nein, ich konnte nicht aufhören. Ich lud mir eine Ernährungs-App aufs Handy, legte mir eine Küchenwaage zu und alles, wirklich alles, was ich gegessen habe, wurde abgewogen und in die App eingetragen.

Die schlimmste Zeit war dann, als ich nur noch bestimmte Lebensmittel gegessen habe und das waren nur noch sehr wenige. Ich trieb Sport bis zum Exzess, isolierte mich von meinem sozialen Umfeld, und klar, wurde immer dünner.

Ich erkannte irgendwann, dass etwas gewaltig schief läuft. Ich sah, dass ich nur noch Haut und Knochen war, aber ich konnte von allein nicht aufhören. Der Leidensdruck wurde immens hoch und ich wollte nur noch sterben. Ich bin froh, dass meine Therapeutin und ich zusammen entschieden haben, dass eine Klinik unausweichlich für mich ist. Ich bin bis heute dankbar, in der Klinik gewesen zu sein. Das war meine Rettung.

Ich lernte “Mich” dort zum ersten Mal in meinem Leben, kennen und spüren. Ich habe durch Yoga und Meditation einen Zugang zu meinem Körper und Geist bekommen, ich habe mir verziehen für das, was ich meinem Körper angetan habe, ich habe zugenommen und werde weiter zunehmen. Ich erarbeite mit meiner Therapeutin alte Glaubenssätze und Bewältigung meines Kindheitstrauma. Ich kann heute sagen, dass ich glücklich bin. Ich bin im Einklang mit mir, akzeptiere meinen Körper und genieße das Leben.

Hier noch die 3 Dinge, die ich an meinem Körper mag. Ich mag mein Lachen. Es ist laut, herzlich und ansteckend. Ich mag meinen Po, der zum Glück wieder etwas runder geworden ist und noch runder wird. Ich mag die Form meines Mundes und die Lachfalten rundherum, ich nenne sie liebevoll “den Rahmen meiner Fröhlichkeit.”

Ich bin gut so wie ich bin und ihr seid es auch. Kein Mensch auf der Welt hat das Recht, euch etwas anderes einzureden. Du bist wertvoll und liebenswert.”

Von Herzen Danke an Dich, liebe Jenny! Ich bin mir sicher, dass Du mit diesem wertvollen Beitrag sehr viele Frauen tief berührt und einiges bewegt hast.

Wollt auch ihr mitmachen beim Self Love Sunday, Teil des Projekts werden und der Welt da draussen zeigen, wie echte Körper aussehen und wie facettenreich Schönheit ist? Es gibt aktuell keine weiteren Teilnehmer*innen mehr und ich bin ganz dringend auf Freiwillige angewiesen, damit das Projekt weiterlaufen kann! Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahme.

Die Facebook Gruppe zum Projekt findet ihr hier.

Let’s spread some Self Love!