Nachhaltigkeit im Spa – 5 Dinge, die ihr als Endverbraucher*in tun könnt

Nachdem ich vergangene Woche ja schon einen Artikel über Nachhaltigkeit im Spa mit euch geteilt habe und fünf Punkte aufgezählt habe, die ein Spa oder Wellnesshotel umsetzen könnte, damit der ganze SPAss sich ein wenig nachhaltiger gestaltet, soll es heute um die Möglichkeiten gehen, die wir selbst haben.

Denn es ist ja wie immer im Leben – das Rumgejammere, warum die Spas und Hotels selbst nichts unternehmen, bringt uns keinen Millimeter weiter und wir haben so viel mehr Macht, als wir denken…

Die meisten der Punkte, um die es heute gehen soll, setzen viele von euch bestimmt sowieso schon im Alltag um, daher mag es für den einen oder die andere nichts weltbewegend Neues sein. Ich wünsche mir aber dennoch, dass wir alle ein bisschen sensibler mit dieser Thematik umgehen und würde es auch begrüßen, dass in den Spas und Wellnesshotels seitens der Endverbraucher*innen mehr nachgehakt, nachgefragt und konstruktiv kritisiert wird. In den folgenden Punkten findet ihr auch handfeste Beispiele, wie sowas ganz konkret aussehen könnte, also springen wir doch gleich mal rein!

1. An- und Abreise mit der Bahn oder dem ÖPNV

Wer meine Spa Checks aufmerksam verfolgt, wird sicherlich mitbekommen haben, dass ich jedes Mal erkläre, wie ihr mit der Bahn oder dem ÖPNV hinkommt. Ich versuche dabei immer, Bahnfahren dem Fliegen vorzuziehen, auch wenn es manchmal echt wehtut, weil die Bahnfahrt das 4-fache kostet. Aber wenn wir über Nachhaltigkeit im Spa oder Wellnesshotel und unseren Impact auf die ganze Nummer reden, dann ist die An- und Abreise ein sehr wesentlicher Punkt. Wer dem ICE den Vorzug gibt und Fliegen oder Autofahren vermeidet, macht also schon mal einen guten Anfang.

2. Eigene Badeschlappen mitbringen

Natürlich handelt es sich bei den Adiletten im Titelbild nicht um nachhaltige Schuhe, aber jedes Mal, wenn ich meine eigenen Badeschlappen oder Flip Flops mitbringe und die Frottee-Einwegschlappen nicht aus ihrer Plastikverpackung entnehme, entsteht weniger Müll. So einfach ist das. Achtet hierbei aber bitte darauf, dass die Frotteeschlappen auch ungetragen im Müll landen, wenn ihr die Plastikverpackung aufreisst. Am besten ignoriert ihr sie also stur, wenn sie im Locker liegen oder ihr lasst sie euch an der Spa Rezeption gar nicht erst aushändigen. (Denn auch wenn sie euch beim Check In ohne Plastik Umverpackung ausgehändigt werden, dürft ihr davon ausgehen, dass sie für euch im Vorfeld ausgepackt und in den Bademantel gesteckt wurden.)

3. Wasserflasche mitbringen

Gleich vorweg: Natürlich ist es scheisse, eine Therme zu besuchen, in der ihr Essen und Getränke kaufen könnt und dort entgegen der Hausregeln mitgebrachte Snacks und Getränke zu verzehren. Das ist an dieser Stelle aber nicht gemeint. Ich habe immer eine Wasserflasche mit Leitungswasser dabei, die ich immer wieder auffüllen kann und wenn ich in einem Spa bin, in dem neben dem Trinkwasser, an dem ihr euch selbst bedienen könnt, Plastikbecher rumstehen, dann nutze ich mittlerweile auch ganz offensiv meine Wasserflasche. Einfach, um aufzuzeigen, wie daneben ich das finde. Gelegentlich kritisiere ich das auch höflich. Aber das ist natürlich Typsache. Fakt ist: Wenn ihr kein Wasser aus Plastikbechern trinken wollt, müsst ihr ein eigenes Gefäß mitbringen. Achtet hierbei aber unbedingt darauf, dass Glasflaschen in einem Nassbereich tabu sind!

Wenn ihr in einer Therme oder einem Spa Essen oder Getränke verzehrt, fragt gerne vor der Bestellung nach, ob das Getränk in einer Plastikflasche um die Ecke kommt und sagt gerne auch an, dass ihr keinen Strohhalm wollt. (Denn die sind nach wie vor noch fast immer aus Plastik.) Und wenn das einzige vegetarische Essen ein Salat ist, gebt auch hier gerne konstruktives Feedback und erklärt, was ihr euch wünschen würdet. Meiner Erfahrung nach ist Veggie Essen in Spas und Thermen fast immer voll mit Glutamat. Auch das könnt ihr höflich kritisieren. Je mehr Menschen was sagen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendwann mal was daran ändern wird…

4. Keine Treatments mit “unsauberen Brands” oder Produkten buchen

Ihr habt Lust auf ein Facial, aber bei der Linie, mit der vor Ort gearbeitet wird, handelt es sich nicht um Naturkosmetik? Wenn ich privat unterwegs bin, dann buche ich sowas einfach sehr konsequent nicht mehr. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt einfach Google. Natürlich könnt ihr auch an der Spa Rezeption nachfragen, aber hier wird der Fokus nicht selten eher auf dem Verkaufsabschluss liegen als auf der Wahrheit. Und auch bei klassischen Massagen ist es euer gutes Recht, nachzufragen, mit welchem Basisöl gearbeitet wird. Es ist sogar euer gutes Recht, es euch zeigen zu lassen. Es gibt auch Gäste, die ihr eigenes Öl mitbringen. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, wäre das natürlich auch eine Option – auch wenn ein solches Procedere ganz klar ein Armutszeugnis für die Spa Branche darstellt…

Das Gleiche gilt im Übrigen für die Kosmetika, die in Spendern im Duschbereich oder den Umkleiden hängen. Schaut euch lieber mal genau an, was ihr euch da auf die Haut schmiert. Denn leider füllt ein 5 Sterne Haus auch da nicht zwangsläufig ordentliche Produkte rein.

5. Eigene Handtücher und Bademantel nutzen

Ich gebe zu, in diesem Punkt ist auch bei mir noch Verbesserungspotential. Und natürlich gilt das eher für einen Day Spa in der eigenen Stadt als für einen Wellnessurlaub in den Bergen oder am Meer. Aber Fakt ist: Hier in Berlin wäscht kein Hotel oder Day Spa die Wäsche selbst. In der Regel wird das alles nach Polen gekarrt, dort gewaschen und dann wieder zurück nach Berlin gefahren. Vollkommen absurd.

Und falls es sich um einen Aufenthalt im Wellnesshotel handelt: Muss es wirklich nach jedem Saunagang ein frisches Handtuch sein? Fast alle Gäste handhaben das so. Was in einem Spa an Wäsche anfällt, ist ungeheuerlich. Aber die Menge an Wäsche steht und fällt mit dem Pro Kopf-Verbrauch je Gast. Wir haben es also (wie immer) unter’m Strich selbst in der Hand.

In diesem Sinne: Auch wenn die Branche sich nicht bewegt, kann jede*r von uns einen Teil davon beitragen, dass ein Spa Besuch oder ein Aufenthalt im Wellnesshotel unserem Planeten ein bisschen weniger wehtut.

Hab’ ich was Wichtiges vergessen? Dann schreibt es gerne in die Kommentare!

Jenny