Nachhaltigkeit im Spa – 5 Dinge, die Day Spas & Wellnesshotels easy umsetzen könn(t)en

Heute möchte ich mich hier mal einem größeren Thema widmen, das ihr euch schon mehrfach gewünscht habt. Ich bin ja in der Jury der “Spa Star Awards” und habe in diesem Jahr den Green Spa Award verliehen. Und wisst ihr, was mich gleichermaßen nachdenklich, wie auch betroffen gemacht hat? Dass sich – gemessen an unserer aktuellen Zeit und den Problemen, vor denen wir stehen, so wenige Häuser für diese Kategorie beworben haben.

Man könnte also meinen, Nachhaltigkeit sei innerhalb der Spa Branche kein Thema. Und für mein Gefühl entspricht das (abgesehen von einigen wenigen Wellnesshotels) so auch der Wahrheit. Natürlich haben wir es hier auf der einen Seite mit einer Branche zu tun, die man getrost dem Luxussegment zuordnen darf, aber nichts desto trotz finde ich die Dienstleistung “Day Spa” oder “Retreat” in unserer heutigen Zeit sehr wertvoll. Schaut euch nur mal die Burnout-Zahlen an…

Ich möchte das Thema knackig aus zwei Perspektiven aufbereiten, denn es ist ja immer eine Frage von Angebot auf der einen und Nachfrage auf der anderen Seite. Heute soll es daher um 5 handfeste Tipps gehen, mit denen Spas und Wellnesshotels nachhaltiger agieren können und nächste Woche möchte ich 5 Tipps mit euch teilen, die sich an euch als Enverbraucher*in richten.

1. Frotteeschlappen mit Plastiksohle

Frotteeschlappen sind nicht nur sehr sinnbefreit, weil sie sich in Lichtgeschwindigkeit mit Wasser vollsaugen, sondern kommen zudem auch Paar für Paar nochmal einzeln in Plastik eingeschweisst aus Fernost.

Sie werden standardmäßig jedem Gast gereicht und finden sich in jedem Locker. Ich will also gar nicht wissen, wie viele Menschen diese Umverpackung aufreissen, die Dinger anprobieren, dann checken, dass die Passform total für den Arsch ist und sie dann gleich wieder ausziehen oder zurück in den Locker packen.

Eine einfache Möglichkeit, den Müllberg aus Frotteeschlappen samt Umverpackung zu reduzieren, wäre also, jeden Gast erstmal zu fragen, ob er überhaupt ein Paar haben will / braucht. Und ein weiterer Schritt in die richtige Richtung wäre, dafür einen Aufpreis zu verlangen. Und falls das jemand im Luxussegment uncool findet: Man könnte die Gäste auch genauso gut mit einem leckeren Smoothie auf’s Haus belohnen, wenn sie ihre eigenen Badeschlappen mitbringen. Da kann man mit ein bisschen Fantasie ja richtige Marketing Aktionen draus machen.

2. Plastikbecher und Strohhalme

Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum auch im Jahr 2019 noch in gefühlt 80-90% aller Spas Einweg-Plastikbecher (wie ihr sie oben im Titelbild seht) im Saunabereich rumstehen. Denn es verhält sich ja keineswegs so, dass ein Gast sich pro Aufenthalt einen solchen Becher nimmt und den dann immer wieder neu auffüllt! Die Gäste nehmen sich für jeden Schluck Wasser einen neuen Becher, denn die Mülleimer, die unmittelbar daneben stehen, animieren ja auch regelrecht dazu, den Becher nach einmaligem Austrinken wegzuwerfen.

Ein erster kleiner Schritt wäre der ganz banale Wechsel von Einweg Plastikbechern zu Einweg Papierbechern, aber im Jahr 2019 wären auch Mehrwegbecher aus Bambus eine super Alternative. Und sind wir doch mal ehrlich: Aus einem Mehrweg Bambusbecher schmeckt das Wasser doch auch viel besser als aus einem billigen Plastikbecher!

3. F&B – Snacks und Getränke

Currywurst und Coke mit Plastikstrohhalm? Ich weiss, es klingt absurd, aber das könnt ihr in vielen Spas und Wellnesshotels genau so konsumieren. Ich lebe ja seit meinem 12. Lebensjahr vegetarisch und hab’ in dieser Sache vermutlich leicht reden, aber würde es uns wirklich umbringen, wenn der Großteil der Essenskarte sich aus veganen Gerichten zusammen setzt, die aus regionalen und saisonalen Zutaten frisch und schmackhaft zubereitet werden? Ich glaube ja nicht. Und Bambusstrohhalme im Smoothie sollten dieser Zeit auch eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme mehr sein.

4. Plastikorchideen & LED Kerzen

Der Müll macht auch vor Treatmenträumen im Luxussegment nicht halt. Denn auch hier finden sich durch die Bank weg Plastikblumen (der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, der Dauerbrenner ist und bleibt jedoch die Orchidee) und seit ein paar Jahren schleichen sich auch LED Kerzen durch die Hintertür ins Setup. Was gegen Kerzen aus Sojawachs spricht, hat sich mir noch nie erschlossen. Und jetzt kommt mir nicht mit dem Brandschutz! Früher ging das ja auch. Und “echte Kerzen” machen einfach ein sehr viel schöneres Licht als dieser Elektroschrott – vom energetischen Aspekt mal ganz abgesehen.

5. Mikroplastik in Kosmetik & Mineralöl zum Massieren

Last but not least dürfen wir uns aber auch nochmal die Produkte anschauen, mit denen gearbeitet wird. Naturkosmetiklinien gibt es mittlerweile in jedem Preissegment. Was zur Hölle spricht also noch für Brands, die Mikroplastik enthalten und an Tieren testen? Und auch ich war in der Vergangenheit schon gezwungen, Menschen mit Mineralöl einzureiben, die eine Ganzkörpermassage für 120€ gebucht haben. Was das Basis Massageöl angeht, ist Geiz leider sehr häufig geil. Auch in der 5 Sterne Hotellerie. Hier sollte ein naturkosmetisches Jojobaöl zum Standard gehören.

Das waren jetzt mal 5 Punkte von mir, die sich nicht allzu schwer umsetzen lassen dürften. Habt ihr noch mehr Ideen? Arbeitet ihr selbst im Spa oder seid ihr selbst Hotelier? Hinterlasst gerne weitere Tipps in den Kommentaren!

Jenny