Self Love Sunday #104 – Steffi

Ich freue mich riesig, dass in Runde 104 des Self Love Sunday Steffi ihre Geschichte mit uns teilt und dass auch immer mal wieder Teilnehmer*innen dabei sind, die noch nicht die übelsten Body Shaming Erfahrungen gemacht haben. Schlimm genug, dass man diesen Menschen dann unterstellt, ihre entspannte Haltung sei nicht echt, aber lest einfach selbst:

“Hallo, bin Steffi, 32, lebe mit meiner Lebensgefährtin (jaja, „Du siehst gar nicht lesbisch aus“) in Hamburg…und verdiene auf einmal Geld mit meinem Körper.

Seit etwas über einem Jahr unterrichte ich Yoga. Seitdem werde ich erstmals wirklich hautnah mit den Problemen konfrontiert, die andere mit ihrem Körper haben. So gehören zu dem Yogastil, den ich unterrichte (Forrest Yoga), auch immer ein paar Bauchübungen. Wenn ich Leuten danach sage „Lege die Hände auf den Bauch, spür nach, was du dort aufwecken konntest”, steht vielen die Panik ins Gesicht geschrieben. Das hat mich zur Beschäftigung mit dem Themen “Body Positivity” und “Dissoziation vom eigenen Körper” gebracht.

Natürlich war mir die Idee, dass man ein zwiespältiges Verhältnis zu seinem Körper haben kann, vorher nicht neu, aber so „nah dran“ habe ich es noch nie gespürt.

Ich wurde im Laufe meines Lebens zwar für vieles geshamed (hello, Coming Out in einer Kleinstadt im Alter von 14 Jahren), aber für meinen Körper nicht. Das mag daran liegen, dass mir von der Wiege auf, vor allem aber von meiner Mutter, ein sehr gesundes, natürliches Verhältnis zu meinem Körper, Sexualität und Ernährung vermittelt wurde. Mir hat als Kind und Teenie, aber auch kein*e Partner*in jemals gesagt, dass etwas mit meinem Körper nicht stimmt. Heute weiß ich: Damit habe ich einen absoluten Jackpot erwischt!

Dieses Selbstwertgefühl strahle ich mit meinem Körper aus. Manche fühlt sich davon angegriffen und stichelt von hinten. Tatsächlich erlebe ich in den letzten 1-2 Jahren, dass mir andere Frauen unterstellen, ich hätte hinter meinem Selbstbewusstsein etwas zu verbergen. Das sagt mehr über diese Damen aus als über mich.

Trotzdem gibt es hier und da eine kleine Stimme von innen: Als in der Pubertät meine Haare zu einem wilden Lockenschopf explodierten und mir keiner sagen konnte, wie ich diesen pflegen und stylen kann. Meine Brüste sind für meine Gesamtgröße eher klein. Das war aber wirklich nie ein Thema und inzwischen bin ich sehr froh, auch mit Ü30 ganz easy ohne BH rausgehen zu können.

In meiner späten Teenie-Zeit habe ich viel mit verschiedenen Gender-Rollen experimentiert und war eine Weile ziemlich maskulin unterwegs. Irgendwie ist dabei die Idee hängen geblieben, meine Schultern seien zu breit und ich habe eine Weile schulterfreies und auch Kleider vermieden – dabei liebe ich Kleider! Ich bin 1,75 m groß, „zierlich“ werde ich also nie sein. Insbesondere durchs Yoga, aber auch Sport allgemein zeige ich meine „starken“ Arme und Schultern heute gern.

Meine Beine mochte ich schon immer: Dünn waren die nie, ich setze sehr schnell Muskeln an. Meinen Po mag ich auch, aber leider dürft ihr hier ja nur ein frontales Bild genießen. Mit meinen Haaren habe ich (an den meisten Tagen) auch Frieden geschlossen. Siehe da, seitdem es so ist, bekomme ich sogar dauernd Komplimente dafür.

Was ich den Menschen vermitteln möchte: Jede*r von uns ist einzigartig. Schätze deinen Körper dafür, dass er dich unterstützt und alles mitmacht, was du mit deinem Leben vorhast. Gehe mit dir und deinem Körper so um, wie du es mit einem guten Freund machen würdest.”

Von Herzen Danke an Dich, liebe Steffi, für das Teilen Deiner Geschichte. “Frieden mit meinen Locken schließen” könnte ich mir by the way auch mal auf die To Do-Liste setzen. Wenn ihr Steffi auf Instagram folgen wollt könnt ihr das hier tun und wenn ihr selbst beim Self Love Sunday mitmachen und Teil des Projekts werden wollt, findet ihr hier alle Infos zur Teilnahme.

Die nächsten 7 Teilnehmer*innen stauben eine amo como soy Creme Maske sowie das dazugehörige Affirmationskarten Set ab! Also: Worauf wartet ihr noch?

Achja, und die Facebook Gruppe zum Projekt findet ihr hier.

Let’s spread some Self Love!