Self Love Sunday #102 – Susanne

Herzlich Willkommen zu Folge 102 des Self Love Sunday. Heute teilt Susanne ihre Geschichte mit uns, was mich über alle Maßen berührt. Ein unglaublich wichtiger und wertvoller Text für alle Frauen da draußen!

“Hallo,

nach einigem Hin und Her traue ich mich heute, meine Geschichte auf dem Weg in ein neues Leben mit euch zu teilen…in der Hoffnung, damit anderen Mut zu machen…Mut, für sich einzustehen, zu kämpfen und auszubrechen aus ähnlichen Mustern – damit alle, die sich vielleicht ähnlich wertlos und hilflos fühlen wissen: Du bist nicht allein!

Ich bin 36 Jahre und Mama eines bezaubernden 6-jährigen Sohnes, der mindestens 2 mal die Woche zu mir sagt: „Mamaaa du bist sooo schön“ und „Mamaaa Deine Haut ist sooo weich!!!“

Das ist Balsam für die Seele.

Denn ich fühl’ mich ganz oft nicht wohl in meiner Haut. Kämpfe immer mal wieder mit ein paar Pfund zu viel „Nierenmumps“ und einem Bäuchlein, das so oft nach schwanger aussieht, sodass ich tatsächlich ab und an gefragt werde: „Oooh, darf man gratulieren?“

Ja, darf man. Die Nudeln mit Tomatensoße hab ich echt viel zu lecker gekocht, genauso wie den Braten, die Kartoffeln und die literweise Hollandaise Sauce mit Spargel. Die Chipstüten-Hersteller und Kaufhaus-Regal-Einräumer sollte man auch mal beglückwünschen für ihr Talent, die so zu positionieren, dass ich sie kaufen MUSS, und dann natürlich auch auf einmal aufesse, wenn ich sie habe.

Die Figur spielt in unserer Familie irgendwie auch eine recht große Rolle. Meine Mutter war immer sehr darauf bedacht, nicht zuzunehmen und wies mich als Jugendliche, aber auch heute mit 36, noch gern darauf hin, wenn das Shirt mal wieder deutlich zu eng anliegt um die Hüften und der Gürtel ein mit dem Locher gequetschtes neues Loch hat.

Als Kind wurde ich oft gehänselt, da ich meist nicht die neuesten Markensachen trug und keine Converse oder Doc Martens bekam, sondern in Breitcordhosen und NoName Schuhen zur Schule ging und als erste meiner Schulklasse Brüste bekam. Und schon ist man irgendwie „zu anders“ und wird ausgegrenzt. Die Schulzeit war echt keine schöne Zeit.

Hinzu kam dann ein Freund, der erste „RICHTIGE“ Freund mit 13 (er war 16), der meine Naivität/Dummheit grenzenlos ausnutze. Er hatte eine, in meinen Augen viel schönere Zweit-Freundin mit schwarzen, dicken, langen Haaren im Gegensatz zu meinen blonden Funseln, die schon 15 war und da ich wusste, sie schläft mit ihm, dachte ich, er wird bei mir bleiben, wenn ich das auch tue. Dieses erste Mal, das ich mir Dank Bravo GIRL als ein wundervoll romantisch, liebevolles Erlebnis mit Kerzenschein und Rosenduft ausmalte, war eine kurze, schmerzhafte Katastrophe in seinem Kinderzimmer und als es vorbei war, zog er sich die Hose hoch und sagte: „Wenn du angezogen bist, kannst du ja heimgehen. Ich fahr noch weg“ und dann war er auf seinem Moped verschwunden.

Solche Situationen prägten natürlich mein Selbstwertgefühl und ich fing an, meine Arme und Beine zu ritzen – am liebsten mit Dornen von Rosenstöcken – was man zum Glück heute kaum noch sieht.

Mit 16 hatte ich einen Freund, bei dem ich es langsam angehen lassen wollte. Er machte auf Gentleman mit Führerschein, lud mich zum Essen ein, ging mit mir ins Kino und nahm mich nach knapp ein oder zwei Wochen „Beziehung“ mit auf seine Dienstreise mit Übernachtung und ich war voll happy, dass meine Eltern mir das erlaubten, damit er nicht so lang allein Auto fahren muss. Am Ende waren wir dann im Hotelzimmer und ich war glücklich…bis er mehr wollte. Mein „Lass uns noch warten, ich möchte das noch nicht“ fertigte er ab, indem er mich aufs Bett warf, dann so richtig fies wurde und mich anschrie, dass ich ihm das ja wohl schuldig sei, wo er mich schließlich eingeladen hat und mich den ganzen Tag durch die Gegend kutschierte. Ich bekam Angst und ließ es über mich ergehen, ohne mich zu wehren, weinte die halbe Nacht und als ich auf der Rückfahrt seine Hand von meinem Oberschenkel wegschob, schob er sie noch höher und meinte: Gestern Abend hast du auch nicht so gezickt.

Erzählt hab ich das bis heute kaum jemandem, da ich überzeugt war: Das ist der Preis, den frau zu zahlen hat, wenn sie eingeladen wird. Der Kuss, den man zahlen muss, wenn man zum Essen eingeladen wird. Der Sex, den man zu leisten hat, wenn man in ein schickes Hotel ausgeführt wird. Das ist der Preis. Heute könnte ich mich für dieses verkehrte Bild ohrfeigen und gleichzeitig möchte ich jedem Mädchen schon in der Grundschule einrichten: DU BIST WERTVOLL! Lass’ dir von niemandem ein anderes Gefühl einreden!

Doch dieses Muster zog sich durch und ich erlebte eine Ehe, die anfangs echt in Ordnung war, doch zuletzt von sehr wenig Respekt und leider auch von Gewalt geprägt war. Hauptsächlich verbale Gewalt, die ich jedoch als viel schlimmer erlebte als jede körperliche Gewalt, die ich bisher erfahren hatte. Auch hier kam immer wieder der Spruch „Sex gehört zu Deinen ehelichen Pflichten“ und anfangs war dieser Spruch ein Scherz, doch dieser Scherz bekam einen sehr ekligen Beigeschmack. Eines Nachts, unser Baby lag grad fertig gestillt neben mir, ich schlief seit Wochen kaum 3 Stunden am Stück und fühlte mich einfach nur fertig, zog er mich einfach grob an sich ran, meinen Slip runter und erledigte, was er zu erledigen hatte, um mir dann zu sagen, dass das der grausamste und ekligste Sex seines Lebens war. Das war dann der Anfang vom Ende meiner Ehe.

Mit der Zeit wurde meine Haut immer schlimmer. Eine starke Rosazea breitete sich aus. Mein Gesicht wurde immer roter und immer wieder bildeten sich Pickel und Pusteln. Meine kräftigen, mozzarella-farbenen Beine wurden gefühlt immer durchsichtiger, sodass man jede Ader sah. Ich schaute nur, wenn zwingend nötig, in den Spiegel – hätte ich ohne Spiegelbild Mascara auf meine Wimpern bekommen, hätte ich ihn vermutlich zerschmettert.

Was mich rettete, mir immer wieder Kraft gab und das Gefühl, wertvoll zu sein – für MICH wertvoll – war YOGA. Vor allem die Achtsamkeit, das Körperbewusstsein, das „Wachwerden“. Unzählige Yogaseminare über Jahre und die Praxis zuhause, die Arbeit von und mit „Awakening Women“ und plötzlich einer Idee davon, dass ich tatsächlich wertvoll bin. Und das so sehr, dass ich anfing mein ganzes Leben in Frage zu stellen, bis mir klar wurde, dass ich mich SO keinen Tag länger behandeln lasse und meine Ehe nach 5 Jahren beendete.

Es artete aus in einen richtig heftig, gewaltsamen Rosenkrieg, was meine Rosazea in meinem Gesicht natürlich genauso ausarten ließ und die Worte meines Ex-Mannes „Schau dir doch dein hässliches Gesicht mal an, wenn ich dich seh muss ich kotzen“ hallen auch heute nach zwei Jahren manchmal noch nach in meinem Kopf, wenn ich in den Spiegel schaue. Ich denke, so manche Wunde wird nicht heilen oder nur gaaanz langsam.

ABER: Heute ist mein Leben ein ganz anderes! Ich habe meinen Wert wieder gefunden. Mehr noch! Ich schau’ gern in den Spiegel und finde OK, was ich sehe. Mein Gesicht zeigt halt ein paar Narben, die vermutlich von meiner Seele kommen, aber ich wäre nicht der Mensch, der ich heute bin – die starke Frau, die für sich einsteht, wenn ich das alles nicht durchgemacht hätte.

UND ich lernte letztes Jahr einen unglaublich tollen Mann kennen, der mich so respektvoll und liebevoll behandelt, wie ich es noch nie erlebte. Der mir so oft sagt, wie hübsch er mich findet, dass ich anfange, es selbst nicht nur zu glauben, sondern sogar im Spiegel zu sehen.  Die durchscheinenden Adern an meinen Beinen streicht er liebevoll nach mit seinen Fingern, als wäre es eine Schatzkarte auf dem Weg zu meinem Herzen. Ein Mensch, dem ich ALLES anvertrauen konnte und kann, was in mir vorgeht, was ich erlebt habe, was mich bewegt. Ein Mann der nichts tut, was meiner Grenze auch nur ein Hauch zu nahe käme – eine Grenze die ich selbst erstmal ganz neu setzen und einhalten lernen musste und der mir sogar dabei hilft und mich unterstützt, sie immer wieder neu zu ziehen.

Einen Mann, der das Leben von mir und meinem Sohn so schön macht, dass ich fast Angst habe, es sei ein Traum.

Doch ist es nicht. Es ist Realität. Und nichts anderes habe ich, hast du und jeder Mensch da draußen verdient: Respektvoll und liebevoll behandelt zu werden.

Also schau’ in den Spiegel, egal wie schwer es dir fällt! Schau’ dir selbst in die Augen und sag’ dir immer wieder, wie wertvoll und wunderschön du bist! Sieh’ Dich einmal durch die Augen eines kleinen Kindes (wenn du ein eigenes hast, wirst du wissen, wie sehr das eigene Kind einen anhimmeln kann, da fühlt man sich glatt wie eine ECHT HÜBSCHE PRINZESSIN) und lass’ genau dieses Gefühl wie Honig dein Herz umschmelzen!

Finde Dein Leuchten wieder und lass es dir von niemandem auslöschen!”

Von Herzen DANKE an Dich, liebe Susanne, für diese berührende Message, die sicherlich nicht nur mich mit einem Kloß im Hals und einem warmem Gefühl im Herzraum zurücklässt.

Wollt auch ihr mitmachen beim Self Love Sunday und eure Geschichte teilen? Ich bin ganz dringend auf weitere Freiwillige angewiesen, damit das Projekt weiterlaufen kann. Die nächsten 9 Teilnehmer*innen stauben außerdem eine amo como soy Creme Maske sowie das dazugehörige Affirmationskarten Set ab!

Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahmeund eine Facebook Gruppe zum Projekt gibt’s auch.

Let’s spread some Self Love!