Gua Sha Facial bei Päonie in Berlin

Erinnert ihr euch an meinen Artikel über mein erstes Vagina Steaming bei Päonie in Berlin Steglitz? (Vermutlich eine eher rhetorische Frage.) Nachdem ich kürzlich dann auch noch das DIY in Sachen Gua Sha Facial veröffentlicht hatte, erreichte mich erneut eine Nachricht von Rika, der Lady hinter Päonie, in der sie mir mitteilte, dass sie auch Gua Sha Facials anbietet. Und ob ich nicht Lust hätte, auch dieses Treatment einfach mal auszuprobieren.

Und auch das, liebe Leute, war mehr oder weniger eine rhetorische Frage, denn selbstverständlich hatte ich Lust, das mal auszuprobieren!

Also steige ich einmal mehr in die U9 Richtung Rathaus Steglitz und laufe vom U-Bahnhof Schlossstraße knapp 5 Minuten in die Zimmermannstraße 17, wo Rika mich bereits erwartet. Wir plaudern ein bisschen und ich freue mich riesig, dass bereits einige von euch auf meinen Artikel hin den Weg zu Rika gefunden haben, um das Vagina Steaming selbst mal auszuprobieren. Hier und heute soll es für mich aber um Gua Sha gehen – und wie ich ja in der Home Spa Anleitung bereits erwähnte, ist das eine Anwendung, die es traditionellerweise in sich hat.

Rika reicht mir einen zweiseitigen Bogen mit Fragen zu meinem Gesundheitszustand und bittet mich, die einzelnen Statements zu bewerten. Ich mache gefühlt unendlich viele Kreuzchen bei „trifft nicht zu“, ein paar bei „trifft manchmal zu“ und einige wenige bei „trifft zu“. Anschließend lässt Rika einmal kurz den Blick über das Sheet schweifen, nickt wissend und sagt: „Aha, der Lebermeridian“. Ich bin sprachlos. Denn ja, der Lebermeridian ist in der Tat meine Schwachstelle. So eine Ansage vor einer Gesichtsbehandlung! Das habe ich in all‘ den sieben Jahren, in denen ich I LOVE SPA nun schon bespiele, noch kein einziges Mal erlebt.

Ich schlürfe also meinen Tee aus und bin gespannt wie ein Flitzebogen, als Rika mich im Folgenden in den Treatmentraum bittet. Es gibt zwei Optionen für das Gua Sha Facial bei Päonie: Einmal die 60-minütige Variante für 75€, bei der sich der ganze SPAss wirklich schwerpunktmäßig um euer Gesicht dreht und dann gibt es auch noch eine 80-minütige Variante für 95€, die die Körperrückseite ebenfalls inkludiert. Ich habe letztere ausprobiert und finde das aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes auch ziemlich sinnvoll. Check!

Meine Behandlung beginnt also in der Bauchlage. Rika bittet mich, alles bis auf die Unterhose auszuziehen, mich hinzulegen und zuzudecken, während sie nochmal den Raum verlässt. Und dann geht’s auch schon los. Auf der Website steht: „Wenn Sie eine kraftvolle Massage wünschen, empfehlen wir diese Methode“ und diese Ansage möchte ich an dieser Stelle schon mal unterschreiben und euch raten, sie auf jeden Fall ernst zu nehmen!

Rika benutzt einen rosa Gua Sha Schaber aus Keramik und so niedlich das auch erstmal klingen mag, so sehr hat es dieses Ding auch in sich. Ich merke bereits nach wenigen Sekunden: Hier und heute muss ich sehr gezielt atmen. An einigen Stellen atme ich in den Schmerz, an anderen kitzelt die Technik für mein Empfinden so sehr, dass ich versuche, über den Atem meinen Zappelreflex zu unterdrücken. (Ich bin allerdings auch ein sehr kitzeliger Mensch, was mich auch bei Pediküren jedes Mal auf’s Neue sehr challenged.)

Rika beginnt am Rücken und arbeitet sich dann über die Rückseite meiner Beine fußwärts. Eintamen, ausatmen. Dann drehe ich mich auf den Rücken und Rika knöpft sich den Lebermeridian an meinen Beinen nochmal von vorne vor. Alter Verwalter! Mein Fazit zu dem 20-minütigen Upgrade: Es macht zweifelsohne Sinn, die relevanten Meridiane am Körper mit einzubeziehen, aber ihr solltet definitiv keine Streichelmassage erwarten!

In den nun folgenden 60 Minuten beschäftigt sich Rika intensiv mit meinem Kopf. Und ich schreibe ganz bewusst „Kopf“ und nicht „Gesicht“, weil ich noch nie zuvor ein Facial hatte, bei dem der Kopf so mit einbezogen wurde. Die Produkte, mit denen hierbei gearbeitet wird, kommen aus Japan und meine Haut feiert sie sehr. (Das mache ich zum einen an dem Hautgefühl während des Facials fest und zum anderen aber auch an meinem Teint im Anschluss.)

Das Gua Sha Facial bei Rika ist allerdings ganz klar nicht mit einem klassischen Facial vergleichbar. Es wird auch nicht ausgereinigt. Stattdessen wird die Muskulatur in meinem Gesicht (und auch am ganzen Kopf) bearbeitet wie noch nie zuvor. Ihr solltet einen festen Griff mögen, wenn ihr das nachmacht – ich für meinen Teil feiere es sehr. Das ist so ein krasses Gefühl, wenn eure Kopfhaut mit einem Gua Sha Schaber bearbeitet wird! Und als würde das noch nicht ausreichen, fragt Rika, ob sie mich kämmen darf – bei meiner Haarstruktur im trockenen Zustand ein gewagtes Unterfangen, also antworte ich mit „Viel Glück“.

Aber Rika lässt sich nicht beirren, kämpft sich durch und sorgt für ordentlich Volumen, indem sie meine Kopfhaut nun auch noch mit einer Bürste bearbeitet. Als ich nach etwa 90 Minuten wieder im vorderen Bereich von Päonie Platz nehme und abschließend meinen Tee schlürfe, muss ich zugeben, dass diese Gesichtsbehandlung sich viel mehr wie eine sehr ordentliche Massage angefühlt hat.

Ich hatte schon sehr(!) viele Ganzkörpermassagen, bei denen deutlich weniger passiert ist, aber dieses Gua Sha Facial fühlt sich für mich viel mehr nach einer ganzheitlichen Behandlung an, die mein komplettes System angesprochen und einmal komplett resetted hat!

Ob ich euch dieses Gua Sha Facial nun weiterempfehlen möchte? Aber Hallo! Stellt euch aber bitte auf ordentlich viel Druck ein. Nicht dass am Ende noch eine*r heult und es heisst, ich hätte euch nicht gewarnt.

Mein Fazit: Eine überraschend ganzheitliche Angelegenheit, die sich sehr gezielt die relevanten Stellen vorknöpft und euer ganzes System nachhaltig beeinflusst. Macht das also gerne mal nach!

Happy Relaxation!

Jenny

Ich wurde von Rika eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Spas und Behandler, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich selbst dafür bezahlt habe oder eingeladen wurde. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.