Self Love Sunday – Ende des Projekts vs. Shoutouts und gut gemeinte Ratschläge

An alle, die sich jetzt wundern, warum hier und heute keine neue Self Love Sunday Folge online geht: Es gibt leider keine Teilnehmer*innen mehr. Ihr kennt das Spielchen ja und ich weiss nicht, wie oft ich euch über alle mir zur Verfügung stehenden Kanäle in der Vergangenheit bereits mit Shoutouts genervt habe – aber es ist, wie es ist: Es gibt aktuell niemanden mehr, der oder die seine oder ihre Geschichte mit uns teilt.

Ich weiss es sehr zu schätzen, dass so viele von euch den Benefit des Projekts erkennen und mir immer wieder dahingehend Ratschläge und Tipps mit auf den Weg geben, was zu tun ist, damit der ganze SPAss nicht alle paar Wochen vor dem Aus steht. Ich verstehe eure Intention, aber es ist nicht so, als hätte ich all’ diese Dinge zu Beginn des Self Love Sundays im Sommer 2017 in meiner überschwänglichen Euphorie nicht versucht.

Fakt ist allerdings: Größere Influencer, die das Thema Körperakzeptanz aktuell bespielen, weil es ganz gut funktioniert (und die vor 1-2 Jahren noch Fitnessprogramme und Ernährungspläne promoted haben) haben keinerlei Interesse daran, hier online zu gehen. Ich habe zumindest noch kein einziges Mal eine Rückmeldung auf eine meiner Nachrichten erhalten. Das könnt ihr natürlich nicht wissen und daher ist es auch vollkommen fein für mich, wenn ihr mich weiterhin unter den Posts bestimmter Influencer markiert, die prinzipiell zum Projekt passen. Bitte denkt aber nicht, dass ich in diese Richtung noch nie irgendwas versucht hätte, nur weil bisher noch keine reichweitenstarke “Body Positivity Aktivistin” Teil des Projekts ist!

Ich bin euch sehr dankbar für eure Bemühungen und diesen Support, fürchte allerdings, dass noch nie irgendein*e größere*r Influencer*in beim Self Love Sunday mitgemacht hat, weil es hier unter’m Strich dann eben doch nicht um Selbstdarstellung geht. Weil die einzelne Person nicht mehr im Fokus steht, sobald sie dieses Schild in ihren Händen hält und dadurch zum Teil eines größeren Ganzen wird – einem Projekt, das für radikale Körperakzeptanz einsteht.

Auch der Ratschlag, ich möge mich damit doch mal an größere Magazine wenden, führt natürlich nirgendwohin. Denn wenn “Frauenmagazine” eines ganz sicher nicht gebrauchen können, dann ist es die radikale Akzeptanz dessen, was ist. Wer soll denn dann noch die Abnehm-Pülverchen, Fitnessprogramme und Bauchweg-Unterhosen kaufen, über die diese ganzen Magazine sich finanzieren?

Der Self Love Sunday ist nicht sehr glamourös. Bei den Bildern handelt es sich meistens um Handyfotos mit Selbstauslöser, im Winter fehlt es an Licht und nicht selten steht im Hintergrund Zeug rum. Es gibt keine einheitliche Bildsprache, aber das macht ihn so echt. Alle reden von Authentizität (oft auch von “Authenzität”), aber wenn es sich dann am Ende wirklich um unbearbeitete Handyfotos ohne Filter handelt, die mit Selbstauslöser aufgenommen wurden, ist es für viele nicht mehr so weit her mit der Authentizität und die Herzchen werden dann doch lieber auf Instagram verteilt, wo Influencerin X sich perfekt ausgeleuchtet mit #selflove und #loveyourself inszeniert.

Ich hatte zur 100. Folge sowas wie einen Flashmob angedacht, der hier in Berlin stattfinden sollte. Irgendwo im Freien, möglichst viele Menschen möglichst vieler Körperformen auf einem Bild. Damit auch all’ diejenigen Teil des Projekts werden können, die nicht so gerne im Fokus stehen und/oder keine Geschichte erzählen können oder wollen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel es mir bedeuten würde, wenn wir das noch hinbekommen!

Falls das Projekt jetzt nach 90 Folgen zuende geht, werde ich aber auch versuchen, es loszulassen. Denn Festhalten ist ja selten eine gute Idee. Nichts desto trotz würde ich sehr gerne noch eine letzte gemeinsame Reanimation mit euch starten!

Was ihr ganz konkret tun könnt, damit es weitergeht:

1. Ihr wolltet schon immer mitmachen und dachtet bisher bei jedem Shoutout “Ja, ich muss mir das PDF mal ausdrucken und mich ransetzen”? Dann wäre GENAU JETZT der perfekte Zeitpunkt, um Nägel mit Köpfen zu machen!

2. Ihr kennt jemanden, dem oder der ihr die Teilnahme am Projekt zutraut? Dann leitet der betreffenden Person gerne diesen Link hier weiter, denn dort finden sich alle Infos zur Teilnahme.

3. Aber auch wenn eine Teilnahme für euch selbst nicht in Frage kommt und ihr niemanden kennt, dem ihr das zutraut, würde es sehr helfen, wenn ihr mein Shoutout auf einem Social Media Kanal eurer Wahl, liked, kommentiert oder teilt, damit es mehr Menschen (und somit auch mehr potentielle Teilnehmer*innen) erreicht.

Ich habe diesen Flashmob hart manifestiert und auch schon visualisiert, aber es liegt nicht in meiner alleinigen Macht, ob wir das hinbekommen oder nicht. Daher wäre ich euch für eure Unterstützung unendlich dankbar!

Ich danke euch von Herzen für euren unermüdlichen Support und das ganze umwerfende Feedback, das mich immer wieder zum Self Love Sunday erreicht. Selbst wenn es nicht mehr weitergehen sollte, haben wir ein Zeichen gesetzt und mehr Gutes bewirkt, als ihr euch vorstellen könnt.

DANKE.

Jenny