Self Love Sunday #90 – Malou

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich möchte mich heute erneut vor einer umwerfenden Frau verneigen, die den Self Love Sunday mit ihrer Spontanität und ihrer Geschichte eine Folge länger am Laufen hält. Vorhang auf für Malou:

„Hi, ich bin Malou, Allround-Künstlerin und Heilpraktikerin. Hab‘ zwei erwachsene Töchter.

Das Thema Aussehen und Körper beschäftigen mich schon immer. Ich habe viele Jahre damit zugebracht, gefallen zu wollen und es war mir immer wichtig, attraktiv und sexy zu sein. Ich zwängte mich in Korsagen, High-Heels und unbequeme Klamotten, nur um so zu sein, wie es gewünscht wurde.

Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich von diesem Blick von Außen auf mich distanziert hatte und es für mich wichtiger wurde, dass ich mich wohl fühle und dass sich mein Körper gesund und wohlig anfühlt, quasi von innen her.

Es gibt unzählige Situationen, an die ich mich erinnern kann, in denen mein Aussehen bewertet und beurteilt wurde, sowohl privat als auch als junge Schauspielerin. Einerseits habe ich viel Lob für mein Aussehen bezogen und mich auch sehr darüber definiert, andererseits war es aber auch nie gut genug.

Zu dick, zu klein, zu große Brüste, zu kleine Brüste, der Po zu flach, der Körper nicht definiert genug…es war weniger das Problem, dass ich mich nicht schön fand, als die Wichtigkeit, die dem Aussehen beigemessen wurde. Das nahm so viel Zeit und Raum in Anspruch – Make up, Kleidung, Präsentation. Wie kaschiere oder unterstreiche ich was…

Ich habe früh gelernt, mich als Objekt zu inszenieren und da ich sowieso benutzt wurde, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und manipuliert mit meinem Äußeren. Ich wurde sozusagen die Komplizin der Männer, die mich missbraucht haben und ich habe dabei versucht, möglichst gut abzuschneiden. Bis ich bemerkt habe, dass das nicht viel besser ist als vorher und dann habe ich, um aus diesem Drama rauszukommen, meine Po-langen Haare komplett abgeschnitten und bin mit Glatze rumgelaufen, habe alle sexy Klamotten weggegeben und eine Zeit lang nur flache Schuhe getragen, um nicht als Sexobjekt gesehen zu werden.

Das war ein Stück weit heilsam. So habe ich erfahren, wer ich sonst noch bin, wenn ich nicht attraktiv (für Männer) bin. Das ist mittlerweile alles sehr lange her und mir geht es gut mit mir und meinem Körper. Ich liebe ihn. Das einzige, womit ich immer noch Probleme habe, ist mein Alter zu sagen. Da kommt Schamgefühl hoch.

Drei Dinge, die ich an meinem Körper liebe…hm…meinen Mund, meine Brüste, meine Taille.

Ich bin sehr froh, dass junge Frauen heute insgesamt viel selbstbewusster sind und auch, dass sie sich viel mehr solidarisieren als wir früher. Frauen sind wunderschöne Wesen und es ist toll, wenn man mit Schminke und Klamotten spielen kann, wenn man will, aber nicht muss!“

Von Herzen Danke an Dich, liebe Malou, für das Teilen Deiner Geschichte und Deinen superspontanen Einsatz! Wollt auch ihr mitmachen beim Self Love Sunday und eure Geschichte teilen? Ich bin dringend auf weitere Freiwillige angewiesen, damit das Projekt weiterlaufen kann. Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahme.

Und eine Facebook Gruppe zum Projekt gibt’s auch.

Let’s spread some Self Love!