Self Love Sunday #83 – Vicky 2.0

Ich freue mich nicht nur riesig über neue Teilnehmer*innen in Sachen Self Love Sunday, sondern drücke auch genauso gerne auf „Veröffentlichen“ wenn mich Updates zu den bisher veröffentlichten Geschichten erreichen. So auch heute! Daher: Vorhang auf für Vicky:

„Hi! Ich bin die Vicky. Kaum zu glauben, dass meine Veröffentlichung zum Self Love Sunday erst ein gutes halbes Jahr zurück liegt, wenn ich auf meine Erfahrungen in dieser Zeit zurückblicke. Dennoch hätte ich nichts mehr geschrieben, wenn es mir nicht so ein großen Anliegen wäre, dass der Self Love Sunday weitergeht. Ich selber freue mich öfter sonntags beim Aufwachen schon auf eine neue Geschichte, die oftmals so beruhigend und inspirierend wirkt. Nach dem Motto: Ich bin nicht perfekt, die anderen sind nicht perfekt und was ist überhaupt dieses „perfekt“? Oder liebevoller ausgedrückt: Ich bin richtig und ich bin genug und die anderen auch.

Bei meinem letzten Text war ich gerade gut dabei, mich und meinen Körper anzunehmen. Ich hatte daneben den Wunsch, aus Liebe zu mir selbst abzunehmen, nicht aus Ablehnung. Nicht mit Verboten, sondern durch achtsamen Umgang mit meiner Seele und meinem Körper. Für mich widerspricht sich das nur bedingt. Klar wäre ich gerne schon so weit, dass die Optik meines Körpers keine Rolle spielt, aber diese resultierte nun mal aus meiner seelischen Verzweiflung, die ich nur mit Überessen auszuhalten schien und die dadurch sozusagen auch nachträglich für mich sichtbar war.

Jedenfalls konnte ich mich schon ganz gut annehmen, bis ich durch eine sehr heftige organische Erkrankung abnahm. Obwohl ich sehr dankbar bin und war, dass ich das weitestgehend überstanden habe, und noch einmal mehr hätte merken sollen, dass ganz andere Prioritäten als die Optik meines Körpers wichtig sind, war ich wieder unzufrieden. Einerseits hatte sich mein Körper verändert, weil ich auch einiges an Muskelmasse verloren hatte, andererseits hatte ich mein Ausgangsgewicht von vor den Essanfällen fast erreicht und meinte seitdem, da wieder hinkommen zu müssen.

Also nahm das Essen bzw. Nicht-Essen, einige Essanfälle, versuchte Kompensation durch Sport und Rückzug von sozialen Kontakten wieder einen Großteil meines Lebens ein. Obwohl ich doch das Leben hätte feiern sollen. Dazu haben mich die Reaktionen von Freundinnen verunsichert. Kurz nach meinem letzten Text habe ich mich ermutigt, zu meiner Geburtstagsfeier ein sehr figurbetontes Kleid zu tragen und habe mich damit zeitweise richtig toll gefühlt, bis eine eigentlich liebe Freundin ungefragt meinte, bei dem Kleid sehe man ja ALLES. Nach meiner organischen Erkrankung meinte eine andere ungefragt, man merke vor allem an meinem Bauch, dass ich abgenommen habe. Klar, bei der Interpretation lege ich meine negativen Erfahrungen hinein, das weiß ich, aber das hat mich eben noch mehr verunsichert.

Aaaaaber es kommen immer häufiger Gedanken, dass ich genug bin. Ich beginne mich mehr in figurbetonteren Outfits zu zeigen und weniger, mich in weiterer Kleidung zu verstecken. Ich schaue meinen Körper öfter bewusst im Spiegel an und kann dabei liebevoll und dankbar denken „Danke, dass ich hier sein darf“ und an meinen Körper gerichtet „Du bist doch voll ok“. Für mich sind das Riesenschritte und ich bin erleichtert, wie gut ich mich schon selber lieben kann. Und das ist auch meine wichtigste Erkenntnis, die ich gerne mit euch teilen mag. Meine Selbstliebe ist gewachsen und sie wird weiter wachsen. Das möchte ich ganz fest in meinem Kopf speichern, weil es mein Selbstvertrauen stärkt.

So, nun noch die drei Dinge, die ich an meinem Körper liebe: Meine Arme (wie im letzten Text), meine Beine und mein Gesicht.“

Von Herzen Danke für dieses Update, liebe Vicky! Ich finde die Updates sehr wertvoll, weil sie sehr gut aufzeigen, dass wir alle (und zwar auch alle, die bisher Teil des Projekts waren) dem Druck im Außen ausgesetzt sind und dass wir alle immer mal wieder taumeln oder struggeln. Das ist ganz normal und Teil des Prozesses. Lasst uns ein bisschen weniger hart im Umgang mit uns selbst sein und auch die kleinen Schritte gebührend feiern! Es gibt nicht die Gruppe derer, die es bereits geschafft hat und die hier Sonntag für Sonntag online geht und die Gruppe derer, die es noch nicht geschafft hat und nicht mutig dafür genug ist. Wir sind alle gleich gut, wir sind alle gleich wertvoll und wir sind alle auf dem Weg.

Wollt auch ihr mitmachen beim Self Love Sunday und eure Geschichte teilen? Ich bin dringend auf weitere Freiwillige angewiesen, damit das Projekt weiterlaufen kann. Hier findet ihr alle Infos zur Teilnahme.

Und eine Facebook Gruppe zum Projekt gibt’s auch.

Let’s spread some Self Love!