Self Love Sunday #71 – Schareska

Ich freue mich über alle Maßen, dass Schareska aka die Lady hinter der Naturkosmetik Brand Amo Como Soy heute das Self Love Sunday Schild hochhält und ihre Geschichte mit uns teilt, denn ich möchte wetten, dass keine andere Marke inhaltlich besser zum Self Love Sunday passt, aber lest einfach selbst:

„Hola, ich bin Schareska, geboren in Venezuela und 43 Jahre alt.

Aus Venezuela kommen weltweit die meisten „Miss Universe“. Damit könnt ihr euch vorstellen, was für einen Stellenwert der Körper bei uns hat.

Als ich vom Self Love Sunday erfahren habe, fand ich vor allem die Geschichten dahinter großartig. Allerdings dachte ich mir – das ist nichts für mich, mich im Badeanzug zu zeigen. Als Jenny dann in den letzten Wochen mehrfach postete, dass es bis jetzt kaum Teilnehmer*innen für das Projekt gibt, habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen. Denn ich fände es wichtig, wenn der Self Love Sunday weiter besteht.

Offen gestanden war es mir zunächst etwas unangenehm, mich hier im Bikini zu zeigen. Auch wenn mir bewusst ist, dass es hier um sehr persönliche Geschichten und Body Shaming geht. Doch dann fand ich es spannend herauszufinden, warum es so gar nicht für mich in Frage kam. Was war mein eigentliches Problem? Ich beschloss, diesen Bericht zu nutzen, um mir darüber klar zu werden.

Durch meine Naturkosmetik Marke beschäftige ich mich sehr viel mit Schönheit – sowohl innerlich, wie äußerlich. Daher war für mich der Fokus ausschließlich auf den Körper eher ungewohnt. Dabei bedeutet der Name meiner Marke auf deutsch “Ich liebe mich, so wie ich bin”. Ich verstehe das ganzheitlich und es bezieht sich auf alles an mir, also auch auf meinen Körper. Wie war nun meine Beziehung zu meinem Körper im Laufe meines Lebens und wie stehe ich heute dazu?

Obwohl ich in meiner Schulzeit normal bis schlank war, war ich nicht vollkommen zufrieden mit meinem Aussehen. Als Frau mit kleinen Brüsten wünschte ich mir damals größere Brüste. Trotzdem kam für mich eine Brust OP nie in Frage, obwohl das in Venezuela ziemlich normal ist. Meine größte Unzufriedenheit mit meinem Körper begann erst nach meinen Schwangerschaften.

Nach der Geburt meines ersten Kindes hatte ich nicht genug Milch, um es zu stillen. Deshalb habe ich vieles gegessen, was die Milchproduktion anregen sollte. Das meiste hatte aber den Nachteil, dass es ziemlich dick machte. Natürlich war auch Frustessen dabei. Als frischgebackene Mutter ohne ausreichende Milchproduktion für das Baby und dem Druck wohlmeinender Menschen zu diesem Thema, war es für mich alles andere als leicht. Ich musste erstmal lernen, das zu akzeptieren.

Nach drei Monaten war das mit der Milch nicht besser, dafür hatte ich viele Kilos mehr drauf. Ich wurde ziemlich schnell erneut schwanger und nahm noch mehr zu. Das war für meinen Körper schwer. Ich hatte ziemliche Schmerzen im Rücken und in den Knien. Nach der Geburt meiner Tochter hatte ich immer noch 15 Kilos mehr und die Schmerzen waren auch noch da. Mein Körper konnte sich der schnellen Gewichtszunahme einfach nicht anpassen.  In dieser Zeit fühlte ich mich extrem unwohl in meinem Körper. Das war auch für jeden sichtbar und natürlich sprachen mich viele darauf an.

Vor allem die Schmerzen waren ein großes Problem für mich. Außerdem musste ich mich erst noch in meine neue Rolle als Mutter hineinfinden. Das alles wirkte sich körperlich aus. Ich erkannte, dass es darum ging, meinen Körper, so wie er war, zu akzeptieren. Ich wollte mehr für mich tun. Ich achtete mehr auf mich, auf meine Ernährung und nahm mir Zeit für Sport – was ich immer geliebt hatte. Schließlich stellte ich meine Ernährung um. Zum Glück zog mein Mann mit, so dass es leichter für mich war. Ich lernte viel über ausgewogenes Essen, was ich bis heute sehr schätze. So konnte ich mehr als 10 Kilo abnehmen, was meinem Körper sehr gut getan hat.

Ja, jetzt überlege ich, ob ich das hier im Self Love Sunday schreiben kann/darf, weil ich mich doch erst nach dem Abnehmen wohler in meinem Körper gefühlt habe. Aber es ging ja nicht allein um mein Äußeres, ich hatte gesundheitliche Probleme, Schmerzen. Deshalb war der Gewichtsverlust für mich persönlich der richtige Weg. Es ging für mich darum, meinen Körper erst einmal so zu akzeptieren wie er war.

Heute wiege ich auch wieder etwas mehr, was für mich total in Ordnung ist. Ich fühle mich gut. Ich esse ausgewogen und spiele Tennis, weil es mir einfach sehr viel Spaß macht und nicht, um abzunehmen. Mir ist jetzt wichtiger, mich beweglich und wohl in meinem Körper zu fühlen. Mein Körper soll mich in meinem Leben unterstützen. Er gibt mir Energie, die Beweglichkeit, die ich brauche, um die Dinge zu tun, die ich in meinem Leben tun möchte.

Was mir heute definitiv in der Beziehung zu meinem Körper hilft, ist die Gelassenheit des Älterwerdens. Mit Anfang 40 bin ich aufgrund von Lebenserfahrung viel entspannter und mir sind jetzt andere Dinge wichtiger. Ich orientiere mich mehr an meinem Inneren, meiner Lebenszufriedenheit, an guten Beziehungen. Wie wir aussehen steht zwar beim ersten Kennenlernen im Vordergrund, aber was im Gedächtnis bleibt ist, wie wir zueinander sind. Und das zählt heute für mich. Ich gebe zu, es war nicht immer so.

Zunächst beschäftigte mich auch das für andere sichtbare Foto von mir im Bikini. Nachdem ich es mir liebevoll angeschaut hatte, habe ich gemerkt, dass es mir gut gefällt. Das hat mir noch einmal vor Augen geführt, wie wichtig es ist, wie wir uns selbst sehen – ob eher liebevoll oder nicht. Das war die Magie dieses Berichts für mich. Bewusster gegenüber meinem Körper zu sein und dankbar für die Gelassenheit des Älterwerdens. Ich liebe speziell mein Dekollete, meine kleinen Brüste und meinen ganzen Körper so wie er ist, denn er hat mir geholfen, mein größtes Lebensglück in die Welt zu bringen – meine Kinder. Und er ermöglicht mir jeden Tag, das Leben zu führen, das ich liebe.

Die Auseinandersetzung damit war es wert. Danke, Jenny für diese wundervolle Möglichkeit und an alle Frauen und Männer von Self Love Sunday.“

Was für eine wundervolle Geschichte. Von Herzen Danke an Dich, liebe Schareska. Und vielleicht schon mal ein kleiner Teaser an dieser Stelle: Ich nutze gerade die Amo Como Soy Produkte und bin so verknallt, dass es auch dazu selbstverständlich noch einen eigenen Artikel geben wird. Stay tuned!

Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang!

Und hier findet ihr die Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!