Self Love Sunday #70 – Kendra

Liebe Leute, der heutige Beitrag zum Self Love Sunday sollte die gesunden Menschen unter uns, die unentwegt schlecht über ihren eigenen Körper denken und reden, einmal gehörig durchschütteln. Können wir vielleicht einfach alle mal wieder klarkommen und uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben fokussieren?

Denn während ich nach meinem letzten Shoutout erneut Nachrichten à la „ich würde ja gerne mitmachen, aber ich hasse meinen Körper“ bekam, macht Kendra einfach mal eben einen Beitrag während der Chemotherapie fertig! Können wir uns alle vielleicht an Menschen wie Kendra ein Vorbild nehmen und aufhören, uns unentwegt mit dieser toxischen Scheisse auf Instagram, in Magazinen & Co. selbst nieder- und klein zu machen?

Ich bin unendlich dankbar, Kendra hier und heute den rosa Teppich ausrollen zu dürfen:

„Hey ihr Lieben, ich bin Kendra. Ich bin 37 Jahre alt und zweifache Mama von Leni (6) und Philip (11) und sehr glücklich verheiratet.

In meiner Kindheit bekam ich schon mit 6 eine Brille und wurde eigentlich die ganze Schulzeit über gehänselt. Wegen meiner Brille und weil ich schon immer anders war als die anderen. Ich habe mir immer eine beste Freundin gewünscht und wurde dennoch oft enttäuscht. Das hat wirklich weh getan und ich habe da lange dran zu knabbern gehabt – eigentlich bis vor ein paar Monaten. Ich war und bin immer ein Mensch, der so viel gibt, aber es nicht zurück bekam.

Ich habe auch erst mit 15 meinen ersten Freund gehabt. Meine Entwicklung zur Frau ging eben erst später los. Ich war immer sehr ruhig, schüchtern und habe mich nie richtig getraut, meine eigene Meinung zu sagen.

Meine Mama ist 1999 an Brustkrebs gestorben, da war ich 18 Jahre alt. Sie war immer für mich da. Dann folgte ein sehr schweres Jahr für mich.

2000 änderte sich mein Leben und ich habe mich verliebt und den tollsten Menschen auf der ganzen Welt kennen gelernt: Dennis, die Liebe meines Lebens. Seitdem sind wir zusammen. 18 Jahre und 11 davon glücklich verheiratet.

Genau vor einem Jahr begann ich mich selber für Persönlichkeitsentwicklung und Dankbarkeit zu interessieren, durch meinen Job im Network. Ich fing an, Bücher zu lesen und Hörbücher zu hören. Endlich fing ich an, mich selber mehr zu akzeptieren, auch endlich mal meine Meinung zu äußern Fremden gegenüber.

Dieses Jahr im Juni hat sich alles geändert. Ich bekam die Diagnose Brustkrebs und es ging alles sehr schnell. Ohne viel Zeit zu verlieren gingen die Chemotherapien los. Genau zu dieser Zeit begann ich mich durch meine liebe Freundin und Seelenbegleiterin für spirituelle Dinge zu interessieren. Ich ging den Weg mit ihr zusammen und lernte, meinen Krebs liebevoll anzunehmen und ihn nicht als was Böses zu sehen.

Ich begann mit Yoga und Meditation und tiefer Dankbarkeit. Ich habe durch die Chemos sehr schnell meine Haare verloren und als ich dann mit einer Glatze vor dem Spiegel stand und mich ansah, war es wie ein Film. Ich habe dort eine Frau gesehen, mit großen, braunen Augen und keinen Haaren. Ich habe mich verliebt, wie wunderschön ich doch bin. Dieser Ausdruck, den ich zuvor nie gesehen habe.

Von dem Tag an habe ich mich selber geliebt und mich in der Öffentlichkeit ohne Haare gezeigt. Auch jetzt, wo ich kaum noch Wimpern und Augenbrauen habe, zeige ich mich oft ungeschminkt so wie ich bin. Jeden Tag beginne ich mit Meditieren und Dankbarkeit. Ich erfreue mich an den kleinen Dingen der Welt und ich liebe mein Leben.

Was ich an mir liebe? Ich liebe alles an mir – jede kleine Narbe, jede Falte, jede Körperstelle und am liebsten meine Augen. 🙏❤

Was möchte ich Dir mitgeben? Sei gut zu Dir selbst, stehe mit einem Lächeln auf und freue Dich auf jeden einzelnen Tag. Genieß‘ Dein Leben, liebe Dich selbst wie kein anderer, denn Du bist ein Wunder, ein Geschenk. Du bist der wichtigste Mensch auf der Welt.“

Von Herzen Danke an Dich, liebe Kendra für diesen unfassbar wichtigen Beitrag zum Projekt! Und an alle anderen: Ihr findet Kendra auch auf YouTube und Instagram und falls ihr selbst an Krebs erkrankt seid, könnte Kendras Facebook Gruppe ebenfalls interessant für euch sein.

Nie zuvor fand ich den ganzen Zirkus rund um dieses beschissen-beliebige Schönheitsideal absurder als in der vergangenen Woche. Ich nehme es niemandem von euch übel, wenn ihr mir Kommentare oder Nachrichten schickt, in denen ihr mir mitteilt, dass ihr das Projekt zwar super findet, euren Körper aber leider hasst. Aber auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Können wir uns Kendras Text durchlesen und vielleicht alle mal wieder klarkommen?

Danke.

Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang!

Und hier findet ihr die Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!