Kleine, geile Yogastudios in Berlin: Yoga Delta in Mitte

Anfang des Jahres habe ich euch die Vorstellung eines kleinen, geilen Yogastudios pro Monat versprochen. Jetzt haben wir November und ich hab‘ 5 Studio Checks geschafft. Man könnte sagen, ich hab’s verkackt, aber das heutige Update über meine Kundalini Yogaklasse im Yoga Delta dürfte alle, die sich auf viele Studio Empfehlungen gefreut haben, wieder besänftigen.

Ich war schon zweimal im Yoga Delta – das erste Mal vor fast 6 Jahren (damals war die Bildqualität noch nicht so…äääh…wichtig) und dann noch ein weiteres Mal zur Mantrenmeditation im September 2014. Auch wenn beide Besuche schon eine gefühlte Ewigkeit zurückliegen, war mir von Anfang an klar, dass das Yoga Delta auf der Liste der Kleinen, geilen Yogastudios auf keinen Fall fehlen darf.

Da das Studio in Mitte zwischenzeitlich von der Anklamer Straße in die Christinenstraße umgezogen ist und ich mich an meine erste (und bis dato einzige) Kundalini Yogaklasse im Jahr 2013 gar nicht mehr wirklich erinnern kann, hat es sich angefühlt, als würde ich ein mir gänzlich unbekanntes Studio besuchen, als ich mich vor genau einer Woche auf den Weg gemacht habe, um zum zweiten Mal in meinem Leben Kundalini Yoga zu praktizieren.

Dass ich in der 90 Minuten Klasse von Sohan gelandet bin, ist mehr oder weniger Zufall und meinem knackig vollen Terminkalender geschuldet, da Sohan aber auch die Gründerin des Yoga Delta ist, freue ich mich sehr, auch mal die Person „offline“ kennenzulernen, mit der ich in der Vergangenheit schon die ein oder andere Email ausgetauscht habe.

Die Bilder auf der Website des Mitte-Studios sind noch aus der Anklamer Straße, es wird aber bald Fotos des neuen Studios geben, die ich dann auch nachträglich in diesen Artikel hier reineditieren werde. Stellt euch das „neue“ Yoga Delta wie ein eigenständiges Häuschen in einem Berliner Hinterhof vor, in dem sich auf 3 Etagen 3 Yogaräume verteilen.

Nach meiner Ankunft melde ich mich im Erdgeschoss an und erfahre dann, dass die Kundalini Klasse im obersten Stock stattfinden wird und dass ich mir auf dem Weg nach oben eine Matte und alles, was ich so an Zubehör brauche, mitnehmen kann. Ganz oben angekommen gibt es dann eine eigens zum Raum gehörende Umkleide sowie eine eigene Toilette, die ebenfalls nur zu diesem Raum gehört.

Ich schlüpfe in meine Yogaklamotten und atme einmal tief durch. Kundalini Yoga also. Ich möchte an dieser Stelle nochmal anmerken, dass ich keine Ahnung von Kundalini Yoga habe und mich ein bisschen fühle wie jemand, der zum ersten Mal eine Yogaklasse besucht. Ich bin auf Hecheln und Hüpfen eingestellt, als der Raum sich nach und nach füllt. Aber dann betritt Sohan die Szenerie, lässt sich auf der Matte vor dem Gong nieder und erzählt ein bisschen was zur heutigen Stunde.

Es wird in den kommenden 90 Minuten darum gehen, wie wir „gemeint sind“. Um unseren wahrhaftigen Kern. Und darum, dass wir nicht selten im Außen provozieren, wenn wir unsere Wahrheit leben. Ich könnte mich nicht ertappter und angesprochener fühlen. Wer hier aufmerksam mitliest, weiss ja, was für einen Artikel ich letzte Woche veröffentlicht habe. Ich sitze also nicht zufällig auf dieser Matte, verwerfe jeden Gedanken an Hecheln und Hüpfen und spitze meine Öhrchen, um Sohans Ausführungen zu lauschen. Sie sagt, dass wir es hier und heute nicht mit einer klassischen Kundalini Yoga Stunde zu tun haben, aber an diesem Punkt ist mir das schon alles ziemlich egal.

Ich als Newbie bekomme einen Ausdruck mit den Mantren, die gesungen werden, als es dann so richtig losgeht. Wir singen. Wir verharren in Asanas, und zwar so lange bis alles zittert. Wir schütteln, was das Zeug hält. Wir tanzen und meditieren. Und was ich jetzt hier in wenigen Worten so knackig zusammenfasse, sorgt dafür, dass ich mir selbst immer näher komme. Mich selbst weniger falsch fühle, weil ich gelegentlich im Außen provoziere. Weil ich irgendwie anders. Weil ich häufig anecke.

Ich kann euch nicht sagen, ob es an Sohans Art liegt, mit der sie uns durch diese Stunde begleitet – so leicht und fluffig und trotzdem so bestimmt und mit Nachdruck – aber ich komme bei mir an. Das klingt ziemlich abgedroschen, aber es ist genau das, was ich nach 90 Minuten fühle.

Es ging hier nicht um Selbstdarstellung und ihr braucht hier kein hippes Yoga Outfit. Was ihr stattdessen mitbringen solltet, ist Mut, um euch selbst zu begegnen. Und auch, wenn das jetzt alles vielleicht ein bisschen abstrakt klingt, kann ich euch eines versichern: Ganz egal, ob das jetzt klassisches Kundalini Yoga war oder nicht – es war nicht meine letzte Kundalini Klasse und die nächste wird definitiv nicht 6 Jahre auf sich warten lassen.

Es war ernsthaft umwerfend. Ich habe mich selten in einer Yogaklasse so abgeholt gefühlt. Wenn ihr ein helles und warmes Studio ohne viel Schnickschnack sucht, in dem ihr euch selbst näher kommen könnt, solltet ihr mal bei einer von Sohans Klassen vorbeischauen.

Wärmste Empfehlung von mir an euch!

Jenny

Ich wurde vom Yoga Delta eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich empfehle euch hier nur Studios, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich selbst dafür bezahlt habe oder eingeladen wurde. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.