Self Love Sunday #69 – Steffen

Freunde der Körperakzeptanz, heute teilt mal wieder ein Mann seine Geschichte mit uns. Ich freu‘ mich riesig! Steffen redet nicht lange um den heißen Brei, sondern bringt seine Message knackig auf den Punkt. Aber lest einfach selbst:

„Ich bin Steffen und 31 Jahre alt.

Meine Phase, in der ich mit meinem Körper nicht zufrieden war, habe ich rückblickend wohl während meiner Pubertät erlebt. Wobei ich mir in dieser Zeit keine großen Gedanken gemacht habe, wo die Unzufriedenheit herkommt. Es war ein Druck, anderen zu gefallen, vor allem den Frauen. Angepasst zu sein – ob Kleidung, Interessen oder Aussehen. Das meiste an mir auszusetzen hatte ich an meinem Gesicht. Speziell Kinn und Nase.

Da ich schon in jüngeren Jahren einen sehr ausgeprägten Kiefer hatte, gefiel mir die Seitenansicht mit großer, spitzer Nase und dem langem Kinn einfach nicht. Vergleiche mit einem Schumi-Kinn hielten sich in Grenzen, aber waren da. Dazu kam auch noch ein Gespräch bei einem Kieferorthopäden, in dem er zu meiner Mama sagte: „Wenn das Kieferwachstum so weitergeht, müsse man über eine OP nachdenken. Den Kiefer brechen und kürzen, damit es keinen Unterbiss gibt.“

Dass sich die Situation nicht zu einem dauerhaften Problem ausgebildet hat, liegt wohl an einem soliden Freundeskreis und daran, dass ich mit 16 Jahren ein halbwegs eigenständiges Leben führte, bei dem ich selbständiger und selbstbewusster wurde. Auch durch viele Rucksack Reisen, bei denen ich für mich gelernt habe, dass ich auch zufrieden bin, wenn ich viele Tage keinen Spiegel sehe und meine Kleider öfters etwas müffeln. Ich habe viele tolle Tage erlebt, an denen Bilder von mir entstanden sind, die ich nur mit Abneigung anschauen kann, da sie mein Gesicht von der Seite zeigen. Da ich aber gerade an diesen Tagen wahnsinnige Freude hatte, tolle Menschen kennengelernt habe und nur positive Erinnerungen daran habe, zeigt es mir doch sehr deutlich, dass ich bekommen kann, was mich glücklich macht – einfach so wie ich bin.

Heute liebe ich meinem Körper. Ich brauche viel Sport in meinem Leben und arbeite dabei mehr an meiner körperlichen Flexibilität als an Muskelaufbau oder schnelleren Laufzeiten. Zwei der drei Körperteile, die ich besonders mag, sind mein linkes und mein rechtes Bein. Sie tragen mich seit ich Laufen kann durch mein Leben und ich genieße es, auf ihnen zu stehen. Als drittes würde ich meine Augen nennen, da ich sie als positiven Punkt in meinem Gesicht sehe. Ich bin sehr dankbar geworden, mit mir zufrieden zu sein, da der Druck durch Social Media Kanäle enorm geworden ist.

P.S. Bilder mit seitlichem Profil werden nach wie vor bevorzugt gelöscht.“

Von Herzen Danke an Dich, lieber Steffen! Ich bin mir sicher, auch heute werden sich viele Menschen beim Lesen in der Geschichte wiederfinden. Wie oft haben wir den Fokus auf Kleinigkeiten gerichtet, die keinem im Außen auffallen? Lasst uns heute doch alle mal darüber nachdenken, ob es nicht Sinn machen würde, diesen Fokus neu zu justieren.

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Und hier findet ihr die Facebook Gruppe zum Projekt.

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