Self Love Sunday #68 – Christina

Heute sorgt Christina ziemlich spontan dafür, dass der Self Love Sunday stattfindet. Ich bin unendlich dankbar für so viel Einsatz direkt aus Bali, möchte aber gleich an dieser Stelle bereits einwerfen: Ich suche GANZ DRINGEND weitere Teilnehmer*innen, damit auch am kommenden Sonntag eine Geschichte online gehen kann! Alle Infos zur Teilnahme findet ihr, wenn ihr ganz nach unten scrollt. Aber jetzt Vorhang auf für Christina:

„Hallo, ich bin Christina und 34 Jahre alt.

Ich und mein Körper? Ja, das ist eine durchaus anstrengende Beziehung. Vor allem, weil ich mich gerade in einer Phase befinde, wo das Thema Selbstliebe nicht in dem Maße vorhanden ist, wie es eigentlich sein sollte. Und ich bin total beeindruckt von den ganzen Geschichten, die ihr hier schon geteilt habt.

Ich war zwar als Kind nie dick, sondern eher „normal“ bis schlank würde ich sagen. Allerdings kam ich schon früh in die Pubertät und wurde deshalb vor allem in der Schule für meine – im Vergleich zu meinen Altersgenossinnen – großen Brüste gehänselt. Mein Spitzname war „Atombusen“, Ich kann mich noch erinnern, dass Kinder aus der Parallelklasse mir einen „Entschuldigungszettel“ ausfüllten mit der Begründung „Brustvergrößerung“. Damals fand ich das alles ganz furchtbar. Spätestens als ich erwachsen war, war mir klar, dass ich mit Körbchengröße 75C nun wirklich nicht „außergewöhnlich“ bin.

Außerdem wurde ich wegen meiner blassen Hautfarbe gehänselt. Ich hatte als Kind Sonnenallergie und konnte allein deshalb nicht oft in die Sonne. Wenn ich dann mal im Schwimmbad war, wurde ich oft geärgert, weil ich so „käsig“ war. Braun gebrannt war damals das große Schönheitsideal. Am Ende hat das dazu geführt, dass ich jahrelang gar nicht mehr im Schwimmbad war, meinen ersten Bikini habe ich mir dieses Jahr zu meinem 34. Geburtstag gekauft. Mittlerweile finde ich meine Hautfarbe gut so, wie sie ist.

Sonst habe ich mir lange um mein Gewicht und den Körper nicht mehr so viele Gedanken gemacht, auch wenn mein (bald Ex-)Mann mich immer wieder gepiesackt hat, dass ich zu dick wäre und doch mehr Sport machen sollte. Zwischendurch hatte ich auch mal eine Phase, wo ich neben meinem Hobby „Fußball“ auch regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen bin und dann auch mal ein bisschen „trainierter“ war. Aber da ich auch sehr gerne koche und esse, war der Effekt schnell wieder weg. Wobei auch dabei von außen betrachtet keiner gesagt hätte, dass ich wirklich übergewichtig bin.

Richtig schlimm wurde es erst, als sich mein Mann vor rund einem Jahr von mir getrennt hat und dann eben auch solche Sätze fielen, dass ich mich „gehen lassen habe“ und das auch ein Grund für die Trennung gewesen sei. Ich konnte dann direkt nach der Trennung (nach 16 Jahren Beziehung und 5 Jahren Ehe) erstmal gar nichts mehr essen, habe dann rund 10 Kilo in wenigen Wochen abgenommen. Zeitweise hatte ich nur noch 48 Kilo. Ich fand das selbst irgendwie gruselig, hatte aber auch Angst, wieder „zu viel“ zu wiegen.

Seitdem habe ich angefangen, viel Sport zu machen. Oft weiß ich gar nicht genau, ob ich das wirklich für mich mache oder einfach nur, um meinem Ex zu beweisen, dass ich es auch schaffen kann, dünn und sportlich auszusehen. Von Freunden und Arbeitskollegen kriege ich eher gesagt, dass ich mal wieder ein paar Kilo zunehmen soll, aber selbst habe ich innerlich eher Angst, dass ich wieder zu viel ungesunde Sachen esse und zu wenig Sport mache.

Es ist wirklich krass, wie sehr die Meinung von einer einzigen Person einen selbst beeinflussen kann und das Selbstbild bestimmt. Auch wenn mir hundert Leute sagen, dass es Quatsch ist, was mein Ex gesagt hat, denke ich im Innern doch leider noch zu oft, dass er doch Recht hat und ich mich mehr disziplinieren muss. Ich weiß aber, dass diese Abhängigkeit falsch ist und dass ich für mich herausfinden muss, was mein persönlicher „Wohlfühlkörper“ ist.

Deshalb arbeite ich aktuell besonders an dem Thema „Selbstliebe“ und vor allem daran, herauszufinden, was mir wirklich gut tut und gefällt.

Was mir schon immer an mir gefallen hat, sind meine Augen und besonders auch meine langen Wimpern, auf die ich bei jedem Make-Up-Termin angesprochen werde. Außerdem mag ich mittlerweile meine Brüste, auch wenn sie durch die krasse Gewichtsabnahme letztes Jahr ein bisschen kleiner geworden sind. Und meine Haare finde ich auch schön – vor allem die Naturlocken –  und bin gerade dabei, wieder zurück zu meinem „naturblond“ zu kommen.“

Von Herzen DANKE an Dich, liebe Christina! Letzte Woche Sri Lanka und heute Bali. Leidet eigentlich noch jemand unter Fernweh? Naja, egal – denn: Ich suche ganz dringend weitere Teilnehmer*innen!

Wollt auch ihr mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang!

Und hier findet ihr die Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!