Self Love Sunday #64 – Carina

Liebe Leute, ich bin überglücklich, dass es (erstmal) weitergeht mit dem Self Love Sunday und dass mein Shoutout Carina erreicht hat. Und zusätzlich zu ihrer Geschichte, die sie heute mit uns teilt, gibt es noch eine Love Story on top. Also: LESEN!

„Mein Name ist Carina Bianco-Maselli, ich bin am 15.9.1987 in Frankfurt am Main geboren. Ich bin die Älteste von fünf Geschwistern. In meinen noch nicht so zahlreichen Lebensjahren habe ich bereits einiges erlebt. Dinge, die mir sehr viel Erfahrung geschenkt haben, aber auch das Verständnis für viele Menschen. Deswegen möchte ich den Menschen mitteilen: Egal, was Dir widerfährt: Du hast immer die Wahl, Dein Leben neu zu bestimmen und Dir wird die Kraft geschickt, um wieder aufzustehen.

Schon in der frühen Kindheit erlitt ich sexuellen Missbrauch, was sich später im Teenageralter nochmals wiederholte. Ich durchlebte einige Essstörungen. Adipositas, Anorexie und eine schwere bulimische Erkrankung. Hinzu kam noch starker Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum und Selbstzerstümmlung. Ich habe mich gehasst und wollte mich in Luft auflösen. Ich stand sozusagen zwischen Leben und Tod. Ich habe mich dennoch für mein Leben entschieden und habe begonnen, an mir selbst zu arbeiten. Heute habe ich verstanden, was der Selbsthass in mir war – es war ein Ersatz für die Liebe.

Mit 19 Jahren stellte ich mir die Frage: Was ist eigentlich der Sinn meines Lebens? Warum bin ich
hier auf dieser Erde? Ich spürte, dass ich eine wichtige Aufgabe hier auf dieser Erde zu erfüllen habe. Trotz, oder gerade weil mir so viel widerfahren ist, war ich immer beschützt.

In meiner Lehrzeit bekam ich von der Berufsschule ein Angebot, für ein Jahr nach Frankreich
„auszuwandern“ – für ein Austauschprogramm. Da meine Eltern mich finanziell nicht unterstützen konnten, war meine erste Frage ob meine Eltern dafür irgendwie aufkommen mussten. Da dies nicht der Fall war und ich dort mein eigenes Geld verdienen würde, packte ich meine Sachen. Ziel war es, für ein Jahr nach Frankreich, in die Normandie zu gehen. Ich kannte leider die Sprache nicht und wusste nicht, was mich dort erwartet. Aber ich nahm all meinen Mut zusammen, denn ich wollte einfach nur noch weg und meine negative Vergangenheit hinter mir lassen.

Eine Woche vor meiner Abreise kam ich das erste Mal mit Liebe in Berührung. Dieses Gefühl werde
ich mein Leben lang niemals vergessen. Dieses Gefühl, wie es durch jede meiner Zellen hindurch
fließt. So schön, aber gleichzeitig auch so fremd. Wie es dazu kam? Ich begegnete meinem jetzigen Mann Markus. Vor 10 Jahren habe ich noch nicht an die Liebe auf den ersten Blick geglaubt, aber das Leben hat mich was anderes gelehrt. Es war ein magisches Gefühl von ewiger Geborgenheit und Wärme.

In der Nacht, als ich wegfahren wollte, haben wir uns das erste Mal geküsst und er sagte in diesem Augenblick: „Carina, ich warte auf Dich. Egal, wohin du gehst. Ich warte.“ Diese Begegnung mit Markus und das Jahr in der Normandie hat mir so viel Liebe und Kraft geschenkt, um immer weiter zu machen. Markus und ich haben im selben Jahr, als ich für eine Woche in Deutschland zu Besuch war, geheiratet und sind seitdem glücklich und haben zwei wundervolle Kinder. Die Kraft der Liebe kann alles heilen, jede Wunde und jeden Schmerz – davon bin ich überzeugt.

Ein Kompliment, welches ich nie vergessen werde, bekam ich während meiner Arbeit in der Normandie, mitten auf dem Land in einem kleinen Friseursalon. Eines Tages kam ein sehr alter Mann in den Salon und ich habe ihm die Haare geschnitten. Dieser Mann, der den zweiten Weltkrieg miterlebt hatte, sagte zu mir: „Carina, ich ziehe meinen Hut vor Dir, dass du als deutsches Mädchen ganz alleine in ein Land gehst, was so eine schwere Geschichte mit sich trägt. Dafür braucht man sehr viel Mut. Ich bewundere diesen Mut und ich weiß, Du kannst für die damalige Situation nichts. Es war unser aller Schicksal. Ich finde es toll, dass du hier in Frankreich bist.“

Diese Worte haben mich sehr berührt und sind, wie alle Begegnungen mit Menschen, ein großes
Geschenk. Diese Begegnungen, die ich durch meinen gelernten Beruf als Friseurmeisterin sehr wert zu schätzen gelernt habe. Diese Momente, in denen Menschen beginnen, ihr Herz zu öffnen und es mit dir teilen. Ich habe mich in den letzten Jahren umgehend mit Psychologie befasst und bemerkt, wie sehr die eigene Ursprungsfamilie uns prägt oder auch unterbewusst immer begleitet. Ich selbst habe immer versucht, in meiner Ursprungsfamilie auszugleichen. Ich wollte Harmonie in der Familie, klare Strukturen, Ordnung und Sauberkeit. Das ist mir allerdings nicht gelungen, ich bin daran nahezu kaputt gegangen.

Das Jahr in Frankreich hat mir die initiale Kraft gegeben, weiter zu machen, mich mit den Menschen, aber auch mit mir selbst im tiefsten Inneren zu arbeiten. Ich habe mich mit dem Sinn des Lebens / meines Lebens und den möglichen Ursachen für viele Krankheiten in unserer Gesellschaft beschäftigt. Auch unter der Annahme, dass für viele Krankheiten an erster Stelle ein Mangel an Liebe ausschlaggebend ist. Ich habe dann begonnen, an mir selbst verschiedene „Experimente“ durchzuführen.

Ich habe an mir, an meinem Körper, aber auch in der Seele gespürt, dass wir keinen Punkt auslassen dürfen. Wir sollten alle Punkte in uns anschauen und uns fragen: Welch‘ eine Verbindung habe ich zu der Liebe? Wie fühle ich mich im Inneren? Wie fühlt sich mein Körper an? Welche Gedanken denke ich? Welche Nahrungsmittel nehme ich zu mir?

Ich habe bemerkt, dass die Bereiche „LIEBE – KÖRPER – GEIST – SEELE – ERNÄHRUNG“ eine Art
Kreislauf darstellen. Habe ich beispielsweise einen Mangel an Liebe oder eine Blockade, durch die die Liebe nicht fließt, bekomme ich über meine Seele Signale. Wenn ich die Signale meiner Seele (z.B. einen tiefen Schmerz) ignoriere, äußert dieser sich früher oder später in meinem Körper. Der Körper beginnt zu schmerzen oder ich fühle mich schwer und krank. Der Körper sendet seines Zeichens wiederum ein Signal an unseren Geist, unseren Verstand. Wir fangen, an negativ zu denken, sind vielleicht auch unmotiviert und beginnen, uns selbst mit einer Art von toxischen Informationen innerlich zu vergiften.

Zu lange habe ich selbst in dieser Spirale gesteckt und habe irgendwann für mich entschieden, da auszusteigen. Ich bin bewusst aus diesem System ausgestiegen und habe mir ein neues System erschaffen. Ich habe begonnen, die Ursachen für all den Schmerz und meine Krankheiten aufzudecken. Habe all meinen Mut zusammen genommen, um noch einmal durch die Traumen meiner Kindheit zu gehen. Ich habe durch meinen Schmerz die Kraft entwickelt, immer weiter und weiter zu gehen. Des weiteren begann ich, meine Zellen mit positiven Botschaften umzuprogrammieren und meine Ernährungsweise auf „Plant Based Nutrition“ umzustellen.

Durch diese Maßnahmen und die damit verbundene, bewusstere Lebensweise und die Aufnahme lebendiger Lebensmittel habe ich festgestellt, dass man mit recht einfachen Dingen sehr viel für sich und seinen Körper verändern bzw. bewirken kann. Daher bin ich der Meinung, dass nahezu alles möglich ist und jeder einzelne es schaffen kann, neue Wege zu gehen, um sein Leben neu zu bestimmen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde haben wir die Chance, uns neu zu definieren, unser Leben an die Hand zu nehmen und endlich bewusst zu leben.

Durch meinen Weg kann ich mich besonders in die Menschen einfühlen und auch mitfühlen. Dennoch, oder gerade deshalb, bin ich der Meinung, dass jeder es schaffen kann, wenn er es sich aus seinem tiefsten Herzen wünscht, sein Leben zu verändern. Jeder einzelne hat so viel unglaubliches Potenzial in sich. Wenn wir anfangen, wieder an uns zu glauben, wird sich auch auf unserer Erde was verändern. Davon bin ich überzeugt. Wir sind vollkommen, so wie wir sind – ob klein, groß, dick oder zu dünn. Lebe im Jetzt.

Was ich an mir liebe, sind meine Augen, die Vertrauen vermitteln. Ich liebe meine Schultern, die Stärke vermitteln und ich liebe mein Lachen, das Menschen Freude bringt.

Mein Motto ist, meinen ganz persönlichen Lebensweg zu gehen und niemals aufzugeben. Das Leben anzunehmen, andere Wege zu gehen und Spuren zu hinterlassen.

In Liebe und Dankbarkeit

Carina“

Von Herzen Danke an Dich, liebe Carina für Deine spontane Teilnahme. Ich freu‘ mich riesig, dass Du Teil des Projekts bist.

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Und hier findet ihr die Facebook Gruppe zum Projekt.

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