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Self Love Sunday #50 – Stefanie

10/06/2018

Self Love Sunday Stefanie 2Ich freue mich riesigst, dass Stefanie heute das Self Love Sunday Schild hochhält und dass zum ersten Mal Gebrauch von den neuen Regeln gemacht wird!

Falls auch ihr eure Geschichte teilen wollt, aus Arbeitgeber-Gründen aber euer Gesicht lieber verdecken möchtet, zeigt Stefanie euch heute, dass beides easy miteinander vereinbar ist. Aber nun Vorhang auf für Stefanies Geschichte:

„So, wo fange ich an? Ich glaube, so im Rückblick war mir schon meine ganze Kindheit klar, dass ich nicht zu den elfenhaften Wesen dieser Welt gehöre. Ich war nie dick, aber ich bin weder klein, noch zierlich und recht muskulös für eine Frau und sehe eben nicht so aus, wie man es von Film & Fernsehen vorgegaukelt bekommt. In der Grundschule war das noch nicht so wirklich ein Thema, bis auf ein paar Hänseleien in der Jungs-Schar. Aber alles in allem nichts Dramatisches. Das änderte sich dann im Gymnasium, in dem ich in der siebten Klasse gelandet bin.

Ich hatte schon immer kurze Haare gewollt und sie mir dann einfach eines Tages abschneiden lassen. Der erste Tag mit kurzen Haaren an der Schule und ich wurde mit dem Spitznamen „Gregor“ betitelt, der Name eines Klassenkameraden, dem ich nun angeblich gleichsah.

Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass in der Pubertät mit einem Männernamen betitelt zu werden für ein junges Mädchen nicht witzig ist. Vor allem nicht, wenn sich das Ganze über Jahre hinhält. Ich denke immer, Mobbing führt zu zweierlei Reaktionen: Entweder man wird total verschüchtert oder man lernt Selbstbewusstsein. Ich gehöre zum Glück in die zweite Kategorie. Trotzdem tat es immer weh und hinterließ auch über die Jahre sehr viele Spuren.

Ich hatte das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der Äußerlichkeiten keine große Rolle spielten. Somit konnte ich das Ganze auch ganz gut wegstecken und definierte mich nicht über mein Aussehen. Ich hatte unglaubliches Glück, zur selben Zeit, in der ich aufs Gymnasium wechselte, auch mit Triathlon zu beginnen. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich eventuell doch in Kategorie 1 umgesiedelt. Von schönem Zeitvertreib zu Leistungssport, waren mein Sport und das Vereinsumfeld neben meiner Familie mein Anker während dieser Zeit. Aber natürlich wurde ich so noch eher muskulöser, hatte schon immer mehr Waden als meine männlichen Schulkameraden und sah auch allgemein immer sehr sportlich aus, was dazu führte, dass der Spitzname auch weiterhin blieb.

Durch die Pubertät kam dann zu meinem sportlichen Körper auch noch viel Oberweite dazu, was dann den Effekt hatte, dass sich an der ein oder anderen Stelle in meinem Leben immer wieder Frauen fanden, denen das zu missfallen schien und mich deswegen auch offen angefeindet haben. Daher mal ein sehr ernst gemeinter Appell an all die Frauen dieser Welt: Lasst uns uns gegenseitig stützen und unterstützen und nicht noch gegenseitig niedermachen.

Na ja, ich war und blieb auch während dem Studium, zu dem sich dann noch das ein oder andere Kilo am Bauch & Busen ansammelten, weiterhin der Meinung, dass mein Körper zwar zu weibliche Rundungen hatte, aber eben auch zu männlich war. Und in der ein oder anderen Situation kamen die bösen Erinnerungen an die Zeit in der Schule, ausgelöst durch kleine, teils nicht mal böse gemeinte Nebensätze von Kommilitonen, immer wieder hoch. Meinem ersten richtigen Freund war dann natürlich mein Bauch nie dünn genug und ich könnte ja schon auch immer noch ein paar Kilo verlieren. Zum Glück sind wir nicht zusammen geblieben und nach der Trennung sind die paar Kilos dann auch einfach weg gewesen. Lag vielleicht auch einfach an ihm.

Ich war zwar immer sehr stolz auf die Leistungen, die mein Körper vollbringen konnte, habe mich aber nie wirklich selbst als schön empfunden. Dieses Gefühl konnte mir erst mein Mann geben. So richtig angefangen, mich selbst wirklich anzunehmen und auch als schön zu empfinden, habe ich aber wirklich erst seit ich den Triathlon um Yoga erweitert habe. Yoga hat mir irgendwie ein Gleichgewicht in meinem Leben gegeben, das vorher so gefehlt hat. Unter anderem bin ich seit ich Yoga mache auf eine ganz andere Art mit meinem Körper verbunden und auch unglaublich glücklich, dass er so ist, wie er ist. Mit den Waden, dem breiten Schwimmerkreuz und den zu groß ausgefallenen Brüsten. Auch meinen Bauch konnte ich akzeptieren, der irgendwie immer zu dick für mich war.

Mit dem Abschluss meiner Yogalehrerausbildung und dem Wunsch, anderen davon weiterzugeben, was ich durch Yoga gefunden habe, bin ich dann auf einmal schwanger gewesen. Es ist ein absolutes Wunschkind, wenn auch komplett ungeplant und ich bin unendlich glücklich, jeden Tag der Schwangerschaft erleben zu dürfen und ein glückliches Baby in mir zu spüren. Durch die Schwangerschaft hat sich dann mein Körpergefühl noch viel weiter geändert: Ich bin nämlich, seitdem ich das kleine Herzchen das erste Mal habe schlagen hören, so unglaublich dankbar für meinen Bauch und stolz darauf, wie er es schafft unserem kleinen Menschlein ein Zuhause zu sein und es täglich wachsen zu lassen. Ich freue mich über jeden Zentimeter mehr Umfang und habe, glaube ich, noch nie so glücklich meinen Bauch betrachtet. Ich glaube sogar, dass ich vor der Schwangerschaft meinen Bauch noch nie gestreichelt habe.

Als mir im Geburtsvorbereitungskurs andere Mädels erzählt haben, dass sie sich nicht mal im Spiegel ansehen wollen, weil sie sich so hässlich finden mit ihren dicken Bäuchen, hatte ich Tränen in den Augen. Und das war auch der ausschlaggebende Punkt, endlich auch beim Self Love Sunday mitzumachen. Wir sollten alle glücklich und dankbar sein für unsere Körper und uns unterstützen und aufbauen und nicht verurteilen und schwachsinnigen Schönheitsidealen hinterherrennen. Denn wir sind alle schön, jeder auf seine ganz eigene Art.

Was ich schön an mir finde sind meine Augen, die hab ich nämlich von meiner Oma geerbt. Und meine Füße, weil sie mich jeden Tag durchs Leben tragen, radeln, schwimmen, hüpfen….Und vor allem auch meine Locken, die ihr Eigenleben haben und gar keinem Schönheitsideal entsprechen, aber schon immer sehr gut meine Persönlichkeit gezeigt haben und die ich einfach schon immer geliebt habe, obwohl sie nie das tun, was man gerne hätte. Und zu guter Letzt, vollkommen neu auf der Liste: Ich finde meinen Babybauch wunderschön. Jeden Tag ein bisschen größer und ein Zeichen dafür, dass es unserem Baby gut geht.

Ich wünsche Euch allen von Herzen alles Liebe auf Eurem Weg und vor allem viele liebe Menschen, die euch dabei helfen, ihr selbst zu sein und das auch zu fühlen.“

Von Herzen Danke an Stefanie für das Teilen der eigenen Geschichte und den wertvollen und wichtigen Appell, dass Frauen aufhören sollen, sich gegenseitig niederzumachen. Und note to self: In Bezug auf das Thema „Locken“ darf ich selbst noch lernen, mich in Selbstliebe zu üben.

Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang!

Und hier findet ihr die Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!

1 Kommentar

Kommentar von Laura Malina Martens am 12/06/2018 bei 11:12   

Liebe Stefanie, danke für das Teilen deiner Geschichte. Mir geht es ähnlich, wenn Bekannte und Freundinnen während einer Schwangerschaft sagen "sie seien so dick, hässlich etc", dann trifft mich das auch total. Deine Geschichte hat mich an meine erinnert! Ein Hoch auf das Schwimmerkreuz :) Sei lieb gegrüßt!! Laura

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