Was ist hier los? Zeit für Veränderung!

Da mich nun schon einige Reaktionen auf den veränderten Content Mix erreicht haben, habe ich beschlossen, einfach mal aufzuschreiben und zu erklären, wie es mir mit I LOVE SPA gerade so geht und was das für die Zukunft bedeutet.

In den vergangenen Wochen durfte ich im Rahmen der DSGVO gut 1/3 der bisher über 1.300 veröffentlichten Artikel händisch editieren. Das war eine sehr frustrierende Angelegenheit, weil ich dabei festgestellt habe, dass vor 2-3 Jahren deutlich mehr Spas mit mir zusammengearbeitet haben als heute. Die Spas und Wellnesshotels setzen heute eher auf Influencer oder ziehen sich wieder komplett aus dem Online-Segment zurück und versenken ihre Budgets ganz oldschool im Print.

Infolgedessen hat sich die Zusammensetzung des Contents bereits in der Vergangenheit dahingehend verändert, als dass ich den Home Spa und DIY-Anteil hochgefahren habe und erfreulicherweise ist das ja auch richtig gut bei euch angekommen.

Gleichzeitig hatten wir es in den vergangenen Wochen mit einer massiven Veränderung der Zeitqualität zu tun. Diejenigen unter euch, die ebenso empfindsam und „durchlässig“ sind wie ich, werden nicht umhingekommen sein, das ebenfalls zu bemerken. (Keine Angst, das wird jetzt nicht das drölfzigtausendste Hochsensibilitäts-Outing.) Es hat sich ein bisschen so angefühlt, als wenn das Leben einen komplett auszieht, nackt vor den Spiegel stellt und zu einer ausgiebigen Bestandsaufnahme zwingt.

Plötzlich habe ich noch viel stärker wahrgenommen, was ich kaum noch ertragen kann. All‘ das Gepose und die Selbstdarstellung auf Instagram zum Beispiel. Ego, Ego, Ego! Menschen, die sich in Meditationshaltungen oder Asanas inszenieren, um sich dann auf die Zahl der Likes einen runterzuholen. Bedeutungslose Selfies mit abgedroschenen, englischsprachigen Zitaten, die sich unter gefühlt jedem 3. Bild wiederholen. Alles so banal. Alles so egal.

Hinzu kommt, dass ich den „Embrace You“ Onlinekurs gemacht habe (ich werde da zeitnah auch noch einen eigenen Artikel zu bringen) und es fühlte sich an, als hätte jemand eine Lupe über diese ganze Thematik gelegt. Ich kann diese ganzen selbsternannten „Experten“, die so tun, als würde ihnen 24/7 die Sonne aus dem Popo scheinen, und die mir über Facebook Ads ihren Online Kurs, ihr Ebook oder ihr Diätprogramm verkaufen wollen, kaum noch ertragen.

Uns allen wird im Außen unentwegt suggeriert, dass wir „die Beste Version unserer selbst“ werden müssen. Werden wollen müssen. Und der Selbstoptimierungs-Zug hat eine Geschwindigkeit erreicht, bei dem ich nicht mal mehr aus dem Fenster kotzen kann. Ich bin zu faul, ich bin zu fett, ich bin zu vergiftet und ich bin in meinem Lower Self. Wie praktisch, dass mir unentwegt Produkte dargeboten werden, mit denen ich fit werden kann, mit denen ich abnehme, mit denen ich entgiften kann und die mich in mein Higher Self befördern. Ka-Ching!

An dieser Stelle möchte ich mal eben die Geschwindigkeit aus eurem Lesefluss nehmen und euch folgende 3 Sätze mitgeben:

DU. BIST. GUT. UND. RICHTIG.

UND. ZWAR. GENAU. JETZT.

ES. IST. NICHTS. WEITER. ZU. TUN.

Denn liebe Leute, all‘ diese Menschen, die uns Instant Happiness, die Erleuchtung, eine Dauerkarte für’s Higher Self oder was auch immer versprechen – die lügen. Das ist nichts als Marketing auf Kosten unseres kränkelnden Selbstwerts.

Ich habe im Jahr 2016 an so einem kleinen Meditations-Retreat im Norden Thailands teilgenommen, das von einem Mönch namens K.K. geleitet wurde. Eines seiner Statements blieb mir nachhaltig in Erinnerung: „Das Leben besteht aus Hochs und Tiefs. Wenn Du gerade in einer Hoch-Phase bist, dann sei Dir darüber im Klaren, dass es auch wieder bergab gehen wird und wenn Du ganz unten bist, dann führe Dir vor Augen, dass es auch wieder bergauf geht. So ist das Leben und daran können wir nichts ändern. Was wir aber sehr wohl tun können, ist zu lernen, gelassen damit umzugehen.“ Bäm!

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber das deckt sich mit meiner bisherigen Lebenserfahrung. Kein Onlinekurs, kein Ernährungsprogramm, kein Coach und kein Guru wird dafür sorgen können, dass es in eurem Leben steil bergauf geht und nie mehr wieder bergab. Es ist ganz egal, wem ihr euer Geld gebt. Die Person wird an dieser Tatsache nichts ändern können, auch wenn sie es euch verspricht.

Jetzt stellt sich nur die Frage: Was kann uns ganz konkret dabei helfen, gelassen mit eben dieser Tatsache umzugehen? Dieser zentralen Frage und möglichen Antworten darauf möchte ich hier zukünftig mehr Raum geben und es könnte sein, dass das sich für den einen oder die andere bisweilen ein bisschen zu spirituell anfühlen wird. Wenn diese Artikel und Themen mit euch resonieren: Super! Falls nicht, geht die Welt aber auch nicht unter, denn es wird selbstredend auch weiterhin Empfehlungen von Spas und Behandlern, Beauty Rezensionen, Yoga Tipps und Home Spa DIYs geben.

Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass das, was ich tue, sich zu 100% stimmig anfühlt. Ich hatte viele Jahre Angst, in der Eso-Schublade zu landen, wenn ich hier zu tief in spirituelle Themen eintauche. Nachdem ich dann aber kürzlich nackt vor’m Spiegel stand (also im übertragenen Sinn, ihr wisst schon), wurde mir klar, dass ich gar nicht anders kann, als diesem Teil von mir hier ab sofort auch einen Raum zu kreieren. Und erfahrungsgemäß ging das, was sich zu 100% richtig angefühlt hat, bisher noch nie schief.

Es wird um den Selbstwert gehen. Um ungemütliche Gefühle und Ablenkungsstrategien. Um Möglichkeiten, wieder mehr in Kontakt mit sich zu kommen. Wieder eine Verbindung zur Intuition und dem Bauchgefühl herzustellen. All‘ sowas. Im Prinzip sind der Self Love Sunday und Food ’n‘ Love ja nur Symptome und ich bin fest entschlossen, die Wurzel allen Übels auszubuddeln.

Ich bin schon ziemlich vorfreudig und gespannt, wie ein Flitzebogen, wie das alles bei euch ankommen wird.

Also: Stay tuned!

Jenny