Self Love Sunday #48 – Vicky

Self Love Sunday VickyErinnert ihr euch an meine Hot Stone Massage bei Vicky in Frankfurt am Main? Mein Herz tanzt ja jedes Mal, wenn meine Spa Checks und der Self Love Sunday ineinander greifen. Ich freue mich also riesig, dass Vicky heute mit am Start ist und ihre Geschichte mit uns teilt:

„Nun ja wer mich kennt, weiss, ich bin eher die Person, die über kleine Faupax lacht und auch eine schamhafte Situation überlacht. Komplimente annehmen? Vor einiger Zeit noch undenkbar.

Ich habe meinen Weg gefunden und somit auch mich.

Als ich noch klein war, hatte ich eine mega Zahnlücke und ein Lippenbändchen, das so imposant war, dass man mir es kürzen musste, um meine riesigen Hasenschneidezähne in Reih und Glied zu bringen. Danach folgten Jahre der Malträtierung mit Zahnspange und Co. Ich fing mit einer Zahnschiene an und hörte auf mit einem Blitzableiter-Bogen und einer festen Zahnspange mit völligst unappetitlichen Gummis. In meine Zähne wurde viel Arbeit gesteckt…

Doch das Bodyshaming fing schon in der Grundschule an: Ich kann mich noch sehr gut erinnern an die Situation, wie Mädchen und Jungs sich vor dem Sportunterricht getrennt umziehen sollten. Und wenn der Raum der beiden Geschlechter durch nur eine Tür getrennt ist, kommt es vor, dass die Jungs die Mädchen durch einen Überraschungsbesuch erschrecken konnten.

Die Tür geht auf und die Jungs sehen die unbekleidete, 10-jährige Vicky und stellen zu ihrem Erstaunen fest, dass ihr Körper etwas anders ist als der der anderen: Die Adern kann man überall an ganzen Körper durchscheinen sehen. Und knallhart und ehrlich, wie Kinder nun mal in diesem Alter sind, hatte ich den ersten Spitznamen weg: Adermonster. Das ist alles andere als schön. Ich habe mich oft angeschaut und mich verglichen. Wieso sehe ich so aus? Was kann ich anziehen, um das zu verstecken!?

Dazu kam, dass ich immer die Größte war. Kein Mädchen war größer als ich. Nur ein paar Jungs schafften es, mich zu überbieten. Doch es war für mich kein Wettstreit. Im Gegenteil – die Jungs, die ich toll fand, waren oft kleiner als ich. Ich fing also an, mich hässlich und viel zu groß zu finden. Es gibt eine Zeit von mir, in der existieren so gut wie keine Fotos. Ich bin immer geflüchtet.

Irgendwann habe ich mich gesehen. Irgendjemand hat mich doch erwischt. Auf einem Foto. Dieses Bild möchte ich nicht vergessen: Aufgedunsen, mit einem Bein eingeknickt (sah ein bisschen behindert aus) und ein ganz krummer Rücken. Dieses Bild machte mir deutlich: Egal wie klein ich versuche zu sein, ich bin sichtbar. Sichtbar mit jeder Zelle meines Körpers. Das war ein Weckruf an mich.

Gewichtsprobleme waren auch ein Thema. Ich war immer die Größte, also wog ich natürlich auch mehr. Aber das einzusehen, kostete mich Jahre. Meine Hosensuche – bis heute eine sehr zeitaufwendige Geschichte. Meine schlanken Beine und meine große Hüftgröße machen mir das Leben manchmal schwer. Früher hab‘ ich mich dafür gehasst.

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit gab es einen Cut in meinem Leben. Ein Umdenken. Kein Fleisch mehr (und wenn dann nur nachhaltiges) und auch kein Fertigessen aus dem Supermarkt. Möglichst viel Obst und Gemüse. Zu meinen Kurven stehen (hab‘ sie sogar noch verschönert) und nun kümmere ich mich um mich selbst, so wie ich mich in meiner Arbeit als Entspannungstherapeutin und Visagistin um andere kümmere – nämlich von Herzen.

Meine Zähne und mein Lachen mit meinen großen Zähnen gehören zu mir wie meine gepolsterten Hüften und auch der leicht abzuzeichnende Bauch, der mit einer Narbe versehen ist und somit noch betont wird. Meine Ohren, die ungleich groß sind, sogar meine unruhige Haut momentan in meinem Gesicht, alles an mir ist für mich schön.

Ich fühle mich wohl in meiner Haut und mit meiner Lebensweise habe ich meinen Weg gefunden, den ich gerne gehe und mich dadurch immer mehr zu schätzen weiss. Beauty inside and outside.

Danke Jenny für die Möglichkeit, meine Erfahrungen mit anderen Frauen zu teilen und somit auch zu unterstützen.“

Von Herzen Danke an Dich, liebe Vicky, für das Teilen Deiner Geschichte. Wollt auch ihr mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang!

Und kommt gerne auch in die krachneue Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!