Tags

(1) (1) (1) (1) (1) (1) (5) (6) (13) (10) (13) (2) (27) (1) (8) (5) (2) (4) (4) (3) (1) (27) (29) (18) (41) (41) (85) (12) (11) (62) (4) (10) (5) (5) (4) (24) (18) (4) (3) (8) (4) (8) (72) (4) (25) (4) (10) (5) (9) (6) (10) (9) (7) (5) (3) (5) (20) (3) (37) (17) (3) (52) (5) (46) (7) (10) (15) (7) (15) (6) (3) (7) (12) (6) (13) (2) (12) (4) (5) (6) (8) (6) (36) (1) (6) (1) (9) (7) (20) (9) (11) (5) (23) (16) (3) (4) (3) (7) (3) (9) (7) (7) (8) (4) (4) (4) (2) (25) (6) (6) (17) (2) (2) (31) (1) (37) (8) (3) (10) (4) (28) (1) (4) (4) (4) (40) (1) (16) (8) (8) (19) (3) (7) (1) (4) (7) (4) (6) (79) (1) (23) (28) (5) (18) (16) (22) (9) (6) (28) (16)

Self Love Sunday #47 – Melanie

20/05/2018

Self Love Sunday Melanie 2Heute ist wieder einer dieser Tage, an dem mir spontan ein wundervoller Mensch den Popo gerettet hat. Gestern dachte ich noch, dass ich heute das Ende des Self Love Sunday verkünden muss, aber dann hat sich auf meinen finalen Aufruf hin Melanie in ihren Bikini geschmissen, sogar das Herzchen ausgemalt, und teilt heute ihre Geschichte mit uns:

„Wie oft habe ich schon überlegt, beim Self Love Sunday mitzumachen. Nie konnte ich mich dazu durchringen, da eine Stimme in mir immer schrie – das passt nicht! Nicht, weil ich mich selbst nicht liebe, sondern weil ich kritisch bin – kritisch der Body Positivity gegenüber – und das ist es ja, worum es hier geht, oder?

Bei Jennys letztem Aufruf für neue Teilnehmer, habe ich ihr von meinen Bedenken erzählt und überraschend lud sie mich ein, mitzumachen und auch meine Bedenken zu teilen.

Ich bin Ende zwanzig und habe lange mit meinem Gewicht gekämpft. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal wirklich dünn war. Ich habe zu Hause kein gesundes Verhältnis zur Ernährung gelernt und spätestens als meine Eltern sich trennten und ich tagsüber allein zu Hause war, fing ich an, Mist in mich hineinzustopfen.

Als ich zwölf war, riefen ein paar Jungs über den Schulgang, ob ich schwanger sei, obwohl ich nicht wirklich dick war. Meine Freundinnen lachten, ich lachte. Eigentlich war daran gar nichts zum Lachen und eigentlich fühlte ich mich auch nicht danach.

In den Jahren darauf hab ich, wie beinahe jeder, die eine oder andere Diät ausprobiert und von meinen Tanten konnte ich ein paar Sachen zu gesunder Ernährung lernen, so dass ich zum Abi einigermaßen zufrieden mit mir war. Aufs Abi folgte ein Jahr im Ausland als Au Pair – es gab also Kekse und Süßigkeiten en masse und als es mir später psychisch nicht so gut ging, habe ich noch mehr gegessen. So hatte ich mich dann irgendwann doch ziemlich „dick“ gefuttert.

Trotzdem mochte ich mich (zumindest optisch) gern und auch mein Umfeld hat mir das gespiegelt, indem ich Komplimente statt negativer Kommentare bekam. Irgendwann ging es mir wieder besser und ich löste mich aus einer ungesunden Beziehung. Das war der Moment, in dem ich langsam angefangen habe, Änderungen zu machen. Anfangs irgendwie unabsichtlich und ohne Plan und Ziel, bewegte ich mich mehr. Ich stellte fest, wie gut das tut und fing dann auch an, bewusster zu essen.

Mittlerweile habe ich fast 25 Kilo abgenommen und ich liebe es! Ich muss zugeben, ich gucke gern in den Spiegel, aber vor allem bin ich fasziniert von meinem Körper. Ich spüre ihn, ich spüre meine Muskulatur, wenn ich eine schwere Einkaufstasche trage, ich spüre Hunger und das Bedürfnis zu essen. Ich schlafe viel besser und ich leide nicht mehr so häufig unter Kopfschmerzen.

Wenn ich sage, dass ich mich früher gern mochte, lüge ich nicht. Ich habe mich damals geliebt, ich liebe mich jetzt. Trotzdem gibt es einen gewaltigen Unterschied: Ich fühle mich wohler. Weil ich endlich bei mir bin. Ich bin ein Fan von Selbstliebe und Selbstakzeptanz und bin glücklich darüber, dass ich das irgendwie in mir hatte, obwohl es mir nicht immer gut ging.

Leider hadere ich mit dem Begriff Body Positivity, obwohl seine Message so toll ist. Ich habe mir selbst immer wieder eingeredet, dass ich gesund esse, nur ein bisschen zu viel. Dass ich mir aber ohne jeglichen Genuss zwei Tiefkühlpizzen an einem Abend reingedonnert habe, das habe ich irgendwie nie so gesehen. Auch dass mein „Ich gehe regelmäßig schwimmen“ eher ein „Ich schiebe es ständig auf und liege faul auf der Couch“ war, habe ich so nicht wahrgenommen. Wenn ich zurückschaue weiß ich, dass ich meinen Körper und meine Seele mit Essen und Faulheit betäubt habe.

Rückblickend hätte ich mir gewünscht, dass mich jemand darauf angesprochen hätte – der Hausarzt oder ein lieber Verwandter. Natürlich ist das nur meine persönliche Geschichte und man kann sowas nicht verallgemeinern, aber ich habe Angst davor, dass wir uns heute das Thema ein wenig schönreden, denn ähnliche Geschichten habe ich schon von anderen gehört. Ganz entgegen dem Trend der Body Positivity.

Und weil ich gerade den Bogen nicht bekomme: Ich soll hier drei Sachen aufzählen, die ich an mir mag: Ich liebe mein Gesicht mit den kleinen Leberflecken und vor allem den Sommersprossen im Sommer. Ich mag meine Kurven, meinen Po und meine Brüste, auch wenn letztere nicht mehr so groß sind wie früher. Aber eigentlich mag ich mich rundum!

Ich gehe viel entspannter mit mir um. Es geht für mich nicht mehr so sehr um Gewinnen oder Scheitern, sondern um Wohlfühlen. Ich kenne meinen Körper mittlerweile so gut und ich bin so glücklich, ihn zu spüren wie noch nie zuvor.

Ich weiß, dass mein Weg noch nicht vollendet ist. Ich habe immer wieder Momente, in denen ich hadere, in denen ich meine, ich müsste Sport machen, um abzunehmen und in denen ich zu viel esse, um ein schlechtes Gefühl zu stillen. Aber ich bin überzeugt, dass ich eine gute Route für mich eingeschlagen habe.

Übrigens höre ich jetzt manchmal viel eher Kritik an meinem Körper als früher. Leute sagen mir, dass sie mich früher besser fanden, dass ich fahl und unglücklich aussehe und, dass es doch langsam mal reichen würde mit dem Abnehmen, ich werde noch zu dünn oder ich sei es schon.“

Die letzten beiden Sätze aus Melanies Geschichte finde ich fast am eindrücklichsten in Bezug auf dieses Projekt. Erst einmal: Von Herzen Danke an Melanie für den super-spontanen Beitrag! Und an alle da draußen, die sich dazu berufen fühlen, die Körper anderer Menschen zu kommentieren und zu bewerten: Die Welt wäre eine sehr viel entspanntere und bessere, wenn ihr mit dieser Scheisse aufhört.

Seht ihr das genauso? Oder wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang!

Und kommt gerne auch in die krachneue Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!

kommentieren

(*) Erforderlich

/*=========FACEBOOK======*/ /*===========FB=====*/