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Self Love Sunday #44 – Konstanze

29/04/2018

Self Love Sunday KonstanzeHeute bin ich gespannt, wer von euch bei dem Begriff „Bundesjugendspiele“ genauso zusammenzuckt wie ich. Konstanze sagt viele kluge Dinge, daher möchte ich euch gar nicht lange mit einem Intro nerven, sondern ihr sofort das Wort übergeben:

„Eigentlich wollte ich nicht mitmachen beim Self Love-Sunday. Weil ich vieles an mir wichtiger finde als meinen Körper. Dinge, mit denen ich mich mehr identifiziere. Dinge, die mich definieren. Dinge, für die ich mich angestrengt habe. Und weil ich finde, dass der Körper nicht immer im Mittelpunkt stehen muss.

Als Kind bekamen ich und meine Schwestern klare Rollen zugeteilt. Die Jüngste der magere Rebell. Die Mittlere das fürsorgliche „Butterbällchen“ (Ja, ernsthaft. So von wegen Bodyshaming). Ich die Intellektuelle. Die, die immer liest. Die Unsportliche mit den Storchenbeinen. Dabei war ich gut im Tennis. Das war leider keine Disziplin bei den Bundesjugendspielen. Verdammte Teilnehmerurkunden.

Mit 12, 13 Jahren bin ich innerhalb von zwei Jahren 26 cm gewachsen und hatte gefühlt die Hälfte der Zeit kein Bewusstsein dafür, wie lang meine Arme sind und wie gross meine Füsse. Mitgenommen habe ich einen Haufen Dehnungsstreifen an Po, Oberschenkeln und Knien, einen 2cm Beinlängen-Unterschied mit allem, was das an Problemen nach sich zog, und ein noch tiefer verinnerlichtes Gefühl von Schusseligkeit und Unsportlichkeit. Umgeben von Frauen, die immer irgendwie auf Diät waren, aber sich auch immer „mal was gönnen wollten“.

Als ich 16 war, besuchten wir meine Mutter im Krankenhaus. Sie hatte gerade eine Niere entfernt bekommen. An welches Gesprächsthema erinnere ich mich? An die Kritik, dass zwischen Oberteil und Jeanslatzhose ein Stückchen meiner Taille zu sehen war. Das gehöre sich nicht im Spital. Im Jahr darauf habe ich mir bei zwei nicht miteinander zusammenhängenden Unfällen erst den Mittelfuss und dann einen Lendenwirbel (an)gebrochen. Aber ich hatte mehr Glück als Verstand und durch die Reha dann eine richtig solide Rumpfmuskulatur und ein gutes Gefühl für Körperhaltung und so Kram.

Als ich mit 19 fürs Studium ausgezogen bin, habe ich neben vielen Büchern und Klamotten eine Waage mitgenommen und einen starken Sinn für eine „Schallgrenze“, die ich gewichtsmässig nicht überschreiten darf, sonst gäbe es kein Halten mehr! Ein neues Land, ein heiss ersehnter Neustart, ein Haufen Angst und ein grosser Wunsch nach gefühlter Kontrolle. Im Hauptstudium habe ich begonnen, Ausdauer und Kraft zu trainieren, um mich für verschiedene Exkursionen und Ausgrabungen fit zu machen. Aber sind Muskeln nicht schwerer? Dilemma!

Mit 25 war ich frisch verliebt und habe ein paar Kilos abgenommen. Wenn ich nervös bin, bekomme ich Magenprobleme, und nervöser als frisch verliebt gab es in meiner Welt nicht. Als aus Verliebtheit Liebe wurde, war auch der Stress weg und alles hat sich wieder reguliert. Ich habe erlebt, dass ich mich zu dünn fühlen kann und aus meiner „Schallgrenze“ wurde in meiner Wahrnehmung endlich mein Normalgewicht.

Und mit 30 bekam ich dann das erste Kind. Traumschwangerschaft, traumatische Geburt. Mit 34 das zweite, diesmal komplikationslos. Beide Male kam das Ausgangsgewicht von selbst wieder. Beide Male war anderes wichtiger. Trotzdem habe ich versucht, das Joggen lieben zu lernen. Machen jetzt doch alle, und du kommst mal ohne Kinder an die frische Luft, zwei Fliegen mit einer Klappe! Oder diese explosiven Eigengewicht-Übungen, das definiert, ne? Aber ugh, nein danke. „Das ist nicht meine Form der Bewegung“ ist ein echter Fortschritt zu „ich bin halt unsportlich“. Dafür bin ich im Freibad trotz meiner Angst vorm Fallen vom Dreimeterbrett gesprungen, als das große Kind glaubte, Mädchen können das nicht, weil es immer nur Jungs springen sah.

Dieses Jahr werde ich 40. Obwohl ich seit vielen Jahren keine Waage mehr besitze, pendle ich nach wie vor mit leichten Schwankungen um das Gewicht, das ich mit Anfang 20 hatte, auch wenn die Figur sich natürlich geändert hat. Wichtig ist mir, dass wir es niemandem schulden, unseren Körper zu lieben. Es ist der einzige, den wir haben. Er kann, was er kann. Was er nicht kann, kann er nicht. Meine Kinder sollen mit dem Wissen aufwachsen, dass unsere Körper nicht nur eine Leinwand, sondern ein Instrument ist.

Ich bin groß, schlank, normschön, normgesund und – Überraschung – gar nicht mal so unsportlich. Ich habe das Glück (zumindest sollte ich glücklich darüber sein, nicht wahr?), dass mein Körper, meine Gene, meine Hormone, meine Gelüste, meine Wohlfühlstrategien und meine Lebensumstände zu einem Resultat führen, das als erstrebenswert gilt.* Ich habe allen Grund, mit mir im Reinen zu sein. Was ich optisch besonders an mir mag? Meine geraden Schultern, meine starke Mitte und meinen langen Hals. Aber sind wir ehrlich, das Gesamtpaket ist echt nett anzusehen.

Eigentlich finde ich Bikinifotos im Internet als Ausdruck von oder gar Beweis für Selbstliebe blöd. Und wünschte mir, sie wären überflüssig. Aber ich weiss heute: Ich habe leicht reden. Drum zeige ich sie trotzdem.

*Spannend eigentlich, dass meine Vorstellung von „erstrebenswert“ etwas ganz anderes ist als das Bild von Laufstegmodels oder FitSpo-Influencerinnen. Das sehe ich jetzt mal als Erfolg meiner eigenen „Reprogrammierung“.“

Ich persönlich habe mich in vielen Sätzen von Konstanze wiedergefunden. Vielleicht geht es einigen von euch ja genauso. Fühlt euch bitte frei, trotzdem beim Self Love Sunday mitzumachen – auch wenn ihr weder dick, noch dünn seid oder sonstwie stark von der „Norm“ abweicht. Denn: Jeder Körper ist schön und richtig. Hier findet ihr die Spielregeln.

Und hier die krachneue Facebook Gruppe zum Projekt.

Let’s spread some Self Love!

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