Tags

(1) (1) (1) (1) (1) (1) (5) (6) (13) (10) (13) (2) (27) (1) (8) (5) (2) (4) (4) (3) (2) (26) (29) (18) (41) (41) (92) (12) (11) (66) (5) (10) (5) (5) (4) (24) (18) (4) (3) (8) (4) (8) (72) (4) (25) (4) (10) (5) (9) (5) (10) (9) (2) (7) (5) (3) (4) (20) (3) (37) (17) (3) (52) (5) (47) (8) (12) (15) (7) (15) (6) (3) (7) (12) (6) (14) (2) (13) (4) (5) (6) (8) (6) (37) (1) (6) (1) (9) (7) (20) (9) (11) (5) (23) (16) (3) (4) (3) (7) (3) (10) (7) (7) (8) (4) (4) (4) (2) (25) (6) (6) (17) (2) (2) (31) (1) (38) (8) (3) (10) (5) (28) (1) (6) (4) (4) (40) (1) (16) (8) (8) (19) (3) (7) (1) (4) (7) (4) (6) (79) (1) (25) (28) (5) (18) (16) (22) (9) (6) (28) (16)

Zu fett, zu faul und zu undiszipliniert? Wir müssen mal über Körperakzeptanz reden.

17/04/2018

Bodyshaming und KörperakzeptanzIch werfe heute aus gegebenem Anlass mal eben den Redaktionsplan über den Haufen, denn wie ihr wisst, liegt diese Thematik mir sehr am Herzen.

Körperakzeptanz ist die deutsche Übersetzung von „Body Positivity“ und zugegebenermaßen eine sehr radikale Angelegenheit, denn wie der Begriff ja schon vermuten lässt, geht es darum, alle Körper zu akzeptieren.

Zum Einstieg möchte ich ein Bild benutzen. Stellt euch einfach mal einen Wald vor. Schließt gerne für einen Moment eure Augen und achtet darauf, was ihr dann seht. Für gewöhnlich werden es große Bäume sein und kleine Bäume. Sehr stabile Bäume und mickrige. Es gibt Bäume mit einem richtig fetten Stamm und solche, die sich im Wind biegen, weil sie eher zart sind.

Ihr könnt euch ebenso gut eine Blumenwiese anschauen oder schnorcheln gehen. Was ihr sehen werdet, ist immer, und zwar ausnahmslos: Fülle! Googelt mal ein Bild vom Sonnensystem und schaut euch die Planeten an. Wäre es nicht vollkommen absurd, wenn wir Merkur oder Mars attraktiver finden als Jupiter, weil Jupiter fetter ist?

Dummerweise leben wir in einer Welt, in der diese Fülle, bezogen auf uns Menschen, inakzeptabel ist. Dabei verhält es sich mit uns genau wie mit allem anderen. Es gibt große Menschen und kleine Menschen. Dicke Menschen und dünne Menschen. Schlacksige Menschen und athletische Menschen. Im Prinzip ist es wie mit den Bäumen, den Blumen, der Unterwasserwelt oder den Planeten. Was uns von alledem unterscheidet ist eine milliardenschwere Diätindustrie, die uns einen genormten Körper als Schönheitsideal verkauft: Und dieses Schönheitsideal ist im Jahr 2018 ein dünner und trainierter Körper. Das spielt allen Menschen, die mit einem athletischen Körperbau unterwegs sind, in die Karten und verleitet alle anderen dazu, sich in Richtung dieses Ideals zu optimieren.

Aber, liebe Leute: Ganz egal, wie hart ein schlacksiger Mensch trainiert oder wie wenig ein dicker Mensch isst und sich bewegt: Wer dünn und athletisch aussehen will, muss Tag für Tag etwas dafür tun, bestimmte Regeln befolgen, sich Verboten unterordnen und ganz wichtig: sich dauerhaft kontrollieren. Sobald diese Kontrolle nachlässt (wir sind alle keine Maschinen, daher lässt sie irgendwann immer nach), und der Körper sich wieder in seinen natürlichen Zustand „zurückentwickelt“, gilt das gesellschaftlich als disziplinlos und faul. Hinzu kommt, dass nicht selten die Gesundheitskeule geschwungen wird. Dass dicke Menschen per se ungesund und dünne Menschen gesund sind, ist widerlegter Bullshit, in den Köpfen und den Social Media Feeds aber ein immer wieder gerne gewähltes Totschlagargument.

Nun ist es so, dass sich immer mehr Menschen gegen dieses kranke System auflehnen, sich und ihre vom „Ideal“ abweichenden Körper zeigen und die radikale Akzeptanz aller Körperformen und Staturen einfordern.

Da ich mich vor wenigen Tagen selbst mit dem Vorwurf konfrontiert sah, nicht „mein volles Potential auszuschöpfen“ und mir als gut gemeinter Ratschlag empfohlen wurde, mich nicht länger auf dem Begriff der Selbstliebe auszuruhen und mich gehen zu lassen, sondern mich stattdessen gesund zu ernähren und Sport zu treiben, möchte ich die Gelegenheit nutzen und meinen Standpunkt in dieser Sache nochmal klar machen:

Zum einen kommuniziere ich nicht nach außen, wie ich mich ganz konkret ernähre. Es gibt keine „What I eat in a week“- Videos von mir. Ich kommuniziere lediglich, dass ich vegetarisch unterwegs bin und nichts von Verboten halte. Ebenso wenig kommuniziere ich mein Sport- oder Bewegungspensum. (Abgesehen von gelegentlichen Yogastudio Reviews.) Mir zu unterstellen, ich würde mich schlecht ernähren und mich nicht bewegen, halte ich für gewagt.

Ich sehe meinen Körper nicht als Trophäe oder Schmuckstück. Ich benutze ihn auch nicht, um auf Social Media Kanälen Klicks und Herzchen zu generieren. In den vergangenen 38 Jahren hat er mich zuverlässig durch’s Leben getragen. Während meiner Schiffszeit, als ich nur fettiges Crew Essen zu mir nehmen konnte, war er ein paar Kilo schwerer und während einer Wohnungssanierung mit definitiv zu harter körperlicher Arbeit ein paar Kilo leichter. Er ist in der Lage, sich perfekt auf äußere Umstände einzustellen und weil ich das sehr zu schätzen weiss, haben wir ein ziemlich okayes Verhältnis. Dennoch würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ein solcher Kommentar mich nicht verletzt. Nicht auszudenken, was solch‘ ein „gut gemeinter“ Ratschlag mit essgestörten Menschen anrichtet. Oder Menschen, die weniger stabil sind als ich.

Gerade, weil ich im Großen und Ganzen fein bin mit dem Körper, der mich so zuverlässig durch’s Leben trägt, würde mir nie in den Sinn kommen, andere Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten in irgendeiner Form zu bewerten. Falls ihr selbst zu diesen Menschen gehört, die Gehässigkeiten verteilen, solltet ihr euch mal Gedanken darüber machen, dass sowas schwerwiegende Folgen haben kann – je nachdem, auf wen sie treffen. Und falls euch selbst mal jemand so einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg gibt, ruft euch bitte unbedingt den folgenden Satz in’s Gedächtnis: Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul.

Das Verhalten eines Menschen mir gegenüber sagt also immer etwas über ihn aus. Und nie über mich. Wie ich jedoch darauf reagiere, sprich welche Gefühle es in mir auslöst und welches Verhalten diese Gefühle zur Folge hat, hat immer etwas mit mir zu tun und nie mit dem anderen.

Ich finde mich sehr okay. Und weil ich mir wünsche, dass noch viel mehr Menschen da draußen sich sehr okay finden, vertrete ich hier auf I LOVE SPA diese radikale Haltung der Körperakzeptanz. Wie facettenreich Schönheit ist, könnt ihr euch mit dem Self Love Sunday vor Augen führen.

Bodyshaming ist allgegenwärtig. Falls ihr selbst betroffen seid, vergesst bitte nie: Ihr seid scheissegroßartig, und zwar ganz egal, wie ihr ausseht. Euer Wert lässt sich weder anhand eines Thigh Gap ermitteln, noch anhand von Instagram Likes.

Lasst euch von niemandem irgendwas anderes erzählen.

Jenny

14 Kommentare

Kommentar von Julia am 17/04/2018 bei 08:31   

Wahre Worte. Solche Kommentare finde ich generell meist unangebracht. Nicht nur bezogen auf Körperakzeptanz, sondern im Allgemeinen. Warum nicht jeden so leben lassen, wie er / sie möchte? Es gibt doch kaum etwas anstrengenderes, als Veganer, die dir den Käse auf dem Brot beim Essen schlecht reden, Fleischesser, die dir den Tofu im Salat madig machen, Angestellte, die deine Selbstständigkeit ständig kritisieren, Mütter, die dir deine Kinderlosigkeit vorwerfen und umgekehrt. Beispiele dafür hat sicher jede/r genug. Dabei sollte jede/r doch für sich sein individuelles Glück finden und nicht immer versuchen, andere nach seinen Vorstellungen zu verändern. Wie langweilig wäre eine Welt, wenn wir alle gleich und "perfekt" wären? Alles Liebe, Julia

Kommentar von I LOVE SPA am 17/04/2018 bei 08:40   

Welch' wahre Worte <3

Kommentar von Tina Stavemann am 17/04/2018 bei 09:01   

Liebe Jenny, danke für dieses tolle Bild mit den Bäumen! Das ist einfach schön. ich finde es toll, dass Du auch nochmals auf das Thema Kontrolle hingewiesen hast. Sich für den perfekten Körper abzurackern heißt nämlich auch, dass schöne Erlebnisse mit Freunden und Familie hinten rüber fallen. Einfach, weil der Tag nur 24h hat. Ein Gefühl für den eigenen Körper - die intelligenteste Schaltzentrale überhaupt - wird Stück für Stück aufgegeben und in die Hände von Trainern, Ernährungs-Guru's und Selbstoptimierungs-Coaches gelegt, die mir dann schon sagen, wie ich mich zu fühlen habe. Und DAS ist auf lange Sicht sehr gesundheitsschädigend! Für Psyche und Körper. Danke, dass Du uns an Deiner Bodyshaming-Situation teilhaben lassen hast. Liebe Grüße Tina

Kommentar von I LOVE SPA am 17/04/2018 bei 09:02   

Danke Tina <3

Kommentar von Maike am 17/04/2018 bei 13:46   

Das Bild mit dem Wald, dem Riff, der Wiese – so ist es. Und ich finde es großartig, wenn sich jemand genauso mag wie er ist. Ich arbeite noch dran. Aber lustiger Weise wird es ausgerechnet mit dem Alter und nach einer Schwangerschaft besser #allthebest

Kommentar von I LOVE SPA am 17/04/2018 bei 17:37   

Ich mach' gerade den "Embrace You" Onlinekurs und da ist ein Video drin, in dem Menschen ergänzen sollen "Mein Körper ist..." - Kinder und alte Menschen sagen ausschliesslich positive Sachen mit leuchtenden Augen, aber von all' den Menschen, die altersmäßig dazwischen liegen, kamen ausnahmslos destruktive Antworten ;(

Kommentar von Mari Ella am 18/04/2018 bei 08:47   

Ich kenne diese Gehässigkeiten vor allem aus meiner Kindheit (Zuhause/ Schule) und finde es traurig, dass dieses Denken selbst in einigen Familien keinen Halt macht. Naja und Schule ist halt Schule... Inzwischen habe ich mir ein angenehmes Umfeld geschaffen, mit Menschen, die einander NICHT destruktiv beleidigen. Dennoch hatte ich es in den letzten 2 Jahren, dass mich völlig fremde Frauen angesprochen haben, ob ich schwanger sei (weil ich vermutlich gerade eine tiefe Bauchatmung praktiziert habe oder so...) Solche Situationen empfinde ich ebenso als grenzüberschreitend und frech, auch wenn es nicht mal böse gemeint ist. Es möchte ja sicherlich auch nicht jede Frau - die tatsächlich schwanger ist - darauf angesprochen werden, oder? Interessanter Weise hat mich noch nie jemand aus meinem Freundeskreis darauf angesprochen und Männer fragen so etwas irgendwie auch nicht. Also eigentlich unnötig sich zu ärgern, dennoch trifft es mich irgendwie und es reißt alte Wunden auf. Somit frage ich mich, warum ausgerechnet Frauen so etwas fragen, die mich nicht mal kennen?

Kommentar von bltpgermany am 18/04/2018 bei 09:57   

Puh, wo soll man da starten. Die Neigung zur Fettleibigkeit in unserer Zeit mit Blumen, Bäumen oder Planeten zu vergleichen... das ist schon "schön reden" bzw. naiv. Prinzipiell ist der Menschliche Körper (egal ob Männlein oder Weiblein) sehr schön, sofern er in etwa so ausschaut, wie die Natur ihn entwickelt hat. Nun ist es so, dass wir in einer Welt leben, die wir uns selbst so aufgebaut haben. Und darin bewegen wir uns unter normalen Umständen sehr wenig. Aber der Menschliche Körper hat sich über die Jahrtausende eigentlich immer mehrere Kilometer am Tag bewegen müssen. Und so ist er auch aufgebaut. Ein schlankes Körperbild ist daher nicht krank in meinen Augen, sondern so, wie die Natur den menschlichen Körper entwickelt hat. Er ist eine Verbrennungsmaschine. Ein Auto geht ohne Treibstoff einfach aus. Der Mensch würde allerdings sterben. Daher legt der Körper Reserven an, für den Fall einer Nahrungsknappheit. Und wir ballern den Körper jeden Tag mit Treibstoff zu, den er nicht braucht. Ein Glas Cola z.B. ist prinzipiell erst einmal nichts schlechtes. Es ist Zuckerwasser ja. Wasser mit Zucker. Eine einfache Form der Energie. Sogar Marathon Läufer nutzten diese Quelle der Energie hier und da. Aber ein Mensch der jeden Tag 10 Stunden sitzt, braucht keine 3 Liter Zuckerwasser am Tag als Energie. Erstens hat es wenig Nährwert und zweitens ist es viel zu viel Energie, die der Körper anlegt. Ich könnte noch 3 Seiten schreiben. Aber Fakt ist, das wir dem Körper mehr Energie geben als er benötigt. Bzw. dicke Menschen. Und das ist nunmal nicht gesund. Sich 10.000 Schritte am Tag bewegen und dem Körper soviel Energie geben wie er braucht, das ist gesund.

Kommentar von I LOVE SPA am 18/04/2018 bei 10:08   

@Mari Ella: Vielleicht, weil ihr Fokus so sehr auf dem Thema liegt, da sie selbst noch viel härter damit struggeln!? :/

Kommentar von I LOVE SPA am 18/04/2018 bei 10:11   

@bltpgermany: Zeig' mir nur ein Gesundheitssystem dieser Erde, das nicht von unterschiedlichen Körperformen / Staturen ausgeht. Egal ob unsere westliche Schulmedizin, die TCM, der Ayurveda...es gibt immer verschiedene Typen und das Repertoire reicht von schlacksig über athletisch bis hin zu rundlich. Und das hat nichts, aber auch rein gar nichts damit zu tun, dass irgendwer 3 Liter Zuckerwasser am Tag trinkt. Es geht also nicht darum, Menschen die dicker sind als das aktuell vorherrschende Schönheitsideal, zu unterstellen, dass sie zu viel Cola trinken, sondern sich einfach mal vor Augen zu führen, dass es von Natur aus unterschiedliche Körperformen und Staturen gibt, schon immer gab und immer geben wird.

Kommentar von Marie am 18/04/2018 bei 20:21   

Ich kann bltpgermanys Sichtweise schon nachvollziehen. In der westlichen Welt gibt es immer mehr (z.T. stark) übergewichtige Menschen. Diabetes, Herzprobleme und Knochenbelastung sind nur ein paar Folgen, die damit einhergehen. Es gibt z.B. immer häufiger auch Kinder, die an Diabetes leiden. Das alles ist meist nicht auf einen etwas rundlicheren Körperbau zurück zu führen, sondern auf zu viel / zu ungesundes Essen und mangelnde Bewegung. Die Behauptung, das läge nur an von Natur aus unterschiedlich ausgeprägten Körperformen, ist schlichtweg falsch. Ich möchte dicken Menschen nicht ihre Selbstliebe absprechen. Auch gibt es übergewichtige Menschen, die sich viel bewegen und fit sind. Aber starkes Übergewicht und Fettleibigkeit ist nicht gesund und es gibt dazu genügend Studien und Statistiken. Das sollte nicht verleugnet oder schön geredet werden, ungeachtet der wirklich wichtigen Message zur Selbstliebe: Selbstliebe und Liebenswürdigkeit stehen jedem Menschen zu.

Kommentar von I LOVE SPA am 18/04/2018 bei 20:38   

@Marie: Nichts liegt mir ferner, als Krankheiten zu leugnen, aber wie ich bereits schrieb: Dass dick ein Synonym für krank und dünn ein Synonym für gesund ist, ist schlichtweg falsch. Das ist aber in den meisten Köpfen genau so verankert und hat ein kollektives Bodyshaming aller dicken Menschen zur Folge. Und genau das prangert die Body Positivity Bewegung an. Klar gibt es krankhaft dicke Menschen, aber es gibt mindestens genauso viele krankhaft dünne Menschen. Allerdings werden die nicht öffentlich gedisst - ganz im Gegenteil: Selbst mit einem sehr offensichtlich krankhaft dünnen Körper kassierst Du auf Instagram Kommentare wie "You're so beautiful", wohingegen dicke Menschen in der Regel einfach nur niedergemacht werden. Lustige Side Note an dieser Stelle: In meinem Interview mit Nathalie Rosenke von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung habe ich gelernt, dass nicht dicke Menschen die Krankenkassen am meisten Geld kosten, sondern Sportler. Das hat mich sehr amüsiert. Und nein, das heisst natürlich nicht, dass ich jetzt hiermit dazu aufrufe, von morgens bis abends apathisch über der Couchlehne zu hängen. Es geht mir einfach darum, dass JEDER Körper gleich gut ist. Ohne "ja, aber".

Kommentar von Marie am 18/04/2018 bei 22:06   

Hm, mein Eindruck ist eher, dass Bodyshaming an dem vollkommen verqueren Schönheitsideal, dem ständigen Vergleichen und Intoleranz gegenüber "Norm"-Abweichungen liegt. Was mich wundert, ist dass viele Personen das Wort "ungesund" als persönliche Beleidigung ansehen. Ist mir ein Rätsel, aber vielleicht bin ich dafür auch zu rational unterwegs. Fettleibigkeit (also nicht nur 10 Kilo zu viel drauf) kann man mMn durchaus pauschal als ungesund bezeichnen und ich sehe nicht, wo da die Diskriminierung liegt. Hier mal ein Beispiel. Ich habe sehr helle Haut. Würde ich deswegen aufgezogen werden, wäre das Bodyshaming. Würde ich mich häufig ohne Sonnenschutz in die Sonne hauen, wäre die Anmerkung, dass das nicht gesund ist, vollkommen berechtigt. Das heißt nicht, dass ich ein guter oder schlechter Mensch bin und es lässt mir immer noch die Wahl, meine Haut weiter zu schädigen oder nicht. Aber (hier ist das aber, das du nicht magst), es wäre nicht gesund. Body Positivity ist, wenn ich mich so oder so, also mit heller, dunkler oder sonnenverbrannter Haut liebe.

Kommentar von I LOVE SPA am 18/04/2018 bei 23:31   

Naja, der "Ungesund" Stempel kommt in der Regel Hand in Hand mit dem gut gemeinten Ratschlag, dass die betreffende Person abnehmen soll. Und es geht hier nicht darum, etwas zu mögen oder nicht zu mögen. Dieser Faceshaming Aspekt ist mir durchaus vertraut, da ich ja starke Hyperpigmentierungen im Gesicht habe. Darum geht es aber nicht, denn Körperakzeptanz ist, wie ich ja bereits im Artikel geschrieben habe, ein sehr radikaler Ansatz. Selbst wenn eine Person 150 Kilo wiegt - was maßen sich Menschen von außen an, die Person anhand ihres Gewichts zu beurteilen? Vielleicht war sie als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs und erträgt ihr Leben nur noch, weil sie sich mit essen betäubt? Nur eine Möglichkeit. Und sowas wie "Du fette Sau", abschätzige Blicke oder der erhobene Ungesund-Zeigefinger sind da sicherlich die am wenigsten zielführenden Optionen, wenn es darum geht, dass es der betroffenen Person gut geht.

kommentieren

(*) Erforderlich

/*=========FACEBOOK======*/ /*===========FB=====*/