Self Love Sunday #40 – Susanne

Self Love Sunday SusanneBevor wir hier heute in Runde 40 des Self Love Sunday starten, möchte ich mich von Herzen für all‘ eure Nachrichten und Emails zu meinem Text vom vergangenen Sonntag bedanken. Es haben sich einige weitere wunderbare Frauen gefunden, dank derer es (erstmal) weitergeht. Den Anfang macht Susanne:

„Was ich schön an mir finde: Meine Augen, mein Busen und meine Sommersprossen.

Seit einer Weile schon verfolge ich das wunderbare „Self Love Sunday“ Projekt von Jenny und sehe all die mutigen Frauen und Männer, die ihre Hüllen fallen lassen, sich zeigen wie sie sind und so ein Zeichen setzen für Vielfalt und Authentizität.

Als ich letzten Sonntag den Aufruf von Jenny nach neuen Mitmacher_innen gesehen habe, war ich sofort mit Begeisterung dabei. Kurze Zeit später stand ich schon im Badeanzug auf einem gefrorenen See in Brandenburg und habe stolz mein Schild in die Kamera gehalten.

Womit ich nicht gerechnet hätte: Die richtigen Worte „für meine Geschichte zu finden“ fällt mir schwerer als gedacht. Ich spüre wie gerne ich von einem Happy End erzählen würde à la „Früher war ich unzufrieden mit meinem Körper, doch heute sind wir völlig eins“. Doch das wäre nur die halbe Wahrheit. Denn ganz entgegen meines spirituellen Ideals („Wie, das Thema ist immer noch nicht gelöst?“) hadere ich manchmal noch ganz schön mit meinem Aussehen und ein Teil von mir würde liebend gerne in den Körper eines Covermodels schlüpfen.

In mir tauchen immer wieder Gefühle von Selbstzweifel, die Sehnsucht nach einer schmaleren Hüfte und die Hoffnung auf Anerkennung auf, wenn ich nur diese eine Kleidergröße weniger hätte. Und es taucht eine Wut auf, dass ich immer noch oft lieber esse, anstatt die unangenehmen Gefühle zu durchfühlen.

Gleichzeitig hat sich vieles getan, seit ich als Teenie die Höhepunkte des Bodyshaming erlebt habe: Ich habe ein Gespür für eine wohltuende Ernährung entwickelt, bewege mich von Herzen gerne und weiß mich schön zu kleiden.

Was mich auf meiner Reise allerdings am meisten bewegt hat, ist die Erkenntnis, dass es mein Körper ist, durch den ich das Leben erfahre. Hier spüre ich Freude, Wut und Lebendigkeit, Verliebtheit, Glückssprünge, Aufregung, Mitgefühl und Verbundenheit. Begegne ich einem neuen Menschen oder einer neuen Situation, gibt mir mein Körper intuitiv ein „NO or GO“.  Mit meinem Körper kann ich die Freuden der Welt aufsaugen. Kann durch duftende Wälder laufen und durch salziges Meer schwimmen. Kann mich von der Sonne kitzeln lassen, kann ich mich selbst im Kontakt mit einem anderen Menschen erspüren. Ohne meinen Körper wäre das Leben auf dieser Welt nicht in dieser Tiefe und Intensität spürbar für mich.

Ist das nicht absolut großartig?!

Mein Körper ist der Schlüssel zu jenem Leben voller Liebe, Freiheit und Abenteuer, nach dem ich mich so sehr sehne. Mit jedem Gefühl, das ich durchfühle, werde ich freier. Mit jeder Berührung fühle ich mich geliebter.

Diese Erfahrung ist der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, selbst eine Ausbildung zur Massagetherapeutin und Energieheilerin zu machen. Nun begleite ich Menschen mit viel Liebe und weiblicher Kraft auf den Weg zurück in ihr Körperbewusstsein und zu ihrer ureigenen Kraft und schenke ihnen einen Raum, in dem sie einfach selbst sein können. Immer wieder nehme ich wahr, wie mich diese Arbeit auch mit mir selbst versöhnt und ich sehe, wie viel Schönheit in jeder Einzelnen und in jedem Einzelnen von uns steckt, genauso wie wir sind.

Und während ich das schreibe, spüre ich: Es gibt doch ein Happy End der Geschichte. Ein Happy End, das zugleich ein Happy Start ist, denn die Reise in meinem lebendigen, bewegungsfreudigen, lustvollen und schönen Körper hat gerade erst begonnen.

Die Welt freut sich, wenn ich da bin, mit allem was ich bin – und über dich freut sie sich auch.“

Ich verneige mich vor Susannes Worten, danke ihr von Herzen für’s Teilen ihrer Geschichte und frage mich: Warum zur Hölle taucht sie mit ihren Massagen noch nicht in der Berlin Übersicht auf?  Ich bleib‘ da dran. Indianerehrenwort.

Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some Self Love!