Ayurveda Morgenroutine in 3 Schritten

Yoga Ayurveda MorgenroutineGehört ihr zu den Leuten, die bei dem Begriff „Morgenroutine“ unweigerlich zusammenzucken und als erstes an den Selbstoptimierungs-Wahnsinn denken, der sich als Persönlichkeitsentwicklung verkleidet hat? Falls es euch tröstet: Mir geht es da ganz genauso. Allerdings bringt kein anderer Begriff deutlicher auf den Punkt, was ich hier und heute mit euch teilen möchte.

Wer mich kennt, weiss, dass das hier kein Post mit erhobenem Zeigefinger wird. Denn selbstredend geht die Welt nicht unter, wenn ihr morgens weder meditiert, noch Romane in euer Dankbarkeitstagebuch schreibt. Sie dreht sich auch weiter, wenn ihr euch nur einen Punkt aus den 3 Schritten rauspickt, die ich euch heute in diesem Post nochmal zusammenfassen möchte und selbst wenn eure „Morgenroutine“ aus nichts als einem starken Kaffee und einem Nutellatoast besteht, ist auch das vollkommen fein.

Da die einzelnen Komponenten für sich jedoch sehr häufig aufgerufen und gelesen werden und da die Videos zu Jala Neti und Ölziehen auf Instagram mehr Interaktion nach sich zogen, als alles andere, was ich dort bisher so geteilt habe, dachte ich mir, ich fasse den ganzen SPAss hier und heute nochmal in einem Post knackig zusammen.

Meine Ausbildung zur Ayurveda Therapeutin liegt mittlerweile gut 12 Jahre zurück und ich übertreibe kein bisschen, wenn ich behaupte, dass sie mein Leben verändert hat. Nicht etwa, weil ich seither extrem restriktiv unterwegs bin und mein Pitta in Watte packe, sondern weil sie mich neugierig gemacht und aus der Sportorthopädie rausgehebelt hat. Ohne besagte Ausbildung wäre ich wohl nie in der Spa Branche gelandet und würde mich vermutlich bis heute schwerpunktmäßig mit Rotatorenmanschettenrupturen und Sprunggelenksluxationsfrakturen beschäftigen.

Das Coole an den folgenden drei Praktiken ist ja: Sie lassen sich auch phasenweise durchführen. So würde ich da auch prinzipiell immer rangehen. Jala Neti praktiziere ich zum Beispiel nur sehr konsequent zum Beginn der Heizperiode, aber wenn meine Nasenschleimhaut sich an die trockene Heizungsluft gewöhnt hat, schläft das wieder ein. In Malaysia habe ich nach sehr vielen Monaten konsequenten Ölziehens ein Päuschen eingelegt, weil das Geräusch die Person, die neben mir schlief, wahnsinnig macht und ich ihr nicht den Urlaub versauen wollte. Nun war ich gestern allerdings bei der Zahnreinigung und fange heute wieder an.

Einzig die Zungenreinigung ziehe ich seit 12 Jahren sehr konsequent durch. Die hat sich so verselbständigt wie Zähneputzen und ich muss den Zungenreiniger am Vorabend vor mir selbst verstecken, wenn ich am nächsten Tag einen Akupunktur-Termin oder ein TCM-Treatment habe, bei dem Zungendiagnostik eine Rolle spielt. Ihr merkt schon: Am besten geht man an das alles sehr spielerisch ran und nicht mit dem Vorsatz „ab jetzt für den Rest meines Lebens“.

An einem guten Herbsttag ohne Termine habe ich in der Tat auch schon mal alle 3 Sachen hintereinander weg durchgezogen. Und so sieht das dann aus:

1. Ölziehen

Ich hab‘ euch ja in dem Post über Ölziehen bereits ausführlich erklärt, welche Benefits dieses Procedere mit sich bringt. Da ich im Anschluss an das Ölziehen meine Zunge reinige und die Dauer des Ölziehens bisweilen doch sehr stark variiert, möchte ich die Behauptung aufstellen, dass es ganz eventuell keinen allzu großen Unterschied macht, ob ihr das Öl für eine Dauer von 6-8 Minuten in eurem Mund bewegt oder es knallhart eine halbe Stunde lang durchzieht. Meine Zunge sieht nach dem Ölziehen immer sehr ähnlich aus – egal, wie lange ich das Öl im Mund hatte. Und darüberhinaus scheint es in meinem ganz persönlichen Fall auch egal zu sein, ob ich Sesamöl oder Kokosöl nehme.

Falls die Idee „Ölziehen“ euch prinzipiell anmacht, ihr aber schon beim bloßen Gedanken daran mit einem Würgereiz kämpft, schaut euch unbedingt nochmal mein DIY für Oil Pulling Tablets an! Das sind nämlich kleine Kokosöl-Häppchen, die mit einem Aroma versehen wurden, was die ganze Sache sehr viel schmackhafter und geschmeidiger macht!

2. Zunge reinigen

Hier werdet ihr den größten Aha-Effekt erleben, wenn ihr am Morgen nach dem Aufwachen die Zunge mal abschabt, ohne vorher Punkt 1 durchzuexerzieren und für einen richtig krassen Aha-Effekt müsst ihr euch am Vorabend lediglich betrinken. Also – das hab‘ ich so gehört. (Nicht, dass ihr denkt, ich spreche aus Erfahrung.)

3. Jala Neti

Last but not least kommt dann das gute, alte schöne, türkise Nasenspülkännchen zum Einsatz. Eine liebe Freundin schrieb mir vor wenigen Tagen auf WhatsApp folgende Nachricht: „Herz, ich habe ja jetzt auch so eine Nasenspülvorrichtung. Spüle ich also immer so meine Nebenhöhlen aus und freu‘ mich des Lebens. Lese ich heute im Internet, dass da Bakterien im Wasser sein können, die dann das Hirn befallen und einen töten. Ich hab‘ das in einem Kommentar unter einem Artikel gelesen, es ist also seriös. Und jetzt denke ich: Kann man sich denn noch nicht mal in Ruhe den Schädel mit Wasser spülen?“

Auch wenn natürlich alles, was im Internet steht, der Wahrheit entspricht, so bin ich doch fest überzeugt, dass ihr die Bakterien durch den Kochvorgang ausknockt. Ich würde das Wasser also immer kochen. Wie genau ihr die Salzlösung zubereitet, könnt ihr hier nachlesen. Wenn ihr das so handhabt und durchführt, solltet ihr durchkommen und dem Wasser nicht zum Opfer fallen.

Vielleicht veranlasst der heutige Post ja den einen oder die andere, mal wieder mit Ölziehen, Nasespülen oder Zungeschaben anzufangen. Falls nicht, ist es aber auch egal. Ich kenne so viele tolle Menschen, die nichts dergleichen tun und trotzdem ein glückliches Leben führen.

Lasst euch nicht stressen!

Jenny