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Selflove Sunday #28 – Moritz

17/12/2017

Selflove Sunday MoritzBäm! Schon wieder ein männlicher Teilnehmer! So langsam geht mir das Konfetti aus. Zumal es sich dieses Mal um niemand Geringeren als Moritz aka Mister Food ’n‘ Love himself handelt! Wie ihr euch vielleicht denken könnt, gehe ich (vermutlich nicht zuletzt auch bedingt durch unsere Zusammenarbeit), bei jedem von Moritz‘ Statements sowas von mit, dass ich beim Lesen aus dem Nicken gar nicht mehr raus kam.

Falls ihr sein Buch noch nicht kennt, schaut euch auch gerne nochmal meine Rezension dazu an, aber hier und heute heisst es jetzt erstmal: Vorhang auf für Moritz!

„Wie? Ich soll mich ausziehen und ein Foto machen und das dann ins Internet stellen? Das waren schon meine ersten Gedanken, als Jenny mich gefragt hatte, ob ich denn auch beim Selflove Sunday mitmachen würde. Nun bin ich beruflich viel im Internet sichtbar. Bekleidet. Das ist also irgendwie neu für mich. Und ich habe eine Weile überlegt und auch ein wenig gezweifelt.

Aber genau diese Zweifel fand ich für mich unglaublich interessant, weil sie die Basis von Bodyshaming sind. Alle sind sich irgendwie einig, wie im Internet vorzeigbare Körper auszusehen haben. Und dann frage ich mich selbst, ob mein Körper in diese Kategorie gehört. Ich frage mich, ob mein Körper gut genug ist, ihn einfach so herzuzeigen. Und genau das ist Scham. Sich selbst zu fragen, ob man gut genug ist. Schön genug. Klug genug. Was auch immer. Scham sagt, dass man eben nicht gut genug ist.

Bodyshaming ist nicht unbedingt immer etwas, was man mit anderen Menschen macht, sondern mit sich selbst. Also ist dieses Bild auch ein Statement gegen mein eigenes Bodyshaming!

Jetzt war die Frage, was ich denn an meinem Körper mag. Mir fällt es schwer, ein Körperteil zu benennen. Vor allem deshalb, weil ich weiß, dass sich mein Körper mit der Zeit verändert. Wenn ich mich jetzt also auf einen Körperteil versteife und sich dieser dann auch mit der Zeit verändert, heißt das dann, dass ich mich anschließend weniger mag?

Was ich an mir mag, ist eher das Gesamtpaket. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich zu den Menschen gehöre, deren Körper sich unglaublich schnell verändert. Ich nehme schnell zu, ich nehme schnell ab, ich baue schnell Muskeln auf und verliere diese auch wieder schnell. Das mag ich. Ich erlebe meinen Körper als wahnsinnig anpassbar und flexibel. Wenn ich Lust habe und eine Weile intensiv Sport mache, dann erlebe ich mich sehr schnell als leistungsfähig und bin erstaunt, zu was mein Körper in der Lage ist.

Ich liebe es, Dinge zu tun, die Kraft erfordern. Ich hebe gerne Gewichte, ich mache gerne Kampfsport und bin gerne außer Atem und verschwitzt. Ich genieße meinen Körper, wenn ich merke, wie mit wenigen Wochen Training mein Schlag beim Boxen härter wird, wenn ich schwerere Gewichte mit weniger Aufwand heben kann. Ich mag es, Kraft zu haben. Ich mag es groß zu sein. Ich mag das Gefühl, dass ich Raum einnehme, wenn ich ein Zimmer betrete. Das war nicht immer so.“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

„Eine lange Zeit, genau genommen ca. 10 Jahre lang, habe ich regelmäßig Diäten gemacht. Als ich damit begonnen habe, war ich relativ schlank. Ich habe mit jeder Diät Gewicht verloren und später wieder mehr zugenommen. Es hat mich genau diese Zeit gekostet, zu verstehen, dass nicht ich das Problem war. Die Diäten waren das Problem.

Inzwischen denke ich wesentlich radikaler über Diäten, Ernährungsumstellungen (die meist versteckte Diäten sind), Sportprogramme, achtsam Essen und so weiter…Ich bin überzeugt, dass genau diese Ernährungssysteme nicht nur nichts bringen, sondern auch süchtig machen. Ich denke, dass die psychologischen Mechanismen, die hier wirken, absolut vergleichbar sind mit Zigaretten und anderen Drogen.

Diäten geben vor, ein Problem zu lösen (vermeintlich zu viel Gewicht) und gleichzeitig lösen sie eine Gewichtszunahme zu einem späteren Zeitpunkt aus. Die Lösung ist dann die nächste Diät oder Ernährungsumstellung. Und die meisten Menschen merken nicht, dass nicht sie das Problem sind, sondern die Diät oder das Ernährungssystem.

Ich habe dann genau über dieses Thema ein Buch geschrieben und biete inzwischen mit Jenny gemeinsam auch Kurse an, wie man diesem Kreislauf entfliehen kann. Aber es bleibt immer das überwältigende Gefühl, dass das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Ich habe das Gefühl, dass überall diese Panik um sich greift, nicht schön genug zu sein, sich nicht gesund genug zu ernähren, nicht schlank genug zu sein, nicht genug Sport zu machen. Für mich sind Instagram mit seiner Bilderwelt und die Selbsthilfe- und Ernährungsecke in Bücherläden Monumente dieser Angst. Und diese Angst, nicht gut genug zu sein, bezeichne ich als Scham. Das ist Bodyshaming.

Jedes Bild eines Körpers, das hilft, unser Gespür für Vielfalt und die Realität wieder ein winziges Bisschen gerade zu rücken, ist ein gelungenes Statement gegen Bodyshaming und für Selflove.“

Dem habe ich so rein gar nichts mehr hinzuzufügen. Von Herzen Danke an Moritz!

Wollt ihr selbst mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

1 Kommentar

Kommentar von Svenja am 18/12/2017 bei 20:52   

Wow wow wow! Danke❤️

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