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Selflove Sunday #26 – Svenja

03/12/2017

Selflove Sunday SvenjaWenn es euch heute genauso geht wie mir, dann werdet ihr beim Lesen von Svenjas Text immer wieder pausieren, ihr Foto anschauen und die Welt nicht mehr verstehen. Aber genau dafür ist der Selflove Sunday ja da. Deshalb: Von Herzen Danke, liebe Svenja!

„Ein wirklich tolles Projekt, was sich jeder zu Herzen nehmen sollte.

Vor ein paar Monaten hätte ich mich für nichts auf der Welt im Bikini fotografiert. Ich war in meinem Leben nie wirklich dick oder pummelig. Ich hatte jedoch immer mit einem ganz geringen Selbstbewusstsein zu kämpfen. Nach außen habe ich immer versucht, stark zu sein, aber innen sah es immer ganz anders aus und ich habe mich ständig von anderen Menschen verunsichern lassen.

Ich hatte lange einen Schwarm in der Schule. Ich habe mich nach langer Zeit getraut ihm zu sagen, dass ich in ihn verliebt sei. Er fand mich zwar nett, aber ich wäre einfach vom Aussehen her nicht sein Typ.

Mein Bruder hat mir als Jugendliche oft gesagt, dass ich aussehe wie Schneewittchen, fetten Arsch und kein Tittchen. Das hat mich sehr getroffen. Es war selber für mich schwer zu sehen, wie bei allen Freundinnen die Brüste gewachsen sind und bei mir nicht. Dafür wurde mein Hintern aber immer größer und runder…

Mit Anfang 20 habe ich meine erste große vermeintliche Liebe kennengelernt. Wir sind sehr schnell zusammengezogen und genauso schnell hat er auch seine schlechten Seiten gezeigt. Erniedrigungen und täglich die Worte, ich sei fett und ich soll endlich abnehmen. Er hat mich ständig mit seiner sehr dürren Ex-Freundin verglichen und mir nahe gelegt, dass ich mir an ihrer Figur mal ein Beispiel nehmen sollte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich Kleidergröße 38. Ich habe mich in der Zeit nicht getraut im Badeanzug schwimmen zu gehen oder mich in einem Bikini an den Badesee zu legen.

Nachdem ich meinen Mann kennengelernt habe, hat sich mein Körpergefühl zunächst etwas verbessert. Ich habe jeden Tag von ihm gesagt bekommen, dass er mich schön finden würde. Nach einer ganzen Zeit ging es aber wieder los, dass ich unsicherer wurde und ich meinen Körper immer schlimmer gefunden habe. Mit Ende 20 habe ich das Laufen für mich entdeckt. Das hat mir gut getan und mir ein neues Körpergefühl gegeben. Nach einer Ernährungsumstellung auf Grund einer Unverträglichkeit (Laktose und Histamin) habe ich 15kg abgenommen. Ich fand es toll und habe mich richtig wohl gefühlt. Doch auf einmal kamen Sprüche, wie ekelig es wäre, dass man meine Knochen sehen könnte, dass ich magersüchtig sei und total ungesund aussehen würde.

Ich bin zu dem Zeitpunkt regelmäßig lange Strecken gelaufen, habe aber auch wahnsinnig viel und gerne gegessen. Dann verstarb mein Vater ganz plötzlich und ich habe mit dem emotionalen Essen angefangen. Ich habe jeden Abend die Tankstellen leer gekauft und alles, was ging in mich rein gestopft. Am nächsten Tag bin ich gerannt, oft stundenlang, um alles wieder los zu werden. Bis dann der Ermüdungsbruch kam. Doppelter Bruch im Schambein. Ich wurde von 100 auf Null gesetzt und konnte und durfte nicht mehr laufen. Die Essanfälle sind geblieben und wurden sogar noch viel schlimmer.

Plötzlich hatte ich die 15kg wieder drauf und musste mir wieder neue Hosen kaufen. Ich habe mich gehasst, habe mir mangelnde Disziplin vorgeworfen und wollte mich nicht mehr ansehen müssen. Mein Mann durfte mich nicht mehr ansehen, weil ich mich selber so ekelig fand. Ich habe mich geschämt, obwohl viele gesagt haben, dass ich wieder gesund aussehen würde. Aber so Worte wie „endlich bist du wieder gut im Futter“ haben mich jedes Mal zum Heulen gebracht. Die Belastung war so groß, dass ich sogar schwere Depressionen bekommen habe. Heute mache ich eine Therapie, bekomme Medikamente und habe Zeit, mich um meine Selbstliebe und mein Selbstbewusstsein zu kümmern. Es gibt Tage, da fällt es mir immer noch sehr schwer, mich zu akzeptieren, aber es wird mit jedem Tag immer besser. Ich will mich lieben, weil mein Körper mein Zuhause und meine Heimat ist.“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

„Ich musste etwas überlegen, was ich an mir liebe. Aber ich mag meine Augen, die ihre Farbe je nach Stimmung wechseln. Ich liebe meine Arme, weil sie stark sind und ich damit meinen Mann im Arm halten kann und ich mag meinen muskulösen Rücken.

Mädels, liebt euch! Wir haben nur diesen einen Körper!“

Ich bin an einer Stelle zusammengezuckt. Denn meine Körperform ist der von Svenja sehr ähnlich und auch mein Bruder ließ früher hässliche Statements über meinen Po vom Stapel. Was solche Sprüche langfristig anrichten können, ist schon heftig. Vielleicht habt ihr ja ähnliche Erfahrungen mit Geschwistern gemacht? Höchste Zeit, diesen Scheiss abzuschütteln! Von Herzen Danke an Svenja!

Wollt ihr selbst mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

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