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Selflove Sunday #20 – Daniela

22/10/2017

Selflove Sunday DanielaLiebe Leute, dieses Projekt raubt mir noch den letzten Nerv. Aber das zeigt ja nur, mit was für einer sensiblen Thematik wir es hier zu tun haben. Das heutige Heldenkrönchen der Spontanität möchte ich Daniela aufsetzen. Und eine Medaille für den coolsten Badeanzug unter der Sonne gibt’s gleich noch on top. Von Herzen DANKE für’s Einspringen!

„Liebe Jenny, danke das ich ein Teil des Selflove Sunday sein darf.

Kennt ihr noch Multisanostol und Karamalz? Nein? Gab es in den 80ern, sollte den Appetit (den ich damals anscheinend nicht hatte) anregen und das „unterernährte“ Kind mit Nährstoffen versorgen. Ich kann euch sagen, sobald ich eins von den beiden riechen muss, könnte ich mich übergeben.

Da fing es an mit der nicht vorhandenen Selbstliebe. Ich war nicht nur in den Augen meiner Mutter zu dünn, zudem sah ich auch noch wie ein Junge aus und wenn ich Pech hatte, hat meine Mutter sich beim Einkaufen den Spaß gemacht, mich Daniel zu nennen. Nein, ich fand es nicht witzig wenn mich Mädchen angelächelt haben – in der Annahme, ich sei ein Junge.  Mama, an dieser Stelle: Danke! Heute kann ich darüber lachen.

Als Jugendliche sah ich immer noch aus wie ein Junge. Da, wo bei meinen Klassenkameradinnen Brüste anfingen zu wachsen, tat sich bei mir nichts. Nicht dass ihr meint, das hätte mich vom BH-Tragen abgehalten. Gedanken versetzen ja bekanntlich Berge, nur nicht bei mir. Meine Freundinnen legten sich langsam einen Freund zu und ich war die meiste Zeit das dritte Rad am Wagen oder „der beste weibliche Kumpel“.

Weiblich fühlen? Sich weiblich anziehen? Warum? In meinen Augen wurde ich von anderen nicht als weiblich wahrgenommen, wozu dann weiblich kleiden?!? Der Kleiderschrank meines 9 Jahre älteren Bruders musste herhalten. Die Altersangabe ist wichtig, damit ihr euch vorstellen könnt, wie viele Nummern zu groß mir seine Kleidung war. T-Shirts hingen mir bis zu den Knien und der Hosenbund auch. Körperwahrnehmung gleich null, obwohl ich Turnerin war. Als ich dann doch soweit war, Kleider, Röcke und enge Shirts anzuziehen, musste ich feststellen, dass meine erste große Liebe weder auf Makeup stand, noch darauf, dass seine Freundin irgendetwas von sich zeigte.

Nun ja, die Zeit verging und dann waren da die Hormone, die mein Becken um 10 Zentimeter (gefühlt 100) breiter machten und meine nicht vorhandenen Brüste von Körbchengröße A auf C katapultierten.  Was soll ich sagen? Auch diesen Körper mochte ich nicht. Er war so weiblich, dass ich mich für ihn schämte. Seitdem habe ich die meiste Zeit meines Lebens in Hosen und übergroßen Oberteilen verbracht. Ja, hin und wieder kurze Hosen, auch Kleider und kurze Jeanshosen. Im Sommer schwitzt man dann doch.

Meine Haare waren den meisten immer noch zu kurz, zu unweiblich, zu burschikos. Ich hatte zwar immer die Klappe recht weit offen und habe laut kund getan das ich trotzdem weiblich bin, nur ganz ehrlich? Geglaubt habe ich das ja selber nicht. Da hat das gebärfreudige Becken und der, meiner Meinung nach zu große Busen, auch nicht geholfen.

Mittlerweile bin ich 42 Jahre alt, praktiziere seit 14 Jahren und unterrichte seit 8 Jahren Yoga. Ich habe gelernt, meinen Körper in erster Linie zu akzeptieren und mit jedem Jahr, das ich älter werde, auch zu lieben. Er ist mit Narben übersät. Es sind mehr Tätowierungen auf meinem Körper als ich ursprünglich geplant habe und eine davon versuche ich doch wirklich schon seit Jahren loszuwerden. Und ratet mal was? Sie ist vernarbt! Na ja, was soll ich sagen? Sie gehört zu mir.

Wenn ihr euch fragt, warum ich mich tätowieren habe lassen? Diese Frage geht auch mir in letzter Zeit oft durch den Kopf. Um ein Statement zu setzen, also damals mit 18 Jahren, als ich das erste habe machen lassen, um cool zu sein (auch damals)?!? Der Rest kam erst mit Mitte 30. Warum so spät? Naja. Yoga, Körperarbeit, Psychologen und sonstige Mitstreiter haben mich immer noch nicht bei/in mir ankommen lassen und über den Schmerz und gelegentlich auch über das selbstkreierte Drama spürt man sich doch „am besten“, nicht wahr? Nur dass die schönen Bildchen ein Leben lang bleiben und wir doch eventuell irgendwann bei uns ankommen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Körperkunst. Bloß muss ich zugeben, aus oben genannten Beweggründen würde ich es nicht mehr tun und ja, das nächste ist in Planung. Warum? Aus purer Freude an meinem Körper und der Kunst.“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

„Was ich am meisten an mir liebe? Meinen Po. Er ist schön rund, füllt die Jeans gut aus und gibt mir das Gefühl, noch etwas weiblicher zu sein. Meine Zähne, meine Lippen und meine Arme.

Mädels, wir sind so wie wir sind. Wenn wir uns nicht dafür lieben, wer soll es dann tun?

It is what it is! I LOVE MYSELF! Und das nicht nur am Sonntag!“

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Wollt ihr selbst mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

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