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Selflove Sunday #16 – Florian

24/09/2017

Selflove Sunday FlorianLiebe Leute, es ist soweit! Auf den heutigen Tag habe ich vier Monate gewartet. Ich war mir nicht sicher, wie lange es dauern würde, bis der erste Mann sich bereiterklärt, hier blank zu ziehen. Letztenendes ging es schneller als erwartet und so möchte ich mich heute vor Florian verneigen für die Worte, die er findet und für den Humor, den er noch obendrauf packt. Macht euch einen Kaffee und lehnt euch zurück. Vorhang auf für Florian:

„Aloha, da bin ich. Zuerst einmal muss ich sagen, es ist mir ein wichtiges Anliegen, bei diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Denn eines kann ich irgendwie nicht verstehen: Warum gibt es so viele tolle Menschen da draußen, die mit sich nicht zufrieden sind? Habt Euch lieb! Es gibt nix Besseres. Genießt, was das Zeug hält. Warum sich quälen?

Mal im Ernst. Schaut mich an. Ja, ich gehe zum Sport. Sieht man nicht, oder?  Macht auch nix. Ich treibe Sport, um mich zu entspannen und meiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Nicht wegen einem „Sixpack“ oder so. Kommt der dabei heraus, auch ok. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Sowas erfordert vielleicht auch zu viel Disziplin, die ich nicht habe. Ich bin Genussmensch. Ich liebe den Genuss! Food Trucks, lecker Wein und gutes Essen ziehen selten an mir vorbei. Ich achte auch auf alles, was gerade so angesagt ist. Regionalität der Lebensmittel, Craft Bier, Yoga, Stressvermeidung u.s.w. sind natürlich auch bei mir Thema.

Man soll schon auf sich achten. Aber auch auf keinen Fall übertreiben. Man lebt ja (hoffentlich) nur einmal. Dennoch, ich schlafe selten mit einem Seufzen wegen meiner Figur ein. Ich finde mich klasse. Und ich rauche seid ca. vier Monaten nicht mehr. Damit habe ich aufgehört, weil es mir echt auf die Nerven ging. Ich wusste, das können jetzt ein paar Kilos mehr werden. Das war mir aber auch egal. Gerne nahm ich das dafür in Kauf gegen stinkende Finger, schlechten Atem und blablabla. Alles in allem bin ich recht zufrieden mit mir.

Das war aber auch nicht immer so. Während sich ja immer darüber beklagt wird, wie „dick“ man(n) oder Frau ist, hatte ich ein ganz anderes Problem. Ich war schlichtweg zu dünn. Egal, wie alt ich wurde, es änderte nix. Ich konnte auch essen, was ich wollte. Da kam einfach nix auf die Rippen. „Du musst mehr Sport treiben“ sagte mir mein Opa schon damals. „Der Jung muss mal was machen“. Nun kam aber erschwerend für meine Familie dazu: Ich machte mir so überhaupt nix aus Sport. Ich fand und finde Fußball immer noch unglaublich langweilig und auch das damalige sonntägliche „zum Sportplatz gehen“ machte nicht Lust auf mehr.

In der Schule war ich dank meiner schmächtigen Figur und meiner nicht vorhandenen Oberarme immer ein kleines Highlight im Sportunterricht. Ja, ich kam an diesem blöden Seil in der Turnhalle nie hoch. Egal, wie ich es auch versuchte. Mein Lehrer meinte immer: Guckt mal, da hängt ein nasser Sack. Recht hatte er. Dafür trug ich dann zumindest zur allgemeinen Belustigung meiner muskulöseren Mitschüler bei.

Ja, und auch beim „Wählen“ von Mannschaften, wie zum Beispiel zum „Völkerball“,  musste ich oft in die langen Gesichter gucken, wenn ich, wieder mal, der letzte war, der dann „zugeteilt“ wurde. Tja, denn mit einem zarten Überbiss ausgestattet, war ich nun mal nur bedingt von der Natur geküsst worden. Ich war der Typ, der nie dazu gehört hat in der Schule, der den man gerne mal übersieht. Nicht unsympathisch, nur nicht unbedingt beliebt.“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

„Komischerweise machte mir das alles nicht so viel aus. Ich mochte mich immer. Mit Arroganz oder gesundem Selbstbewusstsein hatte das nie viel zu tun. Ich fand mich einfach ok. Ich dachte mir immer, es muß auch welche wie mich geben. Klar, es tat schon manchmal weh, wenn man immer zu hören bekam: „Guck Dir mal den Jens an, wie sportlich, gutaussehend und muskulös der Nachbarsbengel aussieht.“ Seitdem beschloss ich, dass Jens der mit Abstand schlimmste Männervorname ist. Ist er übrigens heute noch.

Ich fand die Verbindung von „sich gut fühlen“ und „in sich wohnen“ immer wichtiger als besser Aussehende, die mir in der Tanzstunde die „hübschen“ Ladies vor der Nase wegnahmen. Egal, ob ich in der Pubertät übelst mit Pickeln behaftet war oder mit einem fantastischen Außenbügel für mein Mr. Ed-Gebiss.

Ein gepflegtes Äußeres, kombiniert mit sich selbst Einssein, das ist einfach meins. Was ich damit sagen möchte: Es gibt bestimmt viele Männer wie mich, aber wir leben im Verborgenen. Und das völlig zu unrecht. Stellt euch morgens nicht auf die Waage und entscheidet dann, wie eure Laune ist und wie der Tag wird! Seid wie ihr seid. Ich bin Du und Du bist ich. So einfach ist das. Steht zu dem, wie ihr seid. Hübsch nämlich!

Ein jeder Mensch will wissen, wo das Glück zu finden ist und im Überangebot weiß keiner, was er machen soll. Der erste Schritt zum Glück: Mach‘ erst mal Deine Seele mit dir voll. Lass sie rein, die tollen und schönen Gedanken. I know, es klingt nach einem alten Hut, aber was soll ich sagen? Ich fahre damit seit Jahren gut. Ich kenne „Carpe Diem“ und diese ganzen anderen klugen Sätze. Ich lebe einfach jeden Tag, mit allem drum und dran. Ja, ich kann sagen, mein Körper ist mein Tempel. Und das hier eine Ode an die Männer, die immer auch jeden Tag alles geben müssen.

Verantwortung tragen müssen usw. Aber dabei irgendwie auch zart sind. Ich leite eine kleine Saunaanlage in der Nähe von Hamburg. Was? Und das auch noch? Als Kerl? Na klar! Warum nicht? Spa und Wellness zum Job machen? Großartig, oder? Den Gästen einen angenehmen Aufenthalt bieten ist doch eine täglich neue, tolle Herausforderung. Und da als Mann auch noch das Auge für das Schöne zu haben, das ist allerdings schon eine kleine Kunst, finde ich. Ich höre mich gerne lachen, freu‘ mich, wenn man mir sagt „Du hast aber zarte Hände“ oder wenn ich mich im Spiegel betrachte und mich irgendwie unwiderstehlich finde. Klingt komisch, ist aber so. Also, habt euch lieb und be zart!“

Von Herzen Danke an Florian! Und ich oute mich an dieser Stelle ebenfalls als eines der Kinder, das auf halber Höhe der Seile und dem Blick nach unten klitschnasse Hände bekam und sich wieder auf den Rückweg machte. Hinterlasst mal einen Kommentar, wenn ihr damals ebenfalls vor diesen Teufelsdingern kapituliert habt!

30% der Leser dieses Blogs sind männlich. Auch wenn ihr euch nicht oft zu Wort meldet und eher stumm mitlest, so lasst euch auf diesem Weg einfach mal gesagt sein, dass ihr umwerfend seid! In der heutigen Zeit ein Mann zu sein, ist vermutlich noch viel komplizierter, als eine Frau zu sein und ich finde, ihr macht das ziemlich gut.

Wollt auch ihr mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

2 Kommentare

Kommentar von Carmen am 15/10/2017 bei 23:44   

Ich warte schon die ganze Zeit sehnsüchtig, dass hier ein Mann kommentiert. Auf jeden Fall Danke von mir, lieber Florian.

Kommentar von Florian am 21/12/2017 bei 17:59   

Sehr gerne,liebe Carmen

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