Tags

(1) (1) (1) (1) (1) (1) (5) (6) (13) (10) (13) (2) (27) (1) (8) (5) (2) (4) (4) (3) (2) (28) (29) (18) (41) (41) (95) (12) (11) (72) (5) (5) (11) (5) (5) (4) (24) (18) (4) (3) (8) (4) (8) (72) (4) (25) (5) (10) (5) (9) (6) (10) (9) (2) (7) (5) (3) (4) (20) (3) (38) (17) (3) (52) (5) (48) (8) (12) (15) (7) (15) (6) (3) (7) (12) (7) (14) (2) (13) (5) (5) (6) (8) (6) (38) (1) (3) (6) (1) (9) (7) (21) (9) (11) (5) (23) (16) (3) (4) (3) (7) (3) (10) (7) (7) (8) (4) (4) (4) (2) (25) (6) (6) (17) (2) (2) (31) (1) (44) (8) (3) (10) (5) (28) (1) (8) (4) (4) (40) (1) (16) (8) (8) (19) (3) (7) (1) (4) (7) (4) (6) (79) (1) (26) (28) (5) (18) (16) (22) (9) (6) (28) (16)

Selflove Sunday #15 – Patricia

17/09/2017

Selflove Sunday PatriciaDer heutige Post von Patricia bedeutet mir unglaublich viel, und zwar genau aus den Gründen, die sie selbst auch nennt. Die Körper von Frauen, die ein Baby bekommen haben, sind in unserer optimierten und perfektionierten Gesellschaft nicht sichtbar. Umso grandioser, dass Patricia von The Kaisers das heute ändert!

„Es ist schon ein wenig verrückt. Ich stelle ein Bikinibild von mir ins Internet, würde aber momentan nicht im Bikini ins Schwimmbad oder an den Strand gehen. Ich habe lange überlegt, warum das so ist und ob es irgendwie verlogen ist.

Ich werbe hier für ein positives Körpergefühl, würde meinen Bauch im echten Leben aber verstecken. Doch ich kann euch sagen, warum das so ist. Ich habe Angst vor den Blicken. Blicke, die ich nicht sehe, wenn sich jemand das Bild im Internet ansieht. 

Der ein oder andere denkt jetzt vielleicht: „Hä? Was soll denn mit ihrem Bauch sein?“ Nun ist es so, dass man die Details auf einem Ganzkörperfoto natürlich auch gar nicht so sieht. Doch eigentlich ist die Antwort auch ganz einfach. Ich habe vor 1,5 Monaten ein Kind bekommen. DAS ist mit meinem Bauch los. Und wisst ihr, was das Problem ist? Nicht mein Bauch. Nicht ich. Das Problem ist, dass man nirgendwo Bilder von so einem Bauch direkt nach der Geburt sieht. 

Man bekommt die Stars und Sternchen gezeigt, deren Bauch nach wenigen Wochen schon wieder aussieht wie vorher. Und solche Fälle gibt es mit Sicherheit nicht nur unter den Stars und Sternchen. Doch die andere Seite wird nicht gezeigt. Dass so ein Bauch, der knapp 10 Monate lang gedehnt wurde und dann innerhalb weniger Stunden wie ein Luftballon zusammengefallen ist, nicht fest und prall ist. Eigentlich sagt einem das ja schon der gesunde Menschenverstand. Doch für mich war es ein kleiner Schock, als ich meinen Bauch zum ersten Mal nach der Geburt sah. Zum Glück war ich abgelenkt von dem zauberhaften Wesen neben mir und schob deshalb mein Nachthemd einfach ganz schnell wieder runter.

Nun fragt man sich natürlich, warum man sich mit so absolut unwichtigen Dingen wie einem schrumpligen, von unzähligen Schwangerschaftsstreifen überzogenem Bauch beschäftigt, wenn man doch gerade das große Glück hatte, Mutter zu werden. Weil es eben so ist. Ich bin überglücklich, dass ich die Mama von Marlena sein darf, dass sie gesund ist und auch ich die Schwangerschaft und Geburt gesund überstanden habe. Doch mein Körper ist mir natürlich trotzdem nicht unwichtig. Ich bin ja immer noch der gleiche Mensch wie vorher und nicht nur noch Mutter. Und ich möchte mich nach wie vor schön und attraktiv fühlen. Mit Veränderungen des Körpers hadert man eben. Dabei war ich in meiner Schwangerschaft zum ersten Mal so richtig happy mit mir und meinem Körper. Zu 100 Prozent. Ich fand ihn schön. Weich, rund und weiblich. Das war nicht immer so. Hier mal die Geschichte über meinen Körper und mich im Schnelldurchlauf.

Als Kind war ich groß und dünn, konnte essen, was ich wollte und hab mich in meinem Körper wohlgefühlt. Die ersten Komplexe kamen aber bereits mit etwa 12 Jahren, als andere Mädels Brüste und Kurven bekamen, ich aber einfach groß und dünn blieb. In der Schule wurde ich von Jungs gehänselt, Hühnerbrust genannt. Dann kehrte sich das Ganze um. Brüste bekam ich zwar (noch) nicht, dafür aber Hüften. Nun sagten die Jungs hinter meinem Rücken, dass ich ein gebärfreudiges Becken hätte. 

Mit 17 lernte ich meinen Mann Stefan kennen, begann die Pille zu nehmen und nahm innerhalb eines Jahres 12 Kilo zu. Und ich bekam Brüste. Über die freute ich mich wie verrückt. Mit dem Rest haderte ich sehr. Ich wurde auf die Zunahme natürlich auch angesprochen. Und ich fühlte mich einfach nicht mehr wohl. Während meines Studiums versuchte ich immer wieder abzunehmen. Ich quälte mich mit Diäten, machte Sport. Einmal schaffte ich es, 6 Kilo abzunehmen und fühlte mich wieder wohl. Aber irgendwann waren die 6 Kilo wieder drauf. 

Ich störte mich vor allem an meinen Waden, die oft nicht in Stiefel passten. Auch meine fast nicht vorhandene Oberlippe war für mich lange ein Störfaktor. Und mit 1,80 m wurde ich mal von einem kleineren Mann gefragt, ob ich aus Tschernobyl komme. Ihr hättet sehen sollen, wie er geguckt hat, als ich ihm sagte, dass ich Halbukrainerin bin.“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

„Seit einigen Jahren hat sich bei mir aber ein Wandel vollzogen. Ich fühle mich wohl in meinem Körper. Ich fühle mich schön. Und ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich an mir mag. Wie meine Haare, meine Augen oder meine Taille. Ich glaube, ich sehe jetzt endlich das, was andere schon lange vorher gesehen haben, während ich mich immer nur mit dem gezückten Rotstift betrachtet hab. 

Ich bin mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich voller Selbstbewusstsein mit meinem Bauch, der in den 6 Wochen seit der Geburt sowieso schon von allein viel flacher und straffer geworden ist, im Bikini an den Strand gehe. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich meine Brüste, die sich natürlich auch verändert haben, lieben lerne. Und wenn diese Zeit gekommen ist und ich es geschafft habe, mich und meinen Körper ohne Wenn und Aber zu lieben, möchte ich das positive Körpergefühl an meine Tochter weitergeben.“

Von Herzen Danke an Patricia! Ich finde, das klingt nach einem großartigen Plan und ich bin mir sicher, dass Du ganz vielen frisch gebackenen Mamis da draußen aus der Seele sprichst.

Wollt ihr selbst mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

1 Kommentar

Kommentar von Kindderachtziger am 17/09/2017 bei 19:05   

Hallo Patricia, Respekt für deinen Mut und toll, dass du dich so dieser perfekten Welt entgegen stellst. Behalte die diese Einstellung zu deinem Körper bei, ich bewundere dich dafür. Ich würde mich noch nicht trauen so ein Bild von mir ins Netz zu stellen und auch nicht im Bikini ins Schwimmbad gehen. LG Silke (aus der Bräute-Gruppe)

kommentieren

(*) Erforderlich

/*=========FACEBOOK======*/ /*===========FB=====*/