Self Love Sunday #12 – Simone

Selflove Sunday SimoneIch freue mich riesigst, dass es mir kürzlich gelungen ist, Simone auf Instagram dingfest zu machen. Ein Hoch auf Hashtags! Aber springen wir doch gleich rein: Vorhang auf für Simone!

„Zunächst: vielen lieben Dank, dass ich bei diesem großartigen Projekt dabei sein darf. Zwischen all‘ den tollen Frauen dachte ich zwar (ganz kurz): und ICH darf auch mitmachen? Aber so what, JEDER darf das, also auch ICH!!

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals 100% zufrieden war mit meinem Körper. Sehr gut erinnere ich jedoch, dass ich als Kind und Jugendliche immer mit T-Shirt an den Strand ging, um meinen Körper nicht ganz zeigen zu müssen. Gern noch das Handtuch über die gefühlt viel zu dicken Oberschenkel. Ohje und dann der Besuch im Schwimmbad mit dem ersten Freund…und ICH hatte den Vorschlag gemacht, baden zu gehen. Wie blöd war das denn bitte? Anflug geistiger Umnachtung?

Mein Vater nannte meine Mutter übrigens immer liebevoll DICKE. Komischerweise habe ich das nie als „wertend“ o.ä. empfunden, sondern tatsächlich als liebevollen Kosenamen. Leider kann ich keinen der beiden mehr dazu befragen, wie es dazu kam bzw. wie sich meine Mutter damit gefühlt hat.

Aktuell befasse ich mich schon gelegentlich mit dem Thema, da ich noch immer keine 100%ige Akzeptanz meines Körpers empfinde. Aber es wird… peu à peu. Bei mir war und ist es Yoga, das mich erdet. Das mich liebevoller mit mir umgehen lässt und zudem mit allen anderen um mich herum. Ich kann mich nicht davon frei sprechen, früher auch mal gedacht zu haben: „Ui, der ist aber dick“ oder „OMG, warum zieht die sowas an?“

Beim Yoga durfte ich jedoch auch erleben, was es heißt, dass der Körper sich im Laufe der Jahre verändert (hat). Sportlich war ich schon immer und von Kind an aktiv. Vom Kinderturnen, Jazzdance ging es über Volleyball zu Fitness und heute vor allem Yoga. Zum Erstaunen aller, war und bin ich sehr gelenkig. Als ich also vor einiger Zeit mit dem Yoga begann und ich den Schulterstand (Kerze) machen wollte, gelang mir das sofort. Aber ich hatte auch sofort akute Schnappatmung!! Denn meine 90 C und D sowie 1-2 Rettungsringe fielen der Schwerkraft zum Opfer und mir mitten ins Gesicht… Nein, ernsthaft. Ich habe das später noch lachend meinen Freundinnen vorgeführt, die sich ein Lachen auch nicht verkneifen konnten.

Denn, und hier schwenke ich zum nächsten Thema: Gut sitzende BHs und/oder Bikinis existieren NICHT. Ich bin durch mit dem Thema und dankbar, dass es Sport-Bras oder Bustiers gibt. Etwas Verführerisches mit Spitze oder so…vergiss es. Entweder quillt es auf der einen Seite raus oder es passt auf der anderen Seite noch was rein.

Und natürlich ist mein Körper mit seinen jetzt fast 48 Jahren nicht mehr so knackig wie mit 20. Aber ich fühle mich zufriedener mit ihm. Den flachen Bauch vermisse ich gelegentlich. Und es nimmt sich in meinem Alter einfach nicht mehr so leicht ab wie mit 25. Doch ich bin dankbar, dass ich einen Körper habe, der kaum muckt, der sich – bleiben wir beim Thema Yoga – entwickelt und mutig alles mitmacht, was ich mir von ihm wünsche. Ich versuche jedoch auch  hier, meine Grenzen zu sehen und einzuhalten, aber ab und zu die Komfortzone zu verlassen und Neues zu probieren.

Was mich heute außerdem beschäftigt ist die Frage: Warum denke ich über manche Themen so oder eben so? Wer hat überhaupt jemals beschlossen, ab wann man dick ist? Was als unschön, hässlich oder falsch zu empfinden ist? Kommen wir da je wieder heraus? Das Gleiche gilt für Hautfarben. Wer hat jemals beschlossen, dass weiß „besser“ ist als schwarz??? Und das Thema ist noch immer aktuell!!!

Womit ich die Überleitung bringe zu dem Thema, warum ich mich inzwischen viel liebevoller betrachten kann: Seit mehr als 2 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Daraus ist sehr viel mehr geworden….eine neue Familie und die Liebe kam dazu. Aufgrund meiner Französischkenntnisse bin ich fast ausschließlich in Kontakt mit Ivorern. Und hier empfand ich sofort, dass sowohl die Männer, als auch die Frauen ein ganz anderes Körpergefühl haben als ich. Erst vorgestern sagte eine Bekannte zu meiner Freundin: Hey, Deine Freundin ist „en forme“, was so viel wie „hat eine tolle Figur“ bedeutet. Hach, mein Herz tanzt jedes Mal und ja, seitdem bin ich wohl angekommen. Auch bei mir. Auch in meinem Körper und genieße die Komplimente, die übrigens auch oft von Frauen kommen!!!

Ach und die 3 Dinge, die ich an mir schön finde:
1.) Schon immer meine Ohren. Ach, die sind wohlgeformt, haben die für mich richtige Größe und sind einfach toll.
2.) Meine Brüste. Auch wenn die Schwerkraft ihr Übriges tut und inzwischen eine deutlich größer bzw. kleiner als die andere ist.
3.) Meine Augen. Die leuchten so schön, wenn ich lache und haben 1000 Fältchen, die mein Leben widerspiegeln.“

Tausend Dank, liebe Simone! Nach einem Viertel Jahr Self Love Sunday könnte ich nicht dankbarer für die 11 Frauen und ihre Worte sein, mit denen sie mich und die Idee Self Love Sunday hier unterstützt haben. Und Simone hat natürlich recht! Jede(r) ist eingeladen, mitzumachen! Nur so gelingt es uns, die Realität da draussen authentisch zu portraitieren. Wenn ihr selbst mitmachen wollt, einfach einmal hier lang!

Let’s spread some self love!