Self Love Sunday #11 – Hendrike

Selflove Sunday HendrikeHendrike ist nicht nur die coole Socke, die in der elften Runde das Self Love Sunday Schild hochhält, sondern auch die Frau hinter PonyHütchen (was euch sicherlich in Bezug auf die berühmteste aller sauberen Deocremes etwas sagen dürfte).

Was darüber hinaus für euch aber ebenfalls noch interessant sein dürfte, ist der #ponypower Club, eine Facebook Gruppe, in der ihr demnächst nicht nur sensationelle Neuigkeiten erfahren werdet, sondern auch immer mal wieder Posts zum Thema Körperakzeptanz findet! Aber bevor ich in diesem Intro jetzt noch weiter abschweife, übergebe ich das Wort an Hendrike:

„Wenn ich an meine Kindheit und Jugend zurückdenke, bin ich in einer Umgebung aufgewachsen, in der es normal war, dauernd mit seinem Körper und vor allem dessen Gewicht zu hadern. Mein Gewicht wurde in der Pubertät immer wieder thematisiert. In meiner Familie war man der Meinung, dass ich keine schönen Beine hätte und deswegen sollte ich keine kurzen Hosen tragen.

Das Ergebnis? Ich habe 20 Jahre lang im Sommer in langen Hosen geschwitzt, weil ich mich so für meine ‚hässlichen‘ Beine geschämt habe. Ich hatte ernsthaft das Gefühl, dass ich meiner Umwelt diesen unglaublich furchtbaren Anblick nicht zumuten könnte. Letztendlich musste ich 35 Jahre alt werden bis ich genug Selbstbewusstsein hatte, kurze Hosen anzuziehen. Rückblickend kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Und ja, ich finde andere Körperteile an mir deutlich hübscher als meine Beine, aber wie bescheuert ist es, sich deswegen ein Kleidungsstück zu verbieten?

Als Kind und Teenager hatte ich immer das Gefühl, ich wäre hässlich. Mir wurde aber auch von Aussen nie vermittelt, dass ich mich hübsch finden könnte, weil man Angst hatte, dass ich dann zu einer verzogenen, eingebildeten Prinzessin werden würde. Ich finde das schade, denn es hätte mir viel geholfen, wenn ich das Gefühl mitbekommen hätte, dass ich mich mögen kann, statt immer nur an mir herumzukritisieren. Es gibt so viele Dinge, die ich an mir mag: Ich mag meine Haare sehr gerne. Sie sind sehr dick und glatt. Meine Brüste mag ich auch sehr gerne, weil ich sie sehr hübsch finde. Und ich mag meine helle Haut und die Sommersprossen.

Es hat wirklich lange gebraucht, bis ich sagen konnte ‚Ich mag mich, so wie ich bin‘. Und eigentlich ist das schade, denn ich habe so viel Zeit und Energie damit verschwendet, mich selber nicht zu mögen und deshalb Dinge an meinem Körper ändern zu wollen. Aber das war auch nichts, was von einem auf den anderen Tag da war, sondern eine Entwicklung, die sich über Jahre hingezogen hat.

„Ein Wendepunkt waren sicherlich meine beiden Kinder, die inzwischen 7 und 5 Jahre alt sind. Zu wissen, zu welchen Leistungen mein Körper imstande ist, hat mich mit seinen vermeintlichen ‚Makeln‘ versöhnt. Der andere Punkt ist, das ich vor einigen Jahren in ein kleines Dorf gezogen bin und dort Mitglied bei der Stützpunktfeuerwehr bin. Auch dort habe ich erlebt, was mein Körper alles leisten kann und wo seine Grenzen liegen.

Das andere ist die Tatsache, dass ich viel Sport mache. Wobei sich auch dort der Fokus mächtig verändert hat: In meinen 20ern bin ich exzessiv laufen gegangen, um mein Gewicht auf einen bestimmten, von mir als akzeptabel empfundenen Punkt, zu drücken. Inzwischen mache ich Sport, um mich selbst zu spüren und zu entspannen. Laufen hat für mich etwas meditatives, es hilft mir, den Kopf frei zu bekommen.

Am Rhein kann ich meine Gedanken schweifen lassen, die wunderbare Landschaft zieht an mir vorüber und ich kann loslassen. Krafttraining ermöglicht es mir, meine ganze angestaute Energie rauszulassen. Kleine Energieexplosionen quasi. Und das Wissen, dass im Ernstfall das Leben und die Gesundheit von Menschen von meiner körperlichen Fitness abhängen, motiviert mich ungemein – nur für den knackigen Hintern würde ich mir das Pensum nicht antun.

Ich versuche, meine Kinder wertfrei aufwachsen zu lassen und ihnen, was ihre Körper angeht, mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln als mir vermittelt wurde. Es ist teilweise sehr schwierig, weil sie dann mit Begriffen wie ‚dick‘ aus dem Kindergarten oder der Schule kommen oder dann Sätze wie ‚Ich will nicht dick werden‘ fallen. Manchmal fühle ich mich da wirklich sehr unsicher, was da eine richtige Reaktion ist. Prinzipiell vermeide ich es, Essen und/oder die Körper anderer Menschen zu bewerten und versuche auch, ihnen das so zu vermitteln. Mir zieht sich alles zusammen, wenn sie dann aus der Schule Weisheiten mitbringen wie ‚Das Lebensmittel ist gesund, das ist böse, davon wird man dick‘.“

Puh. Immer wieder erschreckend, zu hören, in welchem Alter Body Shaming bereits beginnt. Habt ihr selbst Kinder und schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr damit um? Hinterlasst gerne mal einen Kommentar zu dieser Thematik!

Oder wollt ihr vielleicht sogar selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!