Self Love Sunday #9 – Anna

Selflove Sunday AnnaDass Anna hier heute mit am Start ist, liegt mir ganz besonders am Herzen, denn wie oft werden mir trotzige Sprüche à la „Echte Frauen haben Kurven“ in meine Facebook Timeline gespült. Was für ein Bullshit! Es gibt Körper in allen Größen, Formen und Farben und das ist gut und richtig so. Eine dünne Frau ist keine „unechte“ Frau, nur weil sie weniger Kurven mitbringt. Vorhang auf für Anna aka Yogaliebe!

„Immer wieder höre ich es in meinen Ohren klingen: „Klar, sie kann ja auch zufrieden sein, sie ist ja schlank“. Sobald Frauen, die sich für außenstehende Beurteiler im „Idealgewicht“ befinden, etwas über Zufriedenheit oder aber auch über Problemchen berichten, wird sehr schnell rumphilosophiert, abgestempelt oder drauf losgehatet. Social Media macht dieses Desaster nicht viel besser.

Ich bin mit über 4.000 Gramm auf die Welt gekommen. Ich war ein Kind mit gutem Hunger, einem guten Selbstbewusstsein und manchmal lieber Junge als Mädchen – robust, kernig und ziemlich pfiffig. Soweit ich mich erinnern kann, war mein Körper lange Zeit mein wertvolles Werkzeug, ohne darüber nachzudenken, ob er schön genug für diese Welt ist. Das änderte sich leider schlagartig, als ich in die Pubertät kam und damit einhergehend etwas sensibler wurde. Um ehrlich zu sein kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, was die Veränderung meiner Gedanken herbeiführte, wahrscheinlich waren es viele Kleinigkeiten…ein Wort ist mir allerdings bis heute im Kopf geblieben: Entenpopo!

Ich nahm zu, ich nahm ab. Ich fand mich schön und fand mich wieder nicht schön. Ich aß normal und aß dann wieder nicht normal. Es ging auf und ab und die Liebe zum eigenen Körper kam und ging in Wellen. Eins blieb aber beständig: Das Thema fraß einiges an Energie in meinem Leben.

Heute bin ich darüber weg. Und zwar nicht, weil ich keine Problemzonen habe. Die gibt es genauso wie bei Frauen mit einer anderen Körperform. Das was „Du“ bei mir als schön betrachtest, heißt noch lange nicht, dass ich mich selber damit total wohl fühle. Manche Menschen finden meine Bauchmuskeln total toll. Ich hätte gerne etwas mehr „Substanz“ an meinem Bauch. Zu gerne interessiert sich auch so mancher dafür, ob ich denn wirklich genug esse. Und apropos, wo überhaupt hat sich eigentlich meine Oberweite versteckt? Die Liste der „Problemchen meines Körpers“ könnte unendlich lang sein – meine heutige Einstellung bringt das ganze Desaster aber zum Glück auf den Punkt: ‚attention goes where energy flows‘.

Ich bin lebendig. An meinem Körper wird sich hoffentlich Tag für Tag etwas ändern. Ich habe aufgehört, Dinge zu bewerten und stecke auch keine Energie mehr da rein, die Bewertungen anderer Menschen zu analysieren. Ich will nicht perfekt sein. Ich möchte lebendig, dynamisch, veränderbar und vital sein und meine Energie dafür nutzen, meinen Körper jeden Tag richtig einzusetzen.

Und übrigens ist der „Entenpopo“ heute ein Fleckchen meines Körpers, das ich sehr an mir mag. Genauso wie meine Arme, Beine, Füße, Hände und viele andere Dinge. Am liebsten ist mir aber immer noch, dass alles gesund ist und gut zusammen funktioniert.“

Tausend Dank an Anna! Ihre Worte sind ein toller Reminder dafür, dass Selbstliebe der einzige Weg ist. Solange wir uns im Kampf befinden und einem Ideal zu entsprechen versuchen, wird es immer Dinge geben, die wir an uns auszusetzen haben.

Wollt ihr auch mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!