Self Love Sunday #5 – Sarah

Selflove Sunday Sarah Sarah ist die erste Teilnehmerin hier beim Self Love Sunday, die ich bis zu ihrer Email nicht kannte. Mittlerweile weiss ich, dass sie unter glowinglife.de auch selbst bloggt. Ich freu‘ mich wie blöd, dass mein ursprünglicher Plan aufzugehen scheint und mir „fremde“ Menschen ihre Geschichte und ein Foto schicken, aber jetzt Vorhang auf für Sarah!

„Ich werde diesen Sommer 33 Jahre alt und schmunzle in letzter Zeit oft, wie lange ich gebraucht habe, um mich und meinen Körper wirklich zu lieben. Dabei stelle ich fest, dass meine Selbstliebe mit zunehmendem Alter zu wachsen scheint. Über Jahre hinweg habe ich daran gearbeitet, meinen Körper mehr zu lieben, habe Bücher gelesen, Übungen und Spiegelarbeit gemacht, habe Seminare besucht, in denen nackt getanzt und Rituale gefeiert wurden. Einmal habe ich mich vor anderen Frauen ausgezogen und meine vermeintlichen körperlichen Hässlichkeiten benannt. Tatsächlich habe ich eine Menge kraftvolle, intensive und manchmal herausfordernde Dinge getan, die mir wirklich geholfen haben, mich so zu lieben und schön zu finden, wie ich bin.

Doch früher war das alles lange Zeit ganz anders. Schon zu Schulzeiten, ungefähr ab der fünften Klasse, wurde ich viele Jahre lang gemobbt. Vor allem mein Gesicht, meine Nase und meine damals unreine Haut waren täglichem Spott ausgesetzt. Auch mein angeblich flacher Hintern wurde nur zu gerne benannt und als so hässlich bezeichnet, es sei eine Zumutung mich ansehen zu müssen.

Ein Exfreund, mit dem ich als junge Frau zusammen war, trank sich einmal den Mut an, mir zu sagen, ich sei einfach viel zu dick. Alles an mir würde schwabbeln, wenn er mich nur anblicke, würde er sich ekeln und von der Berührung meines Specks würde ihm schlecht werden. Nach dieser Aussage nahm ich ungefähr 10 Kilo ab, nur um zu erkennen, dass nicht ich das Problem gewesen bin.

Ein unglaublich entwürdigendes Erlebnis zu meinen Ausbildungszeiten war der Besuch bei einem Gynäkologen, der mir fälschlicherweise die Verdachtsdiagnose PCO-Syndrom stellte. Er erklärte mir nur spärlich, worum es sich dabei handeln sollte. Während unserer Unterhaltung führte er einen vaginalen Ultraschall durch und antwortete auf die Frage, was ich tun könne, wenn diese Diagnose zutreffe mit einem abschätzigen Blick auf mich herab. Ich könne ruhig mal ein paar Kilo abnehmen, es würde mir nicht schaden. Schließlich trete PCO-Syndrom überwiegend bei übergewichtigen Frauen auf.

Rückblickend denke ich mit Wut an diese Erlebnisse zurück. Ich hatte großes Glück, unbeschädigt aus diesen Geschehnissen hervorzugehen. So viele Menschen gehen bis an die Grenzen der Selbstzerstörung, weil sie denken und vermittelt bekommen haben, sie seien hässlich, zu dick, zu dünn, zu schlaff, zu breit, zu ausladend und so weiter. Heute weiß ich: Niemand hat mir vorzuschreiben, wie ich auszusehen habe oder wie viel ich wiegen darf. Mit meinen 1,78m habe ich in den letzten 15 Jahren eine Gewichtsspanne von 62 bis 78 Kilo durchlebt. Mittlerweile ist es mir nicht mehr wichtig, wie viel ich wiege oder welche Konfektionsgröße mir passt. Wenn ich Sport treibe und mich gesund ernähre, dann um mir etwas Gutes zu tun und Selbstliebe zu leben, nicht um abzunehmen oder in eine kleinere Größe zu passen.

Ich liebe meine weiblichen Kurven, meine Brüste, meine langen Beine. Für mich die größte und unglaublichste Errungenschaft: Ich liebe meinen Bauch! Nach all den Jahren der Feindschaft, da ich immer zu allererst am Bauch zu- und als letztes dort abnehme und man mir auch gerne mal unterstellt, ich sei schwanger. Seitdem ich Frieden mit meinem Bauch geschlossen habe, sehe ich plötzlich all‘ die schönen Dinge an ihm, die mir vorher nie aufgefallen sind. Ich bin froh und glücklich, mir die Macht über meinen Körper zurückgeholt zu haben, von all‘ den Menschen, die glaubten, ihr Urteil über ihn sei von Bedeutung.“

Welch‘ berührende und kraftvollen Worte. Von Herzen Danke an Sarah!

Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!