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Physios im Spa #1 – Nicole Praß-Anton

03/07/2017

Nicole Prass Anton Physiotherapeutin Bollants Spa1) Wie kam es, dass Du Dich für die Ausbildung zum/zur Physio entschieden hast? Und war es Deine erste Ausbildung oder der zweite Bildungsweg? Was genau hat Dich an diesem Beruf gereizt?

Ich habe zuerst in der Praxis meines Schwagers eine Arzthelferinnen-Ausbildung über 3 Jahre absolviert, da ich immer einen Beruf haben wollte, der mich nicht an den familiären Betrieb bindet. Allerdings hat es mein Schwager sehr geschickt angestellt, indem er mich schon sehr früh auf einige Kongresse und Fortbildungen im Bereich „Ganzheitliche, fernöstliche Therapien“ und sogar für einen Monat zum Erlernen der Schröpftherapie in eine Praxis nach Barcelona geschickt hat. Dadurch hatte ich schon sehr schnell in der Praxis Verantwortung und war sehr eng mit den Patienten verbunden.

Da unser Haus zu der damaligen Zeit (vor 31 Jahren) noch sehr physikalisch ausgerichtet war, hatten wir immer Probleme, für die reine Saisonzeit von nur 6 Monaten „Massage und Krankengymnasten“ (so war noch die damalige Berufsbezeichnung) zu finden. Somit kam die Idee, noch eine Ausbildung als Krankengymnastin zu machen, um dann die Leitung für den physikalischen Bäderbereich zu übernehmen.

Ich fand es vor allem spannend, in diesem Berufsbild noch enger am Patienten und mehr in der Bewegungstherapie zu arbeiten, da mir durch die Tätigkeit in der Arztpraxis doch der sportliche Aspekt sehr fehlte, was sich leider auch negativ auf mein Gewicht ausgewirkt hatte.

Außerdem dachte ich, dass ich mich als Krankengymnastin auch selbstständig machen kann und somit noch weitere Möglichkeiten habe, ganzheitliche Therapieansätze kennen zu lernen. Ich dachte, so bin ich weniger an das Familienunternehmen gebunden.

2) Hast Du nach dem Staatsexamen „klassisch physiotherapeutisch“ gearbeitet? Falls ja: In welcher Richtung? Und war das cool?

Ich habe natürlich die ersten Jahre in unserem Haus schon sehr viele klassische Therapien, die ich in der Schule gelernt habe, angewendet. Wir hatten damals auch noch mehr Gäste, die eine 3- bis 4-wöchige Badekur bei uns durchgeführt haben. Da ich aber die ganzheitliche Ansichtsweise durch meine Arzthelferinnen-Ausbildung mitbekommen habe, war ich sehr interessiert an weiteren Therapiemöglichkeiten und habe daher in frühen Jahren weitere Ausbildungen absolviert wie z.B. die Fußreflexzonenmassage nach Marquardt, eine Ausbildung in Ayurveda Massage, Shiatsu und viele weitere Bewegungstechniken wie Tai Chi, chinesische Dehnungsübungen oder Energy Dance. Dies konnte ich alles super in unser Therapieangebot einfließen lassen und die Stammgäste haben sich auch sehr über neue Angebote gefreut. Mit der Zeit habe ich dann sowieso meinen eigenen Massage- und Therapiestil entwickelt, was das wichtigste für alle Therapeuten ist.

3) Wie kam es, dass Du in der Spa Branche gelandet bist?

Das hat sich durch unseren Familienbetrieb so entwickelt. Wir sind das Gründungshaus der Felke Therapie. Daher wurden schon immer physikalische Anwendungen angeboten und durch meine Ausbildungen (viele davon in den Ursprungsländern Sri Lanka, Hawaii, China und Bali) habe ich unser Angebot immer mehr erweitert. Die Kuren wurden immer weniger und wir haben dies sehr früh erkannt. Was früher Kur genannt wurde, wurde dann schließlich zu Wellness und Spa. Der Grundgedanke von Felke war immer schon, sich aktiv und passiv bei einer ausgewogenen Ernährung seines Körpers anzunehmen.

4) Wie sieht Dein „Daily Business“ nun ganz konkret aus?

Ich habe damals mit 2 klassischen Massagetherapeuten in 2 Massage- und 8 Packungsräumen begonnen. Heute darf ich 53 Spa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 22 Behandlungsräumen führen und mit Ihnen zusammenarbeiten. Das Team setzt sich aus klassischen Massage-Therapeuten, Physiotherapeuten, Heilpraktikerinnen, Kosmetikerinnen, einer Krankenschwester sowie Therapeutinnen mit Ausbildungen in Ayurveda, Shiatsu und Quereinsteigerinnen zusammen, die bei Packungen und im Bereich der Sauna mithelfen.

Die Spa Leitung hat sich über die vielen Jahre so entwickelt und ich musste natürlich viele Zusatzausbildungen im Bereich Mitarbeiterführung und Spa Management absolvieren, die ich so in meiner KG Ausbildung damals nicht gelernt habe.

Heute habe ich das Glück, dass ich viele langjährige Mitarbeiterinnen habe, die schon 20 Jahre dabei sind und mir einige organisatorische Dingen abnehmen. Sie haben die Entwicklung und die Veränderung in unserem Haus mitbekommen, denn: Ich liebe es, zu behandeln! Und es ist mir ganz wichtig, dass ich selbst noch am Gast bin und daher auch immer Verständnis für meine Mitarbeiter haben werde und weiss, was sie leisten und was die Gäste von ihnen fordern und ihnen abverlangen.

Das heißt, mein Daily Business besteht aus Behandlungen, Massagen, Bewegungsprogrammen, Organisation, Mitarbeitergesprächen, internen Fortbildungen für mein Team und der Entwicklung neuer Angebote. Mein neuestes „Baby“ ist die Leitung des von mir ins Leben gerufenen SPA Manager Circles über den Deutschen Wellnessverband. In diesem Zusammenschluss von zur Zeit insgesamt 37 Spa Managerinnen und Spa Managern aus ganz Europa geht es um den Austausch untereinander und die Weiterentwicklung unseres Daily Business, um die Industrie und auch um Angebote für unsere Mitarbeiter.

5) Wenn der Endverbraucher wüsste, wie viele Behandler ohne fundierte Ausbildung sich auf dem deutschen Markt tummeln, bekäme er es bei seinem nächsten Spa Besuch höchstwahrscheinlich mit der Angst zu tun. Die Branche beklagt sich über zu wenig ausgebildetes Personal. Wir haben es mit einem Bewerbermarkt zu tun und gleichzeitig gilt die Arbeit in der Spa Branche für die meisten Physios als niedere Tätigkeit. Was denkst Du, warum sich diese Überzeugung so in den Köpfen ausgebildeter Leute manifestiert hat? Und hast Du dem irgendwas entgegenzusetzen?

Spontan würde ich sagen, viele verbinden mit Spa und Wellness in Hotels nur sanfte Entspannungsmassagen. Es ist aber ganz und gar nicht so. Das stelle ich selbst fest und auch bei Branchenumfragen, die jedes Jahr durchgeführt werden, steht die Buchung der klassischen Massage in Hotels an erster Stelle. Daher brauchen die Hotels auch Therapeuten, die eine klassische Massage- oder Physio-Ausbildung haben. Desweiteren schreckt vielleicht den ein oder anderen Therapeuten die Arbeit am Wochenende ab. Dies gehört allerdings dazu, denn gerade am Wochenende sind die Wellnesshotels voll und die Gäste möchten sich etwas Gutes tun. Würde der ein oder andere klassische Therapeut aber vielleicht wissen, dass Mitarbeiter in Spas monatlich bis zu 800 Euro und mehr an Trinkgeldern verdienen können, würde der Wochenenddienst vielleicht nicht so schwer fallen.

Lieben Dank an Nicole! Die beiden Posts über das BollAnts Spa findet ihr hier und hier.

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