Tags

(10) (1) (1) (1) (1) (4) (6) (11) (9) (11) (2) (1) (2) (23) (1) (8) (5) (2) (4) (18) (97) (6) (4) (3) (6) (53) (42) (27) (14) (13) (97) (41) (41) (70) (8) (10) (39) (4) (24) (17) (4) (3) (8) (69) (4) (26) (3) (10) (5) (10) (6) (6) (9) (7) (4) (3) (4) (20) (3) (35) (17) (3) (50) (5) (16) (39) (6) (7) (12) (7) (15) (6) (3) (7) (6) (5) (5) (5) (6) (8) (5) (33) (1) (1) (4) (6) (3) (7) (16) (94) (3) (3) (9) (5) (4) (20) (16) (1) (3) (3) (7) (3) (6) (5) (6) (7) (7) (7) (3) (3) (4) (4) (4) (2) (24) (6) (6) (16) (2) (3) (29) (37) (8) (2) (10) (28) (1) (4) (40) (1) (16) (7) (8) (18) (3) (7) (1) (4) (6) (4) (6) (77) (11) (36) (5) (18) (15) (22) (9) (4) (24) (14)

Selflove Sunday #3 – Tina

18/06/2017

Selflove Sunday TinaLiebe Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue, dass Tina hier heute mit am Start ist. So richtig offline kennengelernt haben Tina und ich uns beim letzten SpaCamp. Sie ist nämlich die Frau hinter Aquamondo, einem äußerst lesenswerten Online Magazin rund um die Themen Aquafitness, Schwimmen und Spa. Da wir uns beim SpaCamp gegenseitig so sympathisch fanden, waren wir Anfang des Jahres dann auch nochmal gemeinsam beim Mermaiding und Tina wird außerdem mein Gegenüber in der 6. Podcast Folge sein, die bald online geht. Bevor ich jetzt in der Einleitung aber noch mehr abschweife, möchte ich das Wort an Tina übergeben:

„Ich hatte sie alle. Die 36 wie die 48 und auch alle Kleidergrößen dazwischen.

In meiner Familie waren Diäten und Ernährungsumstellungen das Topthema Nr. 1 – bis heute hat sich daran nichts geändert. Kurioserweise bin ich die Einzige, die nicht auch beruflich mit Lebensmitteln zu tun hat. Dieses Erbe einer Familie aus fantastischen Köchen & Konditoren wird hoch gehalten & geschützt. Schon Sterneköche haben meine Mutter um ihre Rezepte gebeten. Vergeblich! Aber das alles macht die gedankliche Schere zwischen „um Gottes willen endlich schlank werden / bleiben“ und „heute gönnen wir uns mal ein richtiges Schmankerl“ natürlich noch krasser.

Meine erste Diät habe ich mit 6 Jahren gemacht. Deshalb kann ich mich eigentlich gar nicht an ein intuitives Essverhalten erinnern. Das, was ich bis vor ein paar Jahren praktiziert habe, war mein normales Essverhalten. Wo Hunger anfängt und aufhört, konnte ich gar nicht richtig sagen.

Weil mein Gewicht von Kindesbeinen an schwankte, war ich auch schon früh  Hänseleien ausgesetzt. Wie sehr mich das verletzt hat, habe ich mir nie anmerken lassen. Manchmal hat es mich eher angespornt, „denen zeige ich es“, dachte ich, kaufte mir von meinem Taschengeld eine Frauenzeitschrift mit den tollsten Diättipps und legte auf’s Neue los. Ananas-Tage, Kohlsuppen-Diät, FDH, Weight Watcher’s…name it!

Auch wenn ich öfters Kommentare wie „fette Sau“ u.ä. einstecken musste, kamen diese in der Regel nur von fremden Menschen. Meine Mitschüler haben meistens sehr schnell mitbekommen, dass in dem „fetten Mädchen“ ein ziemlich schnelles und kräftiges Mädchen steckt. Meinen Respekt habe ich mir durch meine Sportlichkeit verdient. Denn es gibt nur wenige Sportarten, die ich als Kind nicht im Verein oder einer Schul-AG ausgeübt habe: Tischtennis, Handball, Basketball, Trampolin springen, Volleyball, Rugby, Schwimmen etc..

In der Pubertät wurde mir eine Hüftfehlstellung attestiert und der Orthopäde verbot mir, zu rennen, zu hüpfen und zu springen. Das war der Anfang vom Ende, weil ich sofort rasant zunahm. Jetzt „durfte“ ich ja nur noch schwimmen.

Ich habe mich in meinem Körper sehr geschämt und bekam das auch in vielen Situationen gespiegelt. Abwertende Blicke, Gelächter hinter vorgehaltener Hand und auch viele abfällige Kommentare. Sehr lange dachte ich, dass mich niemals jemand lieben würde. Das hatten mir schließlich auch nahe Verwandte mit Brief und Siegel gegeben: „Du hast doch so ein hübsches Gesicht, Tina, aber wenn Du nicht abnimmst, wirst Du es schwer haben, einen Mann zu finden“. Diese Worte hatten sich viele Jahre in mir eingebrannt.

Während ich das schreibe, laufen mir die Tränen. Fast 30 Lebensjahre habe ich diesem ganzen Wahnsinn geschenkt. 30 Jahre voller Zweifel, Scham und Eimer voller Tränen. Dabei bin ich gerade in diesen Tagen sehr dankbar für meinen Körper. Denn er hat sich von einem Unfall im letzten Jahr weitestgehend erholt. Ich kann wieder Yoga- Positionen einnehmen, die noch vor Wochen unmöglich gewesen wären. Im Tiefwasser kann ich endlich wieder ohne Auftriebshilfen ca. 30min joggen. Und vor allem lässt er mich Radfahren – Freiheit pur!“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

„Mal abgesehen davon, dass mein Körper mich sicher von A nach B trägt, mag ich heute auch, wie er aussieht. Ich liebe meine Sommersprossen im Sommer und dass ich eine Winter- (braun) und eine Sommer-Haarfarbe (blond) habe – und zwar ohne chemische Mittel. Meine Augenfarbe ist ziemlich spektakulär – rote Punkte in einer grünen Iris. Meine Lippen sind sehr wohlgeraten und manche Frau würde viel Geld für eine entsprechende OP hinblättern. Meine Fingernägel sehen von Natur aus so aus, als hätte ich eine French Manicure machen lassen.

Mit meinen Brüsten hat man ordentlich was in der Hand, aber beim Joggen nerven sie trotzdem noch nicht. Und mit meinem Hintern könnte ich wahrscheinlich Nüsse knacken – auch, wenn man es ihm nicht ansieht. Ein sehr starker Glutaeus Maximus wurde mir ärztlich attestiert und Männer aus LA gratulieren mir zu meinem natürlichen, nicht operativ aufgepolsterten, Gesäß. Eat this!“

Von Herzen Danke an Tina für diese ehrlichen und berührenden Worte. Ich hab‘ beim Lesen selbst 2 Tränchen verdrückt, aber bei den Nüssen auch laut gelacht. Wie könnte man diese Frau bitte nicht in Lichtgeschwindigkeit in’s Herz schließen? Ich bin so froh, dass wir uns beim SpaCamp begegnet sind.

Wollt ihr auch mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

3 Kommentare

Kommentar von Isa am 19/06/2017 bei 19:17   

Wie bewegend, herzlich und ehrlich! <3 Selflove Sunday wird mein neues Highlight der Woche! Ich finde es ganz wunderbar, dass ihr alle so offen und ehrlich über Bodyshaming redet.. es trifft wirklich immer wieder in verschiedensten Formen auf jede Sau zu. Ich trau mich bald. Versprochen. :D love, Isa

Kommentar von I LOVE SPA am 19/06/2017 bei 22:48   

Danke Dir Isa :) Ich würde mich riesig freuen, wenn Du mitmachst ❤️

Kommentar von Sabine C. Pahlke am 19/08/2017 bei 05:56   

Liebe Tina, ich hab dich gefühlt beim Lesen ... und es ist schön zu sehen, dass du diese 30 Jahre abgeschüttelt hast. Danke auch dir, dass du hier mitgemacht hast. Habt ihr mich doch alle infiziert liebe Grüße Sabine

kommentieren

(*) Erforderlich

Stadt

Budget

Ich suche nach...

/*=========FACEBOOK======*/ /*===========FB=====*/