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Selflove Sunday #2 – Alexandra

11/06/2017

Selflove Sunday AlexandraAls es darum ging, nach meinem eigenen Post weitere Frauen für den Selflove Sunday zu aquirieren, kam mir als erstes Alexandra in den Sinn – dabei haben wir uns erst kürzlich auf der gingerbar Sparty kennengelernt! Umso happier bin ich, dass sie sofort „Ja“ gesagt hat und euch heute von ihren eigenen Erfahrungen berichten wird. Here we go!

„Ich habe das große Glück,  dass in meiner Familie immer viel Wert auf einen respektvollen Umgang gelegt wurde, meine Mutter nie Diäten gemacht hat, mein Vater immer mit Begeisterung gekocht hat (immer noch kocht), wir alle mit Genuss essen und mir ein ziemlich entspannter Umgang mit Körpern, Maßen, Klamotten und Äußerlichkeiten im Allgemeinen vorgelebt wurde.

Es gab keine übergeordnete Thematik „Körper“ in meiner Familie, in meinen frühen Kinderjahren oder zur Teenie-Zeit. Die Medien waren auch noch lange nicht soweit wie sie es jetzt sind, wo in HD die Dellen der diversen Damen und Herren auf Großbildschirmen mit Häme überzogen wurden. Es war einfach normal, einen Körper zu haben.

Klar, irgendwann ging es los, dass wir Mädchen nach der Schule mit dem Maßband den Umfang unserer Oberschenkel gemessen und verglichen haben… Aber diese Erinnerungen werden jetzt erst wieder wach, da ich darüber nachdenke. Ab Mitte 20 wurde es dann Thema. Wenn mein Körper kommentiert wurde, dann von anderen Frauen. Und mit kommentieren meine ich bewerten. Es gab Zeiten, da wog ich mehr. Da gab es Kommentare wie „Da hast Du ja dann wenigstens mal ein bisschen Dekolleté“, „Der Hintern hauts raus“ oder „Aber wenigstens bis Du schön fest“… Wenigstens?

Und irgendwann ging es los, dass die Kommentare zu meinem kleinen Busen und meinem großen Hinterteil mich dann beschäftigt haben, dass alles nicht mehr durch den jugendlichen Wahnsinn gefiltert wurde auf ein vernünftiges Maß Gleichgültigkeit. Zu viel Bauch, zu wenig Busen, zu viel Arsch, die Oberschenkel viel zu kräftig und die Beine sowieso total krumm. Das ging 10 Jahre so – permanentes Darüber Nachdenken. Wenn ich heute drüber nachdenke, wird es mir ganz traurig – diese ganze vertane Zeit!

Heute kann ich mit sehr viel Selbstliebe offen aussprechen, dass ich mit mir im Reinen bin und sehr zufrieden, wie mein wertvoller Körper mich durch die Jahre trägt. Aber auch da ist man nicht vor Kommentaren bewahrt. „Früher hattest Du noch einen Arsch, heute hast Du keine Titten und keinen Arsch.“ Das kam von einer Frau.

Dafür kann ich 10 km am Stück in unter einer Stunde laufen, ich kriege mittlerweile 2 saubere Klimmzüge hin (fast 3) und kann trotz Höhenangst eine Kletterwand bis zum Ende hochklettern, weil ich weiß, dass mein Körper das kann.“

Der Selflove Sunday soll aufzeigen, dass alle Frauen (und auch Männer) schon Erfahrungen mit Bodyshaming gesammelt haben, und zwar ganz losgelöst davon, wie sie aussehen. Er soll uns dahingehend sensibilisieren, wie wir Körper beurteilen, bewerten, mit Labels versehen und in Schubladen packen. Er soll uns aufzeigen, was wir mit diesen Beurteilungen und Bewertungen, sofern wir sie laut aussprechen, bei anderen Menschen auslösen und anrichten können und es wäre ganz cool, wenn wir durch den Selflove Sunday irgendwann kollektiv checken, wie facettenreich Schönheit ist.

Mein Körper ist ein wunderbares Werkzeug und es gibt so viele Dinge, die ich mag. Besonders aber mag ich meine Arme und Hände. Die sind stark und ich kann mit denen wie ein Affe an Sprossenleitern entlang hangeln. Die können aber auch ganz wunderbar sanft andere Menschen in den Arm nehmen oder filigranste Schnipperlarbeiten in der Küche erledigen. Meine Beine mit der komischen, versetzten Kurve! Tolle Dinger – laufen kilometerweit, können Fahrrad fahren, schwimmen und stundenlang am Herd in der Küche stehen. Absolut vielseitig einsetzbar. Und natürlich mein Hintern – immer noch da, immer noch toll!“

Ein fettes Danke an Alexandra für diese berührenden Worte und den Mut, hier als zweites in’s kalte Wasser zu springen!

Wollt ihr selbst mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!

1 Kommentar

Kommentar von Sabine C. Pahlke am 19/08/2017 bei 06:08   

Liebe Alexandra, und wie man liest, sind Menschen einfach immer wieder unachtsam, gedankenlos und verletzend. Selbst dich haben sie erreicht, obwohl deine Familie mit allem auf super Weise umging. Würde doch jeder mit seinem Gegenüber umgehen, wie er möchte, dass mit ihm umgegangen wird. Wenig Oberweite... heute kann ich über so etwas schmunzeln. Als Jugendliche traf es mich, wenn ausgerechnet die Jungs aus der Clique bei vorbeilaufenden Frauen sagten: "Die hat ja kein Holz vorm Haus," wo ich eben genau so, neben ihnen lag. Schmunzeln musste ich letzthin. Da postete ich FB ein 9 Jahre altes Foto in engem Kleid. Erinnerungen eben. Um Mitternacht packte es mich und ich zog das elastische Kleid mit 12 Kilo mehr noch einmal an und postete es. Tat gut ... dennoch war da dieser Kommentar eine Frau: "Jetzt ist das Dekollete SUPER ausgefüllt." Ich dacht mir nur: "Ähm, da schleichen sich sogar in der Zusage, Bewertungen ein, unglaublich." Weißt du, hach je, jetzt wirds doch länger *grins*... mit 20 da war ich so unzufrieden, weil nicht viel da war. Und ich ging zu einem neuen Frauenarzt dem ich das sagte und er lächelte mich so warmherzig an und meinte: "Es ist doch alles schön wie es ist. Lassen sie sich von Außen nicht verunsichern. Und glauben sie mir, in 30 Jahren werden sie froh sein, dass sie einen kleineren Busen haben und sie werden sich an meine Worte erinnern." Ich erinnerte mich nicht erst 30 Jahre später daran. Seine warmherzigen Worte waren immer dann da, wenn ich ne schlechte Phase hatte, bis ich mich irgendwann nicht mehr daran erinnern musste, weil ich meine zwei Kleinen liebte. Bin heute noch dieser Begegnung dankbar. Als ich dann den Kommentar von der Frau las, wurde mir noch mal bewusst, was so hinter mir lag, bezüglich dieses Thema und klaro war ich den Beiden auch dankbar, dass sie sich der restlichen Körperfülle angepasst haben *grins*... So danke für deinen Beitrag hier :-) Sabine

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