Self Love Sunday #2 – Alexandra

Selflove Sunday AlexandraAls es darum ging, nach meinem eigenen Post weitere Frauen für den Self Love Sunday zu aquirieren, kam mir als erstes Alexandra in den Sinn – dabei haben wir uns erst kürzlich auf der gingerbar Sparty kennengelernt! Umso happier bin ich, dass sie sofort „Ja“ gesagt hat und euch heute von ihren eigenen Erfahrungen berichten wird. Here we go!

„Ich habe das große Glück,  dass in meiner Familie immer viel Wert auf einen respektvollen Umgang gelegt wurde, meine Mutter nie Diäten gemacht hat, mein Vater immer mit Begeisterung gekocht hat (immer noch kocht), wir alle mit Genuss essen und mir ein ziemlich entspannter Umgang mit Körpern, Maßen, Klamotten und Äußerlichkeiten im Allgemeinen vorgelebt wurde.

Es gab keine übergeordnete Thematik „Körper“ in meiner Familie, in meinen frühen Kinderjahren oder zur Teenie-Zeit. Die Medien waren auch noch lange nicht soweit wie sie es jetzt sind, wo in HD die Dellen der diversen Damen und Herren auf Großbildschirmen mit Häme überzogen wurden. Es war einfach normal, einen Körper zu haben.

Klar, irgendwann ging es los, dass wir Mädchen nach der Schule mit dem Maßband den Umfang unserer Oberschenkel gemessen und verglichen haben… Aber diese Erinnerungen werden jetzt erst wieder wach, da ich darüber nachdenke. Ab Mitte 20 wurde es dann Thema. Wenn mein Körper kommentiert wurde, dann von anderen Frauen. Und mit kommentieren meine ich bewerten. Es gab Zeiten, da wog ich mehr. Da gab es Kommentare wie „Da hast Du ja dann wenigstens mal ein bisschen Dekolleté“, „Der Hintern hauts raus“ oder „Aber wenigstens bis Du schön fest“… Wenigstens?

Und irgendwann ging es los, dass die Kommentare zu meinem kleinen Busen und meinem großen Hinterteil mich dann beschäftigt haben, dass alles nicht mehr durch den jugendlichen Wahnsinn gefiltert wurde auf ein vernünftiges Maß Gleichgültigkeit. Zu viel Bauch, zu wenig Busen, zu viel Arsch, die Oberschenkel viel zu kräftig und die Beine sowieso total krumm. Das ging 10 Jahre so – permanentes Darüber Nachdenken. Wenn ich heute drüber nachdenke, wird es mir ganz traurig – diese ganze vertane Zeit!

Heute kann ich mit sehr viel Selbstliebe offen aussprechen, dass ich mit mir im Reinen bin und sehr zufrieden, wie mein wertvoller Körper mich durch die Jahre trägt. Aber auch da ist man nicht vor Kommentaren bewahrt. „Früher hattest Du noch einen Arsch, heute hast Du keine Titten und keinen Arsch.“ Das kam von einer Frau.

Dafür kann ich 10 km am Stück in unter einer Stunde laufen, ich kriege mittlerweile 2 saubere Klimmzüge hin (fast 3) und kann trotz Höhenangst eine Kletterwand bis zum Ende hochklettern, weil ich weiß, dass mein Körper das kann.

Mein Körper ist ein wunderbares Werkzeug und es gibt so viele Dinge, die ich mag. Besonders aber mag ich meine Arme und Hände. Die sind stark und ich kann mit denen wie ein Affe an Sprossenleitern entlang hangeln. Die können aber auch ganz wunderbar sanft andere Menschen in den Arm nehmen oder filigranste Schnipperlarbeiten in der Küche erledigen. Meine Beine mit der komischen, versetzten Kurve! Tolle Dinger – laufen kilometerweit, können Fahrrad fahren, schwimmen und stundenlang am Herd in der Küche stehen. Absolut vielseitig einsetzbar. Und natürlich mein Hintern – immer noch da, immer noch toll!“

Ein fettes Danke an Alexandra für diese berührenden Worte und den Mut, hier als zweites in’s kalte Wasser zu springen!

Wollt ihr selbst mitmachen beim Self Love Sunday? Dann einmal hier lang.

Let’s spread some self love!