Self Love Sunday #1 – Jenny

Selflove Sunday JennyHerzlich Willkommen zur ersten Runde des Self Love Sunday! Da ich selbst mit einem ziemlich stabilen Selbstbewusstsein gesegnet bin und schon von Berufs wegen andauernd Bikinis trage, dachte ich mir, ich mache einfach mal den Anfang.

Ich bin nun 37 Jahre alt und habe seit über 20 Jahren mit Männern zu tun. Es gab Männer, die mich zu klein fanden und es gab Männer, die mich zu groß fanden. Es gab Männer, die mich zu dick fanden und es gab Männer, die mich zu dünn fanden. Dabei habe ich mich über all‘ die Jahre nie wirklich verändert.

Ich entspreche nicht dem gängigen Schönheitsideal. Es fühlt sich scheisse an, wenn ich Bikinioberteile in S und Bikinihosen in L oder XL kaufen muss. Meine Brüste fühlen sich verhöhnt von den Größenangaben des Handels. Hier seht ihr mich also in einem Bikinioberteil in Größe S und in einer Bikinihose in Größe XL.

Im vergangenen Jahr teilte eine Ayurvedaärztin mir bei einem Spa Check mit, dass mein Gewebe sich anfühlen würde wie Wackelpudding und dass ich doch bitte mehr Sport machen möge. Ich glaube, das war der Peak auf meiner ganz persönlichen Bodyshaming-Skala. Mein Selbstwert war für 2-3 Tage ganz schön angeknackst.

An meinen Beinen kann man sehen, dass ich 15 Jahre lang im Stehen gearbeitet habe. Will heissen: Ich habe Besenreiser und sichtbare Venen. Cellulite habe ich selbstredend auch, aber dadurch, dass ich über so viele Jahre nackte Menschen angefasst habe, lässt mich das vollkommen kalt, weil ich weiss, dass selbst Hollywoodsternchen und Rockstars Cellulite haben. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Es ist also vollkommen normal.

Ich denke, alle Ladies auf diesem Planeten dürften sich darüber einig sein, dass man (beziehungsweise frau) sich unmittelbar vor der Menstruation *ein bisschen* aufgedunsener fühlt als sonst. An diesen Tagen trage ich vorzugsweise weite Sachen, weil ich in der Vergangenheit schon mehrfach gefragt wurde, ob ich schwanger bin. Nicht auszudenken, wie sich Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch in solchen Situationen fühlen müssen…

Aber auch meine Füße werden regelmäßig für zu groß befunden. „Waaaaas? Du hast Schuhgröße 40/41???“ Ich weiss, das aktuelle Schönheitsideal besagt: „Große Brüste, kleine Füße“ und ja, bei mir ist es wohl genau andersrum, aber dadurch falle ich auch nicht so leicht nach vorne um.

Interessanterweise stören sich auch viele fremde Menschen an meinen Beinachsen. Ich habe nämlich ziemlich krasse X-Beine, was gerne mal kommentiert wird. Meistens so in die Richtung „Du hast ja krasse X-Beine.“ Und ich denk‘ mir jedes Mal: „Wow, danke! Ist mir ja noch gar nicht aufgefallen. Ich werde mich umgehend um gerade Beinachsen bemühen.“ Alter!

Abgesehen von meinen X-Beinen werden aber am häufigsten die Hyperpigmentierungen in meinem Gesicht kommentiert. Ob man da nichts gegen machen könne. Ich gebe zu, das fällt jetzt nicht unbedingt in die Kategorie Bodyshaming, aber lasst euch gesagt sein, dass Faceshaming sich mindestens genauso scheisse anfühlt.

Damit wir uns hier aber nicht gegenseitig runterziehen und am Ende alle heulen, muss jede(r), die oder der hier mitmacht, mir abschließend mindestens 3 Dinge nennen, die sie oder er an sich mag. Und das, liebe Leute, ist eine sehr viel größere Challenge, als ein Foto von sich selbst im Bikini aufzunehmen.

Ich musste selbst ziemlich lange überlegen. Ich mag meine Hände. Sie wurden und werden immer wieder unterschätzt. Irgendwie sehen sie wohl so aus, dass niemand ihnen Triggerpunkt-Behandlungen oder Deep Tissue Massagen zutraut. Ich mag auch meine Taille. Ich habe eine ganz bestimmte Bluse und die ist so tailliert geschnitten, dass ich jedes Mal, wenn ich diese Bluse trage, vor’m Spiegel stehe und denke: Krass. Krasse Taille! Ähm ja. Und last but not least mag ich auch meine kleinen Brüste. Ich kann Triangel Bikinis tragen, ohne Zug auf dem Nacken zu haben. Das ist ein Geschenk. Ich kann auch viele Sachen ohne BH tragen, schwitze im Sommer nicht unter den Brüsten und ich habe keine Rückenschmerzen. Das ist schon irgendwie ziemlich cool.

Welche 3 Dinge findet ihr an euch schön? Denkt mal darüber nach. Und vergesst nie: Ihr seid bereits jetzt perfekt und richtig genau so, wie ihr seid. Es ist nichts weiter zu tun.

Wollt ihr selbst mitmachen beim Selflove Sunday? Dann einmal hier lang!

Let’s spread some self love!

Jenny