MeerSpa in Meerholz

MeerSpaFreunde der Entspannung, heute wird es ganz schön speziell, denn ich war vor 2 Wochen zu Gast im MeerSpa. Lebt ihr in Hessen? Falls dem so sein sollte, dürft ihr euch freuen, denn das MeerSpa befindet sich in Gelnhausen bei Meerholz und somit handelt es sich hier und heute um meine zweite Hessen Empfehlung!

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Alleine die Story dahinter ist schon vollkommen crazy, denn das MeerSpa ist ein reiner Familienbetrieb, will heissen: MeerSpa = Vlady, Lydia und Edgar. Vlady und Lydia sind ein Paar und Edgar ist der Sohn.

Vlady und Lydia kommen ursprünglich aus Sibirien und wie man das halt so macht, wenn man sich im hessischen Meerholz niederlässt, hat die Familie ein Holzhaus aus kanadischen Baumstämmen gebaut. Kein Witz. Die kompletten Wände des gesamten Hauses bestehen aus massiven Baumstämmen. Und als das Haus vor etwa 2 Jahren fertig war, zog nicht nur Familie Dorn, sondern auch das MeerSpa mit ein. Da die drei keine Angestellten haben und Tag für Tag selbst an der Behandlungsliege stehen, haben sie ganz schön viel um die Ohren. Da bleibt für Social Media & Co. nicht viel Zeit und aus diesem Grund habe ich bereits kurz vor meinem Besuch die Facebook Page geentert und werde dort nun für die nächsten 4 Wochen mein Unwesen treiben.

Was hier und heute aber auch anders ist als bei „gewöhnlichen“ Spa Checks, ist dass ich augenblicklich in das Familienleben integriert werde. Wir nehmen sogar jede einzelne Mahlzeit zusammen ein. Ich habe dieses Mal also zudem auch noch einen Einblick hinter die Kulissen, der mir sonst verwehrt bleibt.

Das Treatment-Herzstück das MeerSpas bildet das Floatingbecken. Im Gegensatz zu herkömmlichen Becken, in denen ihr floaten könnt, misst es 3 Meter im Durchmesser und dadurch, dass es rund ist, kann man hier auch entspannt zu zweit floaten, ohne ständig am Rand anzustoßen. Weil es am Meer aber nicht nur Wasser, sondern auch Strand gibt, buchen die meisten Gäste ein Package, bei dem sie nach dem Floaten auch den Sandraum nutzen. On top gibt’s dann abschließend noch eine Massage und genau dieses Package probiere ich heute höchstpersönlich aus, um euch davon zu berichten. Dass es mehrheitlich von Paaren gebucht wird, war mir im Vorfeld nicht klar, sonst wäre ich in männlicher Begleitung im MeerSpa aufgeschlagen. Stellt euch also für den Rest des Posts einfach einen imaginären Kerl an meiner Seite vor, okay?

Wenn ihr ein Haus aus Baumstämmen betretet, habt ihr es ganz automatisch mit Instant Erdung zu tun. So auch ich. Zu dem ganzen Holz im MeerSpa gesellt sich allerdings auch noch tonnenweise Salz. Ihr seht auf dem folgenden Bild ganz gut, wie Holz und Salz hier ineinandergreifen:

MeerSpa Meerholz

Es gibt verschiedene nischige Bereiche, in denen ihr nach dem Floating oder zwischen den Treatments nachruhen könnt. Die einzelnen Bereiche sind durch zarte Vorhänge jeweils leicht voneinander abgetrennt. Ihr könnt zum Beispiel schaukelnd nachruhen:

Meerspa in Meerholz

Oder euch ganz oldschool auf Liegen betten.

MeerSpa Hessen

Wer es lieber bodennah mag, ist hinter diesen beiden Vorhängen hier goldrichtig:

MeerSpa in Hessen

Oder in der Salznische neben dem Kamin:

Wellness Meerholz

Der Vollständigkeit halber sollte an dieser Stelle aber auch erwähnt werden, dass es im MeerSpa ziemlich viel Deko gibt. So viel Deko, dass Tine Wittler ihre helle Freude hätte. Ich hab‘ auf den Fotos versucht, die Atmosphäre für euch einzufangen und die Deko dabei größtenteils außen vorgelassen, aber ihr habt es im MeerSpa auf keinen Fall mit einem puren und cleanen Design zu tun. Check! Und obwohl ich normalerweise ein Fan von klaren und puren Formen bin, fand ich die Deko hier als Gesamtkunstwerk sogar irgendwie authentisch.

Aber genug zum Intérieur. Rein in den Bademantel und auf zum Floating! Vlady ist bei der Einweisung voll und ganz in seinem Element. Er erklärt mir, dass hier im Untergeschoss die gesamte Raumwärme von den Lehmwänden, dem Boden und der Decke ausgeht und sich daher optimal verteilt. Im Gegensatz zu vielen anderen Floating-Locations kommt so kein Kältegefühl auf – weder während des Floatens, noch wenn danach man aus dem Becken steigt.

Außerdem wird im MeerSpa ganz nach John C. Lilly gefloatet. Das heisst: Ihr habt zwar am Anfang Lichter und Musik im Raum, beides wird während der 60 Minuten im Wasser jedoch soweit zurückgefahren bis ihr euch in einem dunklen und vollkommen stillen Raum befindet (außer natürlich, ihr möchtet das nicht). Das ist mir so in der Tat in noch keiner anderen Floating Location begegnet und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich die völlige Abschirmung von Außenreizen und eine Gehirnwellenfrequenz zwischen Wachsein und Schlafen wohl anfühlt.

Floating Meerholz

Vlady verabschiedet sich, ich ziehe meinen Bikini aus, hüpfe nochmal unter die Dusche (sowohl eine Toilette, als auch eine Dusche befinden sich direkt im Raum), steige in’s Becken, lege mich auf den Rücken und treibe – schwupps – an der Wasseroberfläche. Dadurch, dass im MeerSpa Magnesiumsulfat zum Floaten eingesetzt wird, bekommt ihr weder schrumpelige Hände, noch wird eurem Körper bei dem ganzen SPAss Wasser entzogen. Zuerst fühlt sich alles an wie immer, aber nachdem sich sowohl die Musik, als auch die Lichter verabschieden, wird es crazy.

Es ist nämlich keineswegs still. Ich höre meinen Herzschlag. Und zwar ganz schön laut. Stellt euch an dieser Stelle die Akustik eines gleichmäßig schlagenden Herzens vor. Ich hab‘ das Gefühl, dass der Herzschlag sich von der Mitte des Beckens nach allen Seiten über das Wasser verteilt. Ich weiss, das liest sich jetzt ein bisschen irre, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Ich brauche ein paar Minuten, um mich daran zu gewöhnen und dann macht es irgendwas mit mir, was dafür sorgt, dass sich meine Extremitäten ganz von alleine neu ausrichten. Augenscheinlich waren meine Adduktoren noch aktiv, ohne dass es mir bewusst war. Meine Beine fallen nach außen. Der Kopf sinkt noch ein bisschen tiefer in die ausgehöhlte Poolnudel, auf der ich ihn gebettet habe und auch meine Arme gleiten noch ein bisschen weiter nach außen. Ich glaube, ich weiss jetzt, was John C. Lilly meinte.

Floating in Meerholz

Nach dieser Nummer muss ich erstmal wieder zu mir kommen. Und entscheide mich für die Schaukel.

Als nächstes geht es für meine imaginäre Begleitung und mich in den Sandraum. Ja, ihr habt richtig gelesen. Eine Sandliege kann jeder. Vlady hingegen hat sich für einen ganzen Sandraum entschieden, der von unten über warme Luft beheizt wird. Stellt euch das vor wie einen 37m² großen Sandkasten für Erwachsene. Einen warmen Sandkasten:

 Sand Wellness MeerSpa

Im Sandraum des MeerSpas habt ihr 2 Möglichkeiten. Entweder, ihr lasst euch in einem Laken so halb verbuddeln (was sich absolut grandios anfühlt, weil der warme Sand euch so nochmal ordentlich durchwärmt) oder ihr liegt auf dem Laken und aalt euch unter der Klafs Sonnenwiese (einer Bestrahlung durch Ultraviolett- und Infrarotlicht von oben). Ich habe beides nacheinander ausprobiert und mochte die Einbuddelung fast noch ein bisschen lieber. Das folgende Bild demonstriert, die Laken-Wickelung. Keine Arme, kein Smoothie. Düdüm.

Sand Wellness im MeerSpa

Also schlürfe ich den MeerSpa Smoothie nach der Wickelung unter der Sonnenwiese. Er schmeckt sehr beerig und ziemlich lecker. Falls ihr ihn bei eurem Besuch auch ausprobieren wollt: Er hört auf den Namen „MeerSpa Smoothie“.

Und auf den Sand folgt die Massage. Im MeerSpa gibt es einen wavebalance Floater. Erinnert ihr euch an wavebalance? (Manuela, die wavebalance Königin herself, hatte mich mal in einem Facebook Livestream auf einem ihrer Floater behandelt.) Langfristig ist es zwar angedacht, dass noch ein zweiter Floater in’s Holzhaus einziehen soll, aber bis es soweit ist, müssen alle Paare, die sich zusammen im MeerSpa entspannen und parallel massiert werden wollen, „Schnick Schnack Schnuck“ spielen. Meine imaginäre Begleitung lässt mir den Vortritt und ich darf auf den Floater. Yiiiha!

wavebalance Massage im MeerSpa

Mein Behandler heute ist Vlady und Vlady performed mit einem 60-minütigen Mix aus fließenden Streichungen, die auch in die Tiefe gehen. Ein bisschen lomi-like, ein bisschen klassisch, insgesamt eher ganzheitlich und – wie es sich für wavebalance gehört – ausschließlich in Rückenlage, also auch unter dem Körper. Die Stunde fliegt und ehe ich mich versehe, sitzen wir dann auch schon wieder zusammen beim Abendessen. Ich habe nie wohlig durchgewärmter und entspannter Lasagne gegessen. Ehrlich.

Aber back to business: Es gibt auch eine kleine Sauna im MeerSpa, der Schwerpunkt liegt meiner Meinung nach jedoch ganz klar auf Wasser, Sand und Treatments, wie es der Name ja auch schon vermuten lässt. (Vlady träumt für die Zukunft von einer russischen Banja. Ich halte euch diesbezüglich auf dem Laufenden.) Bei verschiedenen Packages könnt ihr auch den Salzraum nutzen, den ich euch abschließend auf keinen Fall vorenthalten möchte:

Salzraum MeerSpa

Für das Package, das ich ausprobiert habe, solltet ihr locker 4-5 Stunden Zeit mitbringen. Ich kann mir vorstellen, dass gerade die Sandpackung sich im Herbst oder Winter auch super als Einzeltreatment zum Auftauen eignet. Mit dem Mix aus Floating, Strand und Massage verlasst ihr das Holzhaus aber ganz sicher maximal geerdet und tiefenentspannt.

Die Hardware im MeerSpa, die sich by the way auf fast 500m² verteilt, ist nicht von schlechten Eltern. Der wavebalance Floater, die Klafs Sonnenwiese, das überdurchschnittlich große Floatingbecken oder der speziell angefertigte Sandraum -hier steht das MeerSpa großen Hotels und Day Spas  in nichts nach. Das Besondere ist jedoch der persönliche Einschlag. Sei es durch die „Deko“ oder durch die Tatsache, dass hier die ganze Familie am Gast tätig ist. Ich weiss nicht, wie es euch bei einem MeerSpa-Besuch geht, aber ich kann nicht anders, als ganz beseelt wieder abzureisen. Wenn Menschen so richtig brennen für das, was sie tun, dann macht mich das ja immer ganz besonders an.

Also: Alle hin da! Und lasst mich mal wissen, was das Floating ohne Licht und Musik mit euch gemacht hat.

Happy Relaxation!

Jenny

Ich wurde vom MeerSpa eingeladen. Um den Blog als Full Time Job bespielen zu können, arbeite ich mit einem Tagessatz. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Spas, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig von meinem Tagessatz. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.