Warum Fitnesswahn und Diäten nicht zu einem glücklichen Leben führen.

Liebe Leute, ich komme nicht umhin, heute einen Post mit euch zu teilen, der mir *eigentlich* schon seit Jahren ein Herzensanliegen ist. Ich habe immer mal wieder Anläufe gestartet, aber den fertigen Entwurf nie veröffentlicht. Den finalen Schubser hat mir jetzt letztenendes der Launch des Food’n’Love Kurses verpasst, denn ich wurde in den vergangenen Wochen mehrfach gefragt, warum ich jetzt auch noch „dieses Ernährungsding“ mache.

Es soll ja ganz lohnenswert sein, immer mal wieder die Komfortzone zu verlassen und aus eben diesem Grund geht es hier heute mal ein bisschen deeper zu als sonst. Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass wir im Großen und Ganzen alle nach den gleichen Dingen streben. Ein glückliches und entspanntes Leben. Liebe, Fülle, Gesundheit. Und wenn ich mir anschaue, was die meisten Menschen tun, um dieses Ziel zu erreichen, dann dreht sich mir der Magen um. Denn Gesundheit definiert sich heutzutage größtenteils über Ernährung und Sport. Die Diät- und Abnehmindustrie ist ein milliardenschweres Business und es ist ihr ein Leichtes, die Leute einzufangen. Uns allen wird im Außen unentwegt suggeriert, dass wir zu vergiftet, zu fett und zu faul sind. Und älter werden dürfen wir auch nicht. Schöne Scheiße.

Ich appelliere auf diesem Blog seit nunmehr fast 5 Jahren an den gesunden Menschenverstand und propagiere Entspannung. Nicht nur im Treatmentraum, sondern auch im Kopf. Aber vielleicht muss ich da mal ein bisschen weiter ausholen. Meine Grundüberzeugung ist nämlich die, dass wir alle schon richtig und gut und perfekt sind, und zwar genau so wie wir sind. Und das einzige, was wir tun müssen, ist das zu erkennen. Es braucht weder Selbstgeißelung in Form von Sport, noch macht es uns gesünder oder glücklicher, wenn wir uns bestimmte Lebensmittel verbieten. Sowohl Essen, als auch Bewegung können so viel Freude machen, wenn man nicht auf Ernährungsguru x oder Diät y hört, sondern einfach nur auf seinen Bauch.

In dem Moment, in dem wir erkennen, dass wir nichts an uns verändern müssen, um vollkommen zu sein, braucht es keinen Kampf mehr. Weder gegen Kilos, noch gegen den inneren Schweinehund, der keine Lust hat, die Laufschuhe zu schnüren. Und wenn wir mutig genug sind, dieses Leistungsdenken loszulassen und aus diesem Wahnsinn auszusteigen, dann machen sich sukzessive ganz automatisch Entspannung, Glück und Gesundheit in uns breit.

Aber Achtung: Der Moment, in dem man aufhört, wie ein Lemming der Masse Richtung neuestem Ernährungshype zu folgen, und Verantwortung für seinen Körper und sein Leben übernimmt, wird auch der Moment sein, in dem Gefühle und Ängste in einem hochblubbern, die man bisher ganz erfolgreich weggedrückt und zugedeckt hat. Aber mit diesen Gefühlen und Ängsten zu dealen, kann so viel reinigender und klärender sein als jeder Juice Cleanse!

Es hat mich wirklich schockiert, dass jemand unter meinem Instagram Bild kürzlich Zucker mit Kokain verglichen hat. Wir sind derart gebrainwashed von dieser milliardenschweren Diätindustrie, dass wir unserem Bauchgefühl nicht mehr vertrauen und stattdessen auf irgendwelche Leute hören, die propagieren, dass High Carb die einzige Lösung ist. Oder Rohkost. Oder dass Zucker das neue Kokain ist. Viel spannender ist doch aber die Frage: Warum tun wir uns das an? Warum geißeln wir uns und essen nicht mehr, worauf wir Lust und Appetit haben? Warum fallen die „Du bist zu fett / Du bist zu vergiftet / Du bist zu faul“-Reize, die im Außen unentwegt auf uns einprasseln, damit wir konsumieren und kaufen, auf einen so fruchtbaren Boden?

Das ist die große Challenge. Ganz genau hinzuschauen und hinzufühlen und aufrichtig mit sich selbst zu sein. Warum möchte ich abnehmen? Was verspreche ich mir davon, wenn ich 5 Kilo weniger wiege? Fühle ich mich klein und/oder wertlos und/oder ungesehen? Wie steht es um meinen Selbstwert? Wie hart gehe ich mit mir selbst und meinem Körper in’s Gericht und wie hart mit anderen?

Vielleicht versteht ihr jetzt, warum mir der Food’n’Love Kurs so sehr am Herzen liegt, denn dort knöpfen wir uns über 6 Monate sehr viele Lebensbereiche im Hintergrund vor, die oberflächlich betrachtet, erstmal so gar nicht mit Diäten und Essensrestriktionen in Zusammenhang gebracht werden. Das ist alles eine unfassbar komplexe Thematik und wenn man sich mal anschaut, wie stark der Großteil der Menschen sich unentwegt geißelt, dann sagt das ja auch ganz schön was aus über den kollektiven Selbstwert.

Wäre es nicht wunderbar, wenn immer mehr Menschen die Kontrolle über ihre Ernährung und ihr Bewegungsverhalten einfach niederlegen und erkennen, dass sie schon jetzt absolut umwerfend sind, ohne dass sie noch irgendetwas dafür tun müssen?

Wie seht ihr das? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

Jenny