Veränderungen auf I LOVE SPA

Veränderungen auf I LOVE SPAFreunde der Entspannung, es gilt, weitreichende Änderungen zu verkünden!

Wenn man reist (also nicht pauschal, sondern so richtig), dann macht das ja oft was mit einem. Und mir geht es da nicht anders als allen anderen Leuten, die ihren Rucksack packen. Man muss augenscheinlich nicht zwangsläufig alleine in einen indischen Ashram ohne WiFi einchecken oder kontemplativ in balinesischen Hipster Cafés Açai Bowls löffeln, um mit ein bisschen Abstand die Dinge zu betrachten, die man im Alltag so treibt.

Als ich am Wochenende nach 4 Wochen zurück nach Deutschland gekommen bin, haben mich meine Social Media Kanäle stärkstens verstört. Ich war nicht viel online in Thailand und fühlte mich plötzlich ganz schön verarscht von „Influencern“ auf Instagram und Snapchat, die mir (ungekennzeichnet) Waren an’s Herz legten, für deren Promotion sie bezahlt wurden. Eine Sache, die mich eh‘ schon seit längerem nervt. Und dann waren da plötzlich eine Zilliarde Adventskalender, die zwar erstmal suggerieren „Ihr Lieben, ihr liegt mir am Herzen, ich hab‘ Geschenke für euch“, deren Spielregeln mich aber regelrecht anwiderten. „Folge meiner Facebook Page, like den Beitrag, teile den Beitrag, folge mir auf Instagram, schlage einen Purzelbaum, blabla“. Aber was schreibe ich hier – ihr habt das ja selbst alle in eurer Timeline.

Irgendwas muss in den vergangenen 4 Wochen mit mir passiert sein, was dafür gesorgt hat, dass sich dieses ganze Social Media- und Verlosungstheater für mich nun mehr als unstimmig anfühlt. Überall Konsum, Gewinnspiele und das Gehechel nach höheren Followerzahlen. Erst bekam ich schlechte Laune und konnte sie nicht so recht zuordnen. Dann fing‘ ich an, alle Influencer auf Snapchat und Instagram zu entfolgen, von denen ich mich hinter’s Licht geführt fühlte und weitere 24 Stunden später wurde mir klar: Ich will da nicht mehr mitspielen.

Eben jenes Gehechel nach Followerzahlen, die Ignoranz der Firmen, ob es sich um echte oder gekaufte Follower handelt, die Zahlungsaufforderungen von Facebook, die unentwegt auf mich einprasseln und mich darauf hinweisen, dass ich die Menschen, die mir folgen, nicht erreiche und die zunehmend schwindende Wertschätzung für richtig guten Content und Mehrwert – ich hab‘ da keine Lust mehr drauf. Also wird sich ein bisschen was ändern.

Ich möchte mich zukünftig voll und ganz auf den Blog fokussieren, denn hier steckt mein Herz drin. Ich bin Blogger. All‘ die Influencer bzw. „It-Girls“, die auf vollkommen austauschbaren Kanälen heute lächelnd Gesichtsbürsten in die Kamera halten und morgen kollektiv Nassrasierer bewerben – ich kann und will da nicht dazugehören. Die Mehrzahl der Leser kommt nicht hierher, weil sie an mir als Person interessiert sind, sondern weil sie googeln und über meine Empfehlungen ihre Kaufentscheidung treffen. I LOVE SPA hat ein Fundament, das auf meiner langjährigen Expertise beruht und mittlerweile gar nicht mal so übel bei Google rankt.

Ich habe den Blog von Thailand aus 4 Wochen sehr lässig und ohne großartige Social Media Bemühungen bespielt. Und wisst ihr, was das für Auswirkungen auf die Zugriffszahlen hatte? Sie sind gestiegen! Der Blog hatte im November erstmalig über 18.000 Unique Visitors! Aber was hat diese Erkenntnis jetzt für euch zur Folge?

Der YouTube Newsletter wird eingestellt.

Ich habe immer wieder ganz reizendes Feedback von euch zu den Videos bekommen und ich weiss, dass es Leute gibt, die ihn zum Einschlafen anhören, de facto habe ich aber keinen Schimmer, wie viele Leute ich mit so einem Video wirklich erreiche. Die meisten Abonnenten schauen ihn in der Email und nicht auf YouTube an, werden also auf YouTube gar nicht mitgezählt. Dennoch hat sich das Verhältnis Email-Abonnenten/YouTube-Abonnenten zuletzt immer mehr umgekehrt. Es haben also immer mehr Leute per Email deabonniert, während neue auf YouTube dazukamen. Das hat sich für mich sehr schräg angefühlt, weil ich mich in keinster Weise als YouTuber sehe.

Der YouTube Newsletter entstand damals ja auf eine Umfrage hin. Ihr hattet euch einen Newsletter gewünscht. Ich selbst jedoch hasse Newsletter und fühle mich von ihnen fast immer belästigt. Das wöchentliche Video war für eine Weile ein ganz okayer Kompromiss, aber es fühlt sich für mich leider nicht mehr stimmig an.

Snapchat wird reduziert.

Wer mir auf Snapchat folgt, wird es schon bemerkt haben. Ich werde ab sofort nur noch snappen, wenn ich unterwegs bin. Bei Spa Checks, Events, Veranstaltungen, all‘ sowas. Es wird kein Gelaber und keine Unboxings mehr geben. Ich möchte mich wirklich auf den Blog fokussieren und weniger Zeit mit Social Media verschleudern.

Facebook und Instagram werden nach Lust und Laune bespielt.

Und zwar genauso, wie es mir am meisten Spaß bereitet. Wenn ich gerade in einem thailändischen Supermarkt stehe und auf die Idee komme, 3 Tiermasken mehr zu kaufen, um euch spontan eine Freude zu machen, dann mache ich das. Und wer so eine Maske gewinnen will, muss dann auch keine Purzelbäume schlagen und mich auf allen Kanälen abonnieren und Herzchen verteilen. Natürlich werden meine Followerzahlen mit dieser ungewöhnlichen und destruktiven Social Media Strategie nicht durch die Decke gehen, aber ganz ehrlich? Was hab‘ ich von der doppelten Followerzahl, wenn ich sowieso bei jedem Post Geld investieren muss, um die Leute auch wirklich zu erreichen?

Back to the roots! Fokus auf den Blog.

Ich mach‘ hier einfach weiter mein Ding. Das heisst, dass auch weiterhin die Bandbreite von Lush bis Sodashi und vom Hello Kitty Spa bis zum Leading Hotel reichen wird und dass ich Kraftausdrücke benutze, wenn mir danach ist. Denn hier hab‘ ich die volle Kontrolle über alles, was passiert und hier findet auch keinerlei Reichweitendrosselung statt.

Auch wenn Social Media nach außen immer so locker-fluffig rüberkommt – da steckt, alle Kanäle zusammengenommen, ganz schön viel Arbeit drin und all‘ diese Stunden werde ich zukünftig übrig haben, um auch mal wieder eine Yogaklasse nur zum Spaß zu besuchen oder Projekte wie den Kurs mit Moritz in die Tat umzusetzen.

Ich habe das große Glück, der reichweitenstärkste Blog einer Nische zu sein, die im Luxussegment angesiedelt ist. Dadurch befinde ich mich nicht im kontinuierlichen Battle um Kooperationen, wie das beispielsweise bei Lifestylebloggern der Fall ist. Entweder ein Spa sieht den Mehrwert meiner Arbeit – oder eben nicht. Insofern habe ich jetzt nicht unbedingt Angst, dass diese Änderungen sich geschäftsschädigend auswirken könnten. Ich glaube viel mehr ganz fest daran, dass die Dinge immer flutschen, wenn man seinem Herzen folgt und dass man sich nur verkantet und blockiert, wenn man zu verkopft und strategisch agiert.

Aber wie auch immer – ich hoffe, dass all‘ diejenigen, die meine Videos zum Einschlafen hören, jetzt nicht bitterlich weinen. Ein letztes wird es am Wochenende noch geben. Ab dann müsstet ihr hier vorbeischauen.

Im Januar wird der 1000. Blogpost online gehen und ich freu‘ mich wie ein Sojaschnitzel!

Jenny