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Du hast den tollsten Job der Welt! Aber jetzt leg‘ doch mal das Handy weg.

01/11/2016

Traumjob SpabloggerEs ist mal wieder an der Zeit für einen Meinungspost, denn es gibt da ein Thema, das mich ganz schön provoziert. Ich bespiele diesen Blog nun seit einem knappen halben Jahr ohne Netz und doppelten Boden hauptberuflich. Ich bereue diesen Schritt keineswegs, aber es scheint eine massive Diskrepanz zu geben zwischen meiner tatsächlichen Arbeit und ihrer Außenwirkung. Und aus diesem Grund möchte ich mich heute in dieser Sache mal äußern.

Ich höre mindestens 10-15 mal die Woche den Satz „Boah, Du hast ja wohl mal den tollsten Job der Welt! Wenn Du eine Assistentin brauchst, sag‘ Bescheid!“ Ich weiss, dass dieses Statement nicht böse gemeint ist. Dennoch fällt es mir zunehmend schwerer, darüber hinwegzulächeln und freundlich zu nicken. An schlechten Tagen erwidere ich sowas wie: „Dann mach‘ doch einfach dasselbe! Jeder kann bloggen. Und jeder kann online über Spas schreiben!“ Das will nur niemand hören.

Wisst ihr, es war nie mein Ansinnen, dass dieser Blog eines Tages für meinen Lebensunterhalt sorgt. Ich wollte eine Übersicht für Berlin erstellen. Es ging mir um Qualitätssicherung. Als mir 2013 die erste Einladung aus Hamburg in die Inbox flatterte, lehnte ich ab mit der Begründung „Nein, sorry. Hier liegt ein Missverständnis vor. Ich mache nur so eine Übersicht für Berlin.“ Ich hatte sowas von keine Ahnung, wo das hier alles hinführt. Aber ich habe vom ersten Tag an meine ganze Energie, mein ganzes Herzblut und auch mein ganzes Geld in diesen Blog gesteckt. Seit dem 7. Juli 2012 sitze ich in jeder freien Minute am Computer, denn auch wenn es von außen vielleicht nicht so aussehen mag: In I LOVE SPA steckt unfassbar viel Arbeit!

Die Spa Checks, also das, worum ich augenscheinlich von allen beneidet werde, machen nur etwa 5% meines Arbeitspensums aus. In Wahrheit verbringe ich mehrere Stunden täglich mit Email-Verkehr, der größtenteils nirgendwo hinführt. Mal zur Relation: Von 100 Emails, die mich erreichen, kommen etwa 50 für den Blog in Frage. Nachdem ich 50 mal mein Media Kit rausgeschickt habe, steigen 30 Unternehmen wortlos aus der Kommunikation aus, 10 zetteln eine Diskussion an und 9 beschimpfen mich. Weil ich Geld berechne für Leistungen, die ich erbringen soll. Journalisten schreiben schliesslich auch keine Rechnung. Bodenlose Unverschämtheit. Sowas haben sie ja noch nie erlebt. Von 100 Emails, die mich erreichen, kommt es durchschnittlich in etwa einem Fall zu einer Zusammenarbeit.

Versteht mich jetzt nicht falsch, ich liebe das Bloggen an sich. Es macht mir große Freude, aber diese Beschimpfungen setzen mir bisweilen schon zu und es ist nicht immer so easy, diese Energie abzuschütteln, den Schalter umzulegen und eben jene Leichtigkeit nach außen zu transportieren, die mir so sehr am Herzen liegt.

Natürlich liest sich jeder veröffentlichte Post am Ende wie Urlaub. Weil so ein Aufenthalt in einem Wellnesshotel für den Endverbraucher ja auch Urlaub ist. Und die ganzen unschönen Dinge, die im Hintegrund ablaufen, thematisiere ich nicht. Zum Beispiel, dass ich Wien vergangene Woche canceln musste, weil ich die Hotelübernachtungen selbst hätte zahlen sollen. Weil man mich wie ein kleines, dummes Mädchen behandelt hat, das sich ein „Gratistreatment“ erschnorren will. Nur ein Beispiel.

Ich stecke auch diesen Treatment-Overload nicht immer so easy weg. Dann muss ich hier in Berlin meinen Osteopathen aufsuchen, der alles wieder in Ordnung bringt. Was mich Zeit und Geld kostet. Die Realität hinter der pastelligen Blogfassade sieht also keineswegs so aus, dass ich nur hart abchille, in den tollsten Spas rumliege und mich unentwegt einölen lasse. Check!

Jetzt könnte man sagen: „Naja, aber Jenny, das kannst Du den Lesern nicht übelnehmen. Als Leser weiss man eben nicht, wie viel Arbeit hinter so einem Projekt steckt.“ Das mag sein, aber selbst andere Blogger hauen gelegentlich sowas raus wie „Boah, ich bin neidisch, genieß es“, bevor ich mich auf den Weg in ein Wellnesshotel mache – was mich mit offenem Mund sprachlos zurück lässt.

Denn ich schreibe nicht nur 4-5 Blogposts die Woche (und zwar in 52 Wochen im Jahr), sondern muss auch die ganzen Außentermine koordinieren, Flüge, Hotels und Bahntickets buchen, auf den perfekten Content-Mix aus Spas, Produkten und Yoga achten, Fotos machen, mich um Suchmaschinenoptimierung kümmern, viel zu viel Zeit in sinnbefreite Dinge wie Instagram oder Facebook inverstieren, weil Firmen meine Social Media Kanäle nach wie vor als primäres Bewertungskriterium für meine Arbeit hernehmen, die Email-Beschimpfungen auf mich niederprasseln lassen, mich um geklaute Texte kümmern und damit leben, dass es immer mehr Copy Cats gibt, die mich 1:1 kopieren, weil ich ja den geilsten Job der Welt habe und ausschliesslich hart abchille in den geilsten Spas der Republik.

Nehme ich hin, versteht mich nicht falsch. Ich steck‘ das weg. Allerdings fällt es mir zunehmend schwerer, cool zu bleiben, wenn gleichzeitig dieser Digital Detox Mist auf mich projeziert wird. „Mach‘ in Thailand doch einfach mal eine Pause.“ „Jetzt leg‘ doch mal Dein Handy weg.“ „Du arbeitest zu viel.“

Gerade jetzt vor Thailand nehmen diese gut gemeinten Ratschläge wieder zu. Daher möchte ich mich einmal öffentlich dazu äußern: Ich habe kein Suchtproblem. Mein Smartphone und mein Computer sind für mich Arbeitsmittel und das Internet ist für mich nicht der Teufel. Wer mir auf Snapchat folgt, der weiss um mein social media-scheues soziales Umfeld und dass ich immer mal wieder auch 2-3 Tage offline bin. Ich genieße diese Zeiten mit mir wichtigen Menschen sehr, bin mir währenddessen aber dennoch vollkommen darüber im Klaren, dass das Internet und eine gewisse Präsenz und Kontinuität zu dem von mir freiwillig gewählten Job einfach dazugehören. Und diese Tatsache stresst mich in keinster Weise.

Glücklicherweise gibt es einen Menschen an meiner Seite, der versteht, dass die Grenzen zwischen meiner Arbeit und meiner Freizeit verschwimmen. Und dass ich nicht einfach so 4 Wochen verreisen und dabei mal eben auf „Stop“ drücken kann. Dass ich in den ersten Tagen in Bangkok gleich mehrere Spas besuchen werde, weil mich als Spa Nerd typisch thailändische Spa Brands und die dazugehörigen Day Spas einfach interessieren. Und ich möchte das mit euch teilen. Denn es macht mir Freude! Wer sind also diese Menschen da draussen, die mir verbieten wollen, im Urlaub online zu sein, weil sie selbst vom Internet genervt und von ihrem Smartphone gestresst sind? Was maßen diese Menschen sich an, mir auf der einen Seite zuzusäuseln „Du hast echt den tollsten Job der Welt“, mir dann aber gleichzeitig auch mal Offline-Zeiten und Veröffentlichungspausen auferlegen wollen?

Wenn ich mich mit Print-Formaten messen will, dann muss ich auch mit der gleichen Professionalität an die Sache rangehen. Aus diesem Grund findet ihr auf I LOVE SPA weder persönliche Dramen, noch macht der Blog irgendwelche Pausen. Ich bin für alles alleine verantwortlich. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, nicht mehr selbst zu behandeln und die Challenge „Full Time Blogging“ anzunehmen. Und damit geht einher, dass der Blog auch mit mir in den Urlaub fährt. Insofern wäre es ganz cool, wenn dieser Projektionsmist so kurz vor Thailand mal ein bisschen abebbt.

Es gibt kein vergleichbares Projekt (auch international ist mir nach wie vor nichts dergleichen bekannt), bei dem ein unabhängiger Blogger einzig und alleine von einem reichweitenstarken Spa Blog lebt. Ich hab‘ mir in den vergangenen 4 Jahren und 4 Monaten den Popo aufgerissen – und wisst ihr was? Ich hatte auch noch Spaß dabei. Dass der Blog so erfolgreich geworden ist, hängt sicherlich von dem Mix meiner Expertise und meiner Art, zu schreiben ab. Maßgeblich verantwortlich ist dafür aber unendlich viel Arbeit. Wer also der Meinung ist, dass ich das geilste Leben der Welt führe, der möge es mir doch bitte einfach gleichtun. (Im Idealfall ohne meine Texte zu kopieren oder meine Bilder 1:1 nachzustellen.) Und wenn ihr dann 2 Jahre lang jede freie Minute in ein Projekt gesteckt habt, ohne auch nur einen einzigen Cent damit zu verdienen, dann reden wir weiter.

Und alle, die jetzt ganz tapfer bis zu dieser Stelle hier durchgehalten haben: Ihr dürft euch in den kommenden 4 Wochen auf tollen Thailand Content freuen! Kommt doch gerne mit auf Instagram!

Jenny

8 Kommentare

Kommentar von Tanja am 01/11/2016 bei 11:48   

Liebe Jenny, das sprichst du mir aus der Seele. Tatsächlich erklärt man, auch grad eben auf offiziellen Reisen, immer wieder, warum man denn nun filmt und Fotos macht etc. Das es im Privatleben oft anders läuft, glaubt einem da keiner so richtig... ;-) Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Spaß in Thailand. Ich weiß, wie sehr und wie lange du dich schon auf die Reise freust... ich bin gespannt und freu mich auch schon auf deinen Input. :-) Liebe Grüße Tanja

Kommentar von I LOVE SPA am 01/11/2016 bei 11:49   

Danke Dir Tanja :)

Kommentar von Lena am 01/11/2016 bei 14:21   

Diese Kommentare sind leider nicht ungewöhnlich. Ich bin Fotografin und mir wird auch ständig gesagt, wie sehr mich jemand um den Job beneidet und "Viel Spaß" gewünscht, wenn ich wieder in ein Wochenende praktisch ohne Pause starte. So ist das wohl mit unseren Jobs. Man weiß erst, wie das alles ist, wenn man selbst freiberuflich in einem solchen "Traumjob" arbeitet. Ich wünsche Gute Nerven! Und keine unliebsamen Überraschungen in Thailand.

Kommentar von I LOVE SPA am 01/11/2016 bei 14:34   

Danke Dir! Und ja, vermutlich hast Du recht :/

Kommentar von strawberrymouse am 02/11/2016 bei 01:39   

Ich musste tatsächlich ein wenig schmunzeln; ich folge Dir ja bei Snapchat und bekomme mit, wie frustrierend die Akquise oftmals ist...ein Grund warum die Selbstständigkeit nichts für mich ist. Bei mir ist es umgekehrt: Bloggen ist der profane Ausgleich zum RL. Da bin ich in leitender Position im Sozialwesen, arbeite an Wochenenden und Feiertagen, kann nicht zu jeder Feier gehen und nehme mir jeden Tag wieder vor, heute aber wirklich mal früher Feierabend zu machen und mache es dann - wie immer -nicht. Wenn ich frei habe und mein Handy vergessen, kriege ich die Krise, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, liegt es neben mir, weil ja 'was Wichtiges sein könnte und während wir Essen gehen, gehe ich dann auch mal 20 Minuten raus, um arbeitstechnisch zu telefonieren. Ich bekomme also auch sehr häufig gesagt, dass ich doch bitte mal das Smartphone weglegen soll oder warum ich jetzt schon wieder telefonieren muss, denn ich hätte ja frei. Die Ironie dabei: alle Anderen scheinen überwiegend frustriert in ihrem Job und ich liebe meinen. Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen: 9 to 5 ist überhaupt nicht mein Ding und klar, ich könnte mit geregelten Arbeitszeiten im Amt sitzen oder das doppelte in der freien Wirtschaft oder bei bei einer Unternehmensberatung verdienen. Ich will es nur nicht. Wenn ich dann unter der Woche frei habe und mich mittags zum Kaffee treffen kann, heißt es dann, ob ich schon wieder frei habe...Menschen kann man es einfach nicht recht machen ;)

Kommentar von I LOVE SPA am 02/11/2016 bei 11:09   

Oh Mann...du hast so recht. Es beruhigt mich ein bisschen, dass es anderen genauso geht. Höchstwahrscheinlich kommen diese Kommentare ja auch immer nur von denjenigen, die selbst unzufrieden mit ihrer Arbeit, ihrem Umgang mit dem eigenen Smartphone oder dem Internet ganz allgemein sind. Anstrengend :/

Kommentar von Andrea Brehm am 03/11/2016 bei 19:07   

Erfolg ist was dir folgt, wenn du dir selbst folgst. Das ist für Menschen, die sich das nicht getrauen eine große Herausforderung dir dabei zu zuschauen... Und du brauchst dich nicht rechtfertigen, sondern leidenschaftlich arbeiten und leben, so wie bisher :)

Kommentar von I LOVE SPA am 03/11/2016 bei 19:11   

Ein schönes Statement. Danke :)

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