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Home Spa mal anders: Eine Schwedische Massage mit Annika von massagio.

19/09/2016

MassagioBevor es heute hier zur Sache geht, muss ich wohl oder übel ein bisschen weiter ausholen, denn die Vorgeschichte zu meinem Date mit Annika von massagio ist alles andere als kompakt. Als massagio vor etwa 1,5 Jahren erstmalig mit mir in Kontakt trat, blockte ich nämlich ab. Es handelt sich hierbei ganz konkret um ein Unternehmen, das mobile Massagen in mittlerweile 19 Städten anbietet. Ihr könnt über massagio mit 2 Stunden Vorlauf zwischen 8 und 22 Uhr eine(n) Behandler(-in) online buchen, der/die dann zu euch nachhause kommt und euch massiert.

massagio warb damals damit, „die besten Behandler der Stadt“ am Start zu haben. Allerdings konnte man eben diese Behandler nirgendwo auf der Website einsehen. Da ich ja nun mal selbst 10 Jahre lang in Berliner Spas unterwegs war (und die Branche eher klein ist), machte ich ein Facebook Shoutout und wollte wissen, ob irgendjemand aus meinem Netzwerk für massagio tätig ist. Das war nicht der Fall und weil ich es tendenziell für eher unwahrscheinlich halte, dass ich keinen einzigen der „besten Behandler der Stadt“ kenne, blockte ich im Frühling 2015 erstmalig ab. (Dass „Axel Springer“ im Impressum stand, verbesserte mein Bauchgefühl auch nicht unbedingt.)

massagio trat dann noch 2 weitere Male an mich heran und beim letzten Mal einigten wir uns darauf, dass ich prinzipiell erst dann offen für einen potentiellen Blogpost wäre, wenn der ganze Spaß transparenter ist und die Behandler(-innen) öffentlich einsehbar sind. Vor einigen Wochen erreichte mich dann nochmal ein Anruf. Es gäbe zwar Behandler(-innen), die nicht online gelistet werden möchten, aber einige könne man nun auf der Website einsehen.

Ich weiss, dass schon einige Blogs über massagio berichtet haben. Wie ihr euch aber vielleicht denken könnt, gehe ich als Spa Nerd mit einer Schwäche für I LOVE SPA Stars und als Verfechterin der Qualitätssicherung weniger unvoreingenommen an die Sache heran, denn was es meiner Meinung nach in dieser Stadt (also Berlin) am allerwenigsten braucht, ist noch ein Unternehmen, das auf Masse setzt und mit überzogenen Versprechungen lockt. Da ich diesen Post heute veröffentliche, könnt ihr euch ja bereits denken, dass massagio mich last but not least überzeugt hat. Nichts desto trotz möchte ich aber auch kein Geheimnis daraus machen, dass ich nie kritischer an einen Spa Check herangetreten bin.

Was die Behandler(-innen) angeht, die zwar Menschen zuhause massieren wollen, gleichzeitig aber anonym bleiben und nicht online gelistet werden möchten, fehlt mir ehrlich gesagt das Verständnis. Klar, dafür kann massagio nichts, aber ich appelliere einfach mal an den gesunden Menschenverstand jener Behandler(-innen). Gerade bei mobilen Massagen funktioniert das beim Endverbraucher ja nicht ohne erheblichen Vertrauensvorschuss und das Bauchgefühl bei der Buchung ist meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen. Anonymität ist der Sache in diesem Fall sicherlich nicht sonderlich dienlich.

Ich meine, klar – bei einer Buchung im Spa hat man in der Regel auch keinen Einblick in die Auswahl der Behandler(-innen), aber mein Zuhause ist für mich persönlich nochmal eine ganz andere Nummer als ein öffentlicher Treatmentraum. Da möchte ich schon vorher wissen, vor wem ich mich in meinem Wohnzimmer entkleide. Ich werfe also einen Blick in die Übersicht und mein Bauch entscheidet sich sehr spontan für Annika. Normalerweise mache ich keine „female only“-Ansagen. Außerhalb meiner Wohnung hält sich das Geschlecht derer, die mich behandeln, ungefähr die Waage. Allerdings fühlt es sich für mich in diesem ganz konkreten Fall eher schräg an, mir einen fremden Mann nachhause zu bestellen.

Ich finde es aber ganz gut, dass bei jedem Behandler ganz explizit die Ausbildung / Berufsbezeichnung mit angegeben ist. Annika zum Beispiel ist Heilpraktikerin. Diese Transparenz, die Qualifikation des Personals betreffend, fehlt in normalen Spas ja gänzlich und wenn Gäste wüssten, wie häufig sie sehr viel Geld für einen Behandler bezahlen, der vor ewigen Zeiten lediglich mal einen Wochenendkurs belegt hat, wäre der Aufschrei höchstwahrscheinlich eher groß.

Der Buchungsvorgang selbst gestaltet sich leicht verständlich und geht fix vonstatten. Ihr könnt allerdings lediglich auswählen, ob es ein männlicher Behandler oder eine weibliche Behandlerin sein soll. Also schreibe ich in das Feld für zusätzliche Anmerkungen, dass ich gerne von Annika massiert werden möchte und bekomme auch zackig eine Bestätigung per Email, dass das klargeht.

Vergangenen Dienstag um 18Uhr war es dann soweit. Normalerweise bin ich vor Spa Checks nicht aufgeregt, aber dieses Mal ist alles anders. Meine Wohnung ist besonders aufgeräumt und ich bin besonders zappelig. Um 17:50 klingelt es. Annika ist da. Sie saust mit ihrer Massageliege im Aufzug nach oben, ich begrüße sie und bin unendlich erleichtert, dass mein Bauchgefühl während des Buchungsvorgangs mich nicht hinter’s Licht geführt hat. Sympathische Vibes im Eingangsbereich meiner Wohnung. Puh.

massagio Annika

Ich hege ja die allergrößte Bewunderung für Menschen, die mobil massieren, denn ich selbst hasse das Geschleppe des ganzen Equipments über alle Maßen. Daher staune ich beim Anblick von Annikas Trolley-Konstrukt auf Rädern nicht schlecht. Die Liege lässt sich ähnlich easy rollen und drehen wie mein Rimowa Koffer. Ich hatte erst ein schlechtes Gewissen, jemanden herzubestellen, der eine Liege mitschleppt, wo doch eine in meinem Keller steht. Aber es soll hier ja authentisch zugehen. Euer Behandler bringt by the way nur die Liege, nicht aber die Handtücher mit, daher seht ihr auf dem Bild oben meine eigenen Saunatücher.

Annika hat 3 Sorten Öl dabei. Theoretisch würde sie aber auch mit einem Öl arbeiten, das ich ihr in die Hand drücke. Check: Haltet euer Lieblingsöl bereit, wenn damit gearbeitet werden soll! Dann fragt Annika, ob sie nochmal eben das Badezimmer aufsuchen darf, um Hände zu waschen (was mich über alle Maßen erfreut, denn nicht viele Behandler(-innen) waschen sich die Hände, bevor sie mich anfassen) und ich frage, ob ich währenddessen fix ein Foto von der eingedeckten Liege machen darf. Kurzer irritierter Blickwechsel. Na, weil ich doch unter Umständen darüber schreiben werde! Hoppla. Annika hat augenscheinlich keine Ahnung, in welche Situation sie hier geraten ist. Hätte ich nur die Klappe gehalten und das Foto einfach schnell gemacht, während sie im Bad ist. Ohgottohgott.

Aber hilft ja alles nix. Es geht los! Ich habe mich für eine Schwedische Massage entschieden, weil sich bei keinem anderen Treatment schneller die Spreu vom Weizen trennt. Annika fragt artig nach Kontraindikationen, bittet mich in die Bauchlage und deckt mich zu. Sogar eine Fußrolle hat sie mitgebracht. Annikas Griff fühlt sich sicher und professionell an. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass ich für eine leicht angespannte Grundsituation gesorgt habe. Also frage ich Annika, ob es für sie fein ist, wenn wir uns unterhalten, was sie bejaht, und so entkrampft sich die ganze Angelegenheit innerhalb kürzester Zeit wieder (was mich unendlich beruhigt).

Während der ersten (ich würde mal schätzen mindestens 20 Minuten) unserer smarten Unterhaltung nimmt sich Annika vollends meines Rücken und insbesondere der Verspannungen zwischen meinen Schulterblättern an. Es ist leider nicht die Regel, an Behandler zu geraten, die verspannte Stellen bemerken und dort mehr Zeit verbringen, anstatt einen sturen Ablauf runterzuölen und oberflächlich rumzuglitschen. Annika fragt mich, ob der Druck passt. Und er passt perfekt. Nach dem Rücken ist die Rückseite der Beine dran, dann die Vorderseite, Arme und als Abschluss der Kopf. Genau so, wie es sich für eine Schwedische Massage gehört.

Was die Technik selbst angeht, unterscheidet sich der Style von Behandler zu Behandlerin bisweilen ja sehr stark. Ich selbst arbeite zum Beispiel sehr fließend und kann ayurvedische, hawaiianische und balinesische Einflüsse in meiner Schwedischen Massage nicht leugnen. Bei Annika mischt sich ein Hauch Thai Massage mit rein, was sich absolut großartig anfühlt.

Nach 60 Minuten, die durch den netten Smalltalk wie im Flug vergehen, erhebe ich mich leicht benommen und bin absolut tiefenentspannt. Wie großartig ist es bitte, dass meine Couch sich lediglich 2 Meter von mir entfernt befindet? Ich feiere innerlich. Und Annika gesteht, dass sie zu Beginn ganz schön nervös war. Das tut mir so leid! Dabei war es keinem einzigen ihrer Griffe anzumerken.

Natürlich steht und fällt so ziemlich jeder Post auf diesem Blog letztenendes immer mit dem Menschen, der mich anfasst. Genau wie bei allen anderen Posts (ich nenne ja immer den Namen meines Behandlers bzw. meiner Behandlerin) kann ich natürlich auch hier nicht pauschal behaupten, dass alle über massagio buchbaren Behandler der Knaller sind. Ich kann euch nur mit auf den Weg geben: Meine Behandlung bei Annika war sehr gut. Mir hat der Mix aus klassischen Elementen mit einem Hauch Thai sehr gut gefallen.

Da mich über Snapchat ein paar kritische Nachrichten erreicht haben in Bezug auf die Entlohnung der Behandler(-innen), möchte ich last but not least aber noch Folgendes anmerken: Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass dieses Business aus der Behandlerperspektive ein knallhartes ist. Will heissen: Körperlich eher sehr anstrengende Arbeit für tendenziell eher wenig Geld. Wenn massagio mich nicht angeflunkert hat, ist der Verdienst der Behandler(-innen) allerdings in etwa vergleichbar mit dem, was ich zuletzt auch im Hotel verdient habe. Annika machte jetzt auf mich im Gespräch auch nicht wirklich den Eindruck, als sei sie da an einen Menschenhändlerring geraten. Sie wirkte happy mit ihrem Auftraggeber.

Was bleibt unter’m Strich also zu sagen? Ich hätte es ehrlich gesagt anfangs nicht für möglich gehalten, aber massagio hat mich überzeugt. Annika hat das super gemacht. Ich fänd‘ ein einheitliches und gebrandetes Öl toll. (Aktuell ist jede(r) Behandler(-in) da selbst für zuständig.) Und es wäre ganz cool, wenn man schon im Buchungsvorgang ganz konkret eine(n) Behandler(-in) auswählen kann, ohne den Wunsch in das Feld für zusätzliche Anmerkungen schreiben zu müssen. Davon abgesehen war der ganze Spaß aber eine äußerst runde Sache.

Eine Stunde kostet 69€ (Stand: September 2016), was im unteren „Medium Budget“-Bereich anzusiedeln wäre. Was mir allerdings zum Schluß noch wichtig ist: Vergesst bitte das Trinkgeld nicht, wenn ihr massagio selbst ausprobiert! Meine Empfehlung: 10% sind angemessen. Das wären 7€. Da die Behandler aber ordentlich Equipment schleppen, freuen sie sich bestimmt auch über 10€.

Viel Spaß und Happy Relaxation!

Jenny

Bei diesem Post handelt es sich um eine bezahlte Kooperation. Ich freue mich, wenn ein cooles Unternehmen den Wert meiner Arbeit erkennt und mich dafür bezahlt. Nur so ist es mir möglich, den Blog in diesem Umfang zu bespielen und euch alle Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ganz unabhängig davon gilt wie immer: Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.

3 Kommentare

Kommentar von Stephanie Dormann am 11/12/2016 bei 14:25   

Liebe Jenny, meine beste Freundin und ich haben aufgrund Deiner Erfahrung mit massagio auch den Schritt "gewagt" und uns einen Termin gebucht. Die zwei Behandler waren beide äußerst freundlich und professionell. Meine Freundin war von ihrem Behandler auch sehr beeindruckt, da er ihr in 90 Minuten fast alle Schmerzen im Rücken weg zaubern konnte. Ich hatte etwas weniger Glück mit meiner Behandlerin. Allerdings war ich kurze Zeit später wieder der Versuchung erlegen, mir etwas gutes zu tun und habe noch einen Termin bei massagio für mich alleine gebucht. Der Kundenservice von massagio ist umwerfend freundlich: ich hatte nur darauf hingewiesen, dass ich jemand anderen als beim letzten Mal buchen möchte und man hat sich darum super gekümmert und mir oben drauf noch einen kleinen Gutschein von 10 Euro geschenkt. Dieser Behandler hat nicht nur die Arbeit seiner Kollegin korrigiert, sondern sich auch ganz wunderbar um alle anderen meiner Problemzonen gekümmert. Ganz klar werde ich massagio wieder buchen, das Preis-Leistung-Verhältnis stimmt, die Behandler können was, meine Empfehlung! Und danke noch einmal fürs "vorkosten".. ;-)

Kommentar von I LOVE SPA am 11/12/2016 bei 19:00   

Oh, das tut mir leid, dass die erste Runde schiefgegangen ist :/ Das Risiko besteht ja leider immer, auch in jedem Spa. Es ist immer wieder ein Glücksspiel, an wen man gerät. Aber es freut mich riesig, dass es im zweiten Anlauf dann ein Happy End gab :) Lieben Dank für die Rückmeldung!

Kommentar von I LOVE SPA am 11/12/2016 bei 19:00   

Also "Happy End" natürlich nur im übertragenen Sinn, Du weisst schon. Argh, sorry ;)

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