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Body Shaming fängt im Gesicht an.

30/08/2016

Bodyshaming fängt im Gesicht anIch werde häufig gefragt, warum ich nicht über dekorative Kosmetik schreibe. Und ich gebe zu: Die Frage ist legitim, schließlich gibt es kaum ein Spa Menü, in dem der Punkt „Tages-Makeup“ nicht auftaucht.

Dass es hier nicht um Makeup geht, ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass ich in keinster Weise einen Zugang dazu habe, zum anderen kann ich aber auch gewisse feministische Tendenzen in dieser Angelegenheit nur schwerlich von mir weisen. Dazu aber später mehr.

Ich pubertierte zu einer Zeit, in der Makeup keine sonderlich große Rolle spielte. Niemand lackierte sich die Nägel oder trug Lippenstift. Wir waren maximal geschlechterneutral und äußerst sackig gekleidet, verehrten Kurt Cobain und feierten zu Guns N’Roses. Wir trugen im Winter 501 zu Doc Martens, die im darauffolgenden Sommer auf Kniehöhe abgeschnitten und mit Birkenstock-Latschen kombiniert wurden.

Und auch als meine Pubertät vorüber war, konnte ich mich nicht wirklich für Lippenstifte und Lidschatten erwärmen. Das hat sich by the way bis heute nicht geändert. Ich besitze nichts dergleichen und wenn ich dann und wann mal „fremdgeschminkt“ werde, erschrecke ich mich jedes Mal beim Blick in den Spiegel und finde, dass dieses Spiegelbild mit meiner Person so rein gar nichts zu tun hat.

Man sollte meinen, dass Makeup dann spätestens im Jahr 2009 Einzug in mein Leben gehalten hätte, denn damals sah‘ ich mich erstmalig mit fiesen Hyperpigmentierungen in meinem Gesicht konfrontiert. Zugegeben, seit meine Stirn so extrem fleckig ist, nutze ich an manchen Tagen den dermalogica Skinperfect Primer, aber an den meisten Tagen tue ich nicht mal das.

Ich bewundere Frauen, die Mascara tragen und nach 2 Stunden nicht aussehen wie ein Panda Bär. Denn an geschminkten Augen darf man ja nicht reiben. Auch nicht, wenn man müde ist, sonst sieht das ganz schön schnell ganz schön scheiße aus.

Wir halten also mal eben fest: Es gibt Frauen, die auf Makeup stehen und auch richtig gut damit umgehen können und es gibt Frauen wie mich. Und auch, wenn ich mich immer wieder frage, ob es nicht irgendwie auch uncool ist, aufgrund von Lippenstift nicht ganz normal essen, aus einem Glas trinken oder knutschen zu können oder ob es nicht auch irgendwie eklig ist, auf einem Kopfkissen voller Makeup aufzuwachen (90% der Ladies, denen ich auf Snapchat folge, sinken abends in voller Kriegsbemalung in die Kissen), so denke ich unter’m Strich doch: Jede, wie sie halt will.

Dass nun neuerdings aber prominente Frauen als besonders mutig gefeiert werden, nur weil sie sich ungeschminkt auf Instagram zeigen, gibt mir zu denken. Und hier kommt das Feminismus-Argument in’s Spiel.

Denn zeigt mir nur eine Frau, die in irgendeiner Form öffentlich unterwegs ist und kein Makeup trägt! Jetzt werden viele vehement widersprechen und beteuern, dass es ihnen doch einfach nur Spaß macht, spielerisch herumzuexperimentieren. Ich weiss, was ich jetzt sage, ist äußerst provokant und das Eis unter meinen pinken Adiletten ist zum Einbrechen dünn, aber könnte man dann theoretisch nicht genauso gut mit Pinsel und Farben auf Papier herumexperimemtieren?

Sollten wir nicht mal ganz ehrlich mit uns selbst sein und uns fragen, warum fast alle Frauen sich täglich die Augen größer und die Lippen voller malen? Warum Fältchen unter dicken Makeup-Schichten verschwinden und Augenbrauen aufgemalt werden, die in der Vergangenheit mit der Pinzette eliminiert wurden? Warum sonst schminken sich Frauen, wenn nicht aus dem Grund, dass sie ihr Gesicht mit Makeup schöner finden als ohne?

Achtung, steile These: Meiner Meinung nach fängt Body Shaming im Gesicht schon an. Denn geht es hier nicht im Grunde ebenso um Selbstakzeptanz wie beim Thema Körper? Sollten wir unsere Hyperpigmentierungen, unsere ausgedünnten Augenbrauen, unsere dünnen Lippen und unsere Augenringe nicht einfach liebevoll umarmen?

Im Bereich des Körperlichen ist diese Haltung mittlerweile ja einigermaßen gesellschaftsfähig. Was das Gesicht angeht, kenne ich allerdings keine einzige Frau, die sich nicht regelmäßig schminkt.

Dieses „Face Shaming“ macht aber auch vor Treatmenträumen nicht Halt. Ihr glaubt mir ja nicht, wie häufig meine Gesichtshaut während eines Facials von meiner Behandlerin bewertet wird. Ich bin 36 Jahre alt und man sollte meinen, es sei den natürlichen Prozessen des Erwachsenenlebens geschuldet, dass eine 36-jährige Haut nun mal nicht mehr aussieht wie eine 20-jährige Haut. Nicht selten sehe ich mich aber mit Aussagen konfrontiert wie „Na, aber das sieht doch noch ganz gut aus“ und während ich höflich lächle, denke ich mir: „Excuse me!? What the fuck?“

Glücklicherweise bin ich mit einem stabilen Selbstbewusstein gesegnet, aber in was für einer Welt leben wir, in der meine Haut nicht älter werden darf? Jedes Mimik-Fältchen hat seine verdammte Daseinsberechtigung und ich möchte es weder wegcremen, noch unterspritzen lassen! Wie heftig ist es bitte, dass Frauen gefeiert werden, nur weil sie sich ungeschminkt zeigen?

Bevor ich jetzt hier aber zum Ende komme, möchte ich abschließend nochmal die Vermutung äußern, dass es sich hierbei (genau wie bei der Bikini-Thematik) um ein reines Frauen-Ding handelt. Mir ist zumindest noch nie ein Mann begegnet, der auf Makeup bestanden hätte. Achtet einfach mal darauf, ob und wie sehr ihr euch mit Bloggerinnen, Instagramerinnen, YouTuberinnen, Models in Magazinen bzw. auf Werbetafeln oder auch einfach bloß mit Frauen in eurem alltäglichen Umfeld vergleicht und wie oft ihr hier wertend unterwegs seid.

Und auch wenn ich prinzipiell der Meinung bin, dass jede Frau so rumlaufen soll, wie sie sich am wohlsten fühlt (egal ob mit unrasierten Achseln, tonnenweise Makeup oder ultrakurzen Hotpants), so wäre es dennoch schön, wenn ungeschminkte Frauengesichter in meinen Social Media Feeds zukünftig eher die Regel als die Ausnahme wären – oder zumindest kein Grund mehr zum Feiern.

Wie seht ihr das?

Jenny

12 Kommentare

Kommentar von Mara am 30/08/2016 bei 14:31   

Hi Jenny, irgendwie motiviert mich dein Beitrag gerade dazu meine Lebensgeschichte aus einer jüngeren Generation loszuwerden ;) Ich war in meiner Schulzeit und Pubertät ein sehr schüchternes Mädchen, was sich immer schlechter als andere gefühlt und verglichen hat. Relativ häufig habe ich aber von Leuten Komplimente für mein Äußeres bekommen. Daraufhin habe ich angefangen meinen Fokus sehr stark darauf zu legen und wurde Abhängig von Schminke. Das ganze hat mein Selbstbewusstsein natürlich in keinster Weise gestärkt und ich wurde nur noch unsicherer in allen Hinsichten, habe mich versteckt. Ich wusste immer das es falsch ist sich so auf etwas Oberflächliches zu konzentrieren, war aber damals noch zu beeindruckt von den coolen Typen und It-Girls meiner Schule um irgendwie anders vorzugehen. Trotzdem bin ich dankbar für diese Schüchternheit und Selbstbewusstseinsschwäche die mich während des erwachsener Werdens nach anfänglicher Oberflächlichkeit und dem Selbsthass auch zur konstruktiver Selbstkritik gebracht hat und mir damit die Motivation gab, etwas an mir zu verbessern, mich mehr Sachen zu trauen, meine Ängste loszuwerden und zu mir zu finden. Und mich zu jemandem viel Stärkeren, als den erwähnten ach so coolen Schulleuten zu machen, die irgendwie genau dort stehen geblieben sind und noch heute langweilige Mitläufer sind. Nach der Schule bin ich ins Ausland gegangen, nämlich in ein Projekt im Amazonas Regenwald, wo ich mit vielen komplett fremden Leuten zu tun hatte, in einer beängstigend neuen Umgebung, mich englisch reden trauen musste und das erste Mal seit Jahren täglichen zurechtmachens ohne Schminke dastand, weil ich alles zuhause gelassen hatte. Das war ein Schock und die ersten paar Wochen waren verdammt hart, weil ich mich unglaublich hässlich gefühlt habe, mit niemandem geredet habe, somit sehr einsam gefühlt habe und mich selbst dafür hasste. Bis ich irgendwann gecheckt habe worauf es wirklich ankommt und die Leute mein wahres Ich kennenlernen durften. Und zwar ohne Versteckspiele. Seit dieser Zeit bin ich endlich aus mir herausgekommen, fühle mich Wohl und freue mich neue Leute zu treffen, mache mich aber auch immer noch gerne zurecht. Wenn ich Ausgehe benutze ich Augenmakeup, weil es mir richtig Spaß macht, da mit meiner Augenfarbe zu experimentieren, so wie auch mal was Schickes anzuziehen. Trotzdem fühle ich mich pudelwohl ohne Makeup auf der Straße und liebe meinen Gammellook auf dem Weg zum Sport (: Es ist einfach das Wichtigste das man mit sich selbst im Reinen ist und nichts verstecken möchte. Trotzdem finde ich das man sich auch nichts verbieten muss, wenn man mal Lust auf eine auffällige Nagellackfarbe oder bling bling Augen hat. Schminke ist scheiße, weil viel zu viele Leute davon auf Abwege gelenkt werden und somit den Fokus auf falsche Oberflächliche Sachen legen. Aber jeder ist für sich selbst verantwortlich und kann irgendwann stop dazu sagen und anfangen sich selbst schön zu finden und dann ist Schminke eine nette kleine Spielerei (: Zum Glück habe ich diese Erkenntnis übers Aussehen schon jetzt bekommen und muss damit nicht einen Heulkrampf kriegen, wenn ich älter werde und Fältchen bekomme. Die gehören dann eben zu mir und meiner Schönheit dazu. Ein dummer Spruch den ich und meine Freundin immer zu uns sagen: "Wir sind immer schön, egal wie hässlich wir gerade aussehen" Liebe Grüße, Mara (jetzt 19 Jahre)

Kommentar von I LOVE SPA am 30/08/2016 bei 16:02   

Wow! Danke für's Teilhabenlassen an Deiner Geschichte! Hat mich grad sehr berührt ?

Kommentar von Sarah am 30/08/2016 bei 18:08   

Ich, als fast einzige makeup aficionada in meinem zum größten Teil aus Frauen* bestehenden Freund_Innenkreis, sehe das ein bisschen anders und freue mich sehr darüber dass du die Diskussion zu diesemachen Thema eröffnet hast, liebe Jenny. Ich werde auf jeden Fall in einem ruhigen Moment ausführlich was dazu schreiben, bin gerade noch beim Arbeiten ;) Bis später!

Kommentar von I LOVE SPA am 30/08/2016 bei 21:13   

Ich bin gespannt :)

Kommentar von Sarah am 30/08/2016 bei 21:20   

So nun geb ich auch mal meinen Senf dazu :) Ich bin aufgewachsen umgeben von verschiedenen Frauen - manche von ihnen waren stark geschminkt, andere weniger, andere gar nicht. Schon als Kind fand ich Make-Up faszinierend und hab meine Puppen geschminkt. Gedanken an Augenringe oder dass man schöner ist mit Make-Up als ohne hatte ich damals nicht im Geringsten. Ich fing mit 14 an meine Wimpern zu tuschen, mit 15 durfte Kajal und etwas Lipliner dazu. Mit knapp 16 dann Foundation und Puder usw. und mit 18 wurde ich Grufti :p Da wurde Make-Up für mich ein Mittel zum Ausdruck meines "Selbst". Danach hatte ich eine für meine Verhältnisse sehr Make-Up-arme Phase die ca. 2 Jahre anhielt, bis ich dann meine Ausbildung zur Kosmetikerin anfing und da lernte professionell zu schminken, was meine Freude an dem Ganzen erheblich steigerte. Ich finde mich mit beidem toll, mit Make-Up und ohne auch - meistens. Aber dann ist da noch ein anderer Aspekt, der für mich eine enorme Rolle spielt: Ich habe schon seit Jahren Schlafstörungen. Hinter diesen Schlafstörungen stehen seelische und psychische Probleme. Diese Probleme sind meine Privatangelegenheit. Und ich möchte selbst entscheiden wem ich mitteile wie es mir geht und wem nicht. Wenn ich mich nicht schminke sehe ich oft so scheiße aus wie ich mich manchmal fühle: extrem blass, farblos, fahl, gräulich mit enormen Augenringen und roter Wasserlinie. Wenn ich deprimiert aufwache und den Tag irgendwie rumkriegen will, starte ich das mit einem Ritual das mir das Gefühl gibt mich in meiner Haut wohl zu fühlen. Ich schminke mich, und zwar so dass man nix mehr sieht von den Augenringen und der blassen fahlen Haut. Concealer, Blush und Highlighter sind meine beste Freundin und meine Kriegsbemalung in einem, mit der ich mich, selbst wenn es mir elend geht, dem Alltag stelle. Und da möchte ich nicht bevormundet werden à la "Steh doch zu deinen Makeln, lieb dich doch wie du bist!" Ich liebe mich indem ich mir selbst helfe mich so zurechtzumachen dass ich nicht vor jedem Menschen "nackt" dastehe, dass jeder sehen kann dass ich kein Auge zubekommen habe. Ich habe also auf der einen Seite mega viel Freude am Schminken und auf der anderen Seite ist Make-Up in manchen Situationen meine Rettung wenn ich einfach Privatssphäre brauche und will. An meiner Seele arbeite ich auch weiterhin. Meditieren, ein netter Mensch sein, usw. kann man auch machen wenn man geschminkt ist ;) Dann kämen wir noch zum Punkt drei: Ich finde es manchmal einfach geil, schöner auszusehen als ich es natürlicherweise bin. Es macht mich an, einen Hammer Augenaufschlag zu haben. Ich fühl mich bombe wenn meine Lippen voll und rot leuchten. Ich fühl mich damit verführerisch und schön und sexy. Und nein ich mach das nicht für Männer, ich bin queer, meine "Zielgruppe" sind Butches und Frauen. Und da kommen wir schon zum nächsten Punkt: Als jemand nicht heterosexuelles bewege ich mich in Kreisen mit massig ungeschminkten Frauen*, die ich ungeschminkt in der Tat am attraktivsten finde - ist so ne Typsache ;). Manche von ihnen würden sich gendertechnisch nicht unter Frauen einordnen, darunter fällt auch meine Partner*in, die Du ja auch kennst, liebe Jenny, somit kennst Du zumindest eine Frau* die sich nicht regelmäßig, nämlich NIE schminkt. In meinem Freundeskreis sind fast alle Frauen* ungeschminkt, ich falle dort regelrecht aus der Reihe, mit ein paar wenigen anderen die Make-Up auch mögen, von daher würde ich sagen dass man das Ganze nicht so sehr pauschalisieren kann - es sei denn man behält einen heteronormativen Blick auf das Ganze, was ich ebenfalls für unfeministisch halte. Soweit mein Plädoyer FÜR Make-Up. Auf der anderen Seite sehe ich das wie die Diskussion um dick oder dünn, trainiert oder untrainiert, Burka oder Bikini: Feminismus ist nicht Frauen zu sagen dass sie sich gefälligst so lieb haben sollen wie sie sind, Feminismus ist zu sagen "Liebe Frauen* und andere Menschen, trefft Eure Entscheidung wie ihr sie für richtig haltet. Ich traue es Euch zu, dass ihr diese Entscheidung getroffen habt weil es Euer freier Wille ist." Ich finde es wichtig dass jede Person mit ihrem Körper machen kann was sie will, und dass einem nicht Feminismus abgesprochen wird, weil man sich entschieden hat, sich zu schminken, zu trainieren, sich gesund zu ernähren usw. Ich finde es ehrlich gesagt hochgradig unfeministisch wenn mir eine Frau erzählt ich wäre dem Patriarchat erlegen weil ich mich selber heißer finde wenn ich meine Femininität zelebriere und mich schmücke wie mir der Sinn danach steht - denn diese ist meine ureigene Entscheidung, und kein Mensch hat das Recht mir deswegen meine Autonomie abzusprechen und mich als Opfer der Medien hinzustellen. Ebensowenig halte ich davon Leuten zu erzählen sie sehen kacke aus ohne Make-Up, oder dass sie sich doch ein bisschen zurecht machen sollen, oder dass "diese" Sommersprossen, Pigmentstörungen, Narben, Augenringe, etc.pp "gar nicht gehen". Ich fände es irgendwie cool wenn wir einander sein lassen können wie wir sind, geschminkt und ungeschminkt, feminin oder maskulin, aufgedonnert oder sportlich-bequem, ist doch egal, das wichtige ist am Ende vom Tag dass jeder Mensch irgendwie Liebe in die Welt bringt, und das funktioniert geschminkt genauso gut wie ungeschminkt. Busserl.

Kommentar von I LOVE SPA am 31/08/2016 bei 10:17   

Wohooo! Danke dass Du Dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu kommentieren! Der "heteronormative Aspekt" ist in der Tat einer, den ich beim Schreiben dahingehend nicht berücksichtigt habe, als dass ich aus meiner Perspektive einer heterosexuellen Frau auf die Thematik geschaut habe. Aber Du hast natürlich vollkommen recht! Auch, was Dein Fazit angeht, bin ich ganz bei Dir. Aber die Realität, wie ich sie wahrnehme, zeigt mir leider nicht mehrheitlich Frauen wie Dich, die so reflektiert mit dem Thema umgehen. Ich nehme es vielmehr so wahr, dass nach wie vor einem Schönheitsideal zu entsprechen versucht wird, welchem man ein Leben lang erfolglos hinterherhecheln wird. Aus diesem Grund veröffentliche ich auch immer wieder Posts zu dieser Thematik - sei es, dass sie sich um das Thema Makeup drehen, um Diäten oder whatever. Ich weiss, dass diese Stimme sehr klein und leise ist im vergleich zu dem Tenor der Medien da draussen. Dennoch finde ich es ganz wichtig, dass sie auf I LOVE SPA regelmäßig ein Plätzchen findet :)

Kommentar von Patrizia am 31/08/2016 bei 13:51   

Das ist mal ein cooler Artikel! Ich mag deine kleinen "Rants" ja immer gerne lesen, eigentlich gerade weil sie so gradlinig sind und du einfach deine Meinung sagst - auch, wenn sich mal jemand auf den Schlips getreten fühlt. Ich kann beide Seiten verstehen, vor allem aber tatsächlich deine. Ich schminke mich im Alltag auch nie, obwohl, na gut, ich nehm seit einiger Zeit öfters mal Lipgloss/Lippenpflege mit Tönung. Foundation oder Wimperntusche oder Lidschatten sind für mich im Alltag aber völlig undenkbar. Allein aus dem Aspekt, den du nennst: Ich will mich im Gesicht kratzen können, ohne Farbe unter den Nägeln zu haben. Wenn ich aber ab und an mal feiern gehe (eher in Gothic-Clubs, also ist recht dunkles Make-Up angesagt) oder mal eine Feier ansteht, dann genieße ich es, mich mal richtig "aufzubretzeln". Zudem trage ich sehr oft Nagellack, einfach, weil mir das gefällt. Ich bin da also relativ zwiegespalten. Manchmal hab ich sehr viel Spaß an Make-Up, im Alltag würde ich aber nie welches tragen. Jetzt hab ich aber auch den Luxus, dass meine Haut relativ ebenmäßig ist und ich keine Augenringe und von Natur aus schwarze Wimpern habe. Ich hab eigentlich nichts zu verdecken. Schade finde ich es aber immer, wenn Mädchen/junge Frauen meinen, sie müssten unbedingt Make-Up tragen, weil sie ohne ja total daneben aussehen würden. So Aussagen wie "Ungeschminkt würde ich nicht mal den Müll rausbringen" finde ich wirklich traurig, da möchte ich die Leute dann immer kräftig schütteln.

Kommentar von I LOVE SPA am 01/09/2016 bei 10:43   

Ja, geht mir ähnlich. Aber lustig, dass die Meinungsposts immer als kleine Ausraster wahrgenommen werden :D Das ist gar nicht so gemeint, kommt aber vermutlich deshalb so rüber, weil ich eine sehr klare und straighte Meinung zum Thema Bodyshaming/Fitnesswahn/Diätenterror habe und in den übrigen Posts ja im Prinzip nur Lobeshymnen singe, weil ich alles, was mich nicht überzeugt, gar nicht erst veröffentliche ;)

Kommentar von Tina am 07/09/2017 bei 06:58   

Meiner Erfahrung aus meiner Arbeit nach sind meist die Jugendlichen, die am stärksten geschminkt sind, die unsichersten. Oft verstecken die irgendwas dahinter. Ansonsten geht es mir ähnlich wie dir. Ich fühle mich mit Make Up auch verkleidet. Ich finde andererseits nicht, dass was dagegen spricht, sich zu schminken und daran Spaß zu haben. Aber dass es für viele auch eine Art Verpflichtung ist, ist doch das Problem.

Kommentar von I LOVE SPA am 07/09/2017 bei 09:08   

Absolut. Und dass es als mutig und sonderbar gilt, wenn man es nicht tut :/

Kommentar von Julie am 07/09/2017 bei 10:21   

Sehr gutes Thema, danke Jenny! Ich bin da sehr zwiegespalten und halte es wie die Dachdecker: hab ich Lust mich morgens ein wenig zu schminken (BB Creme, Wimperntusche und Augenbrauen), mach ich's, wenn nicht, gibt's nur Creme. Wenn ich Abends ausgehe mag ich auch Lippenstift. Früher habe ich mich sehr gern lange mit den Freundinnen vorm ausgehen zurechtgemacht, das ist aber auch schon länger her... Allerdings hatte ich auch eine Begegnung mit einer Douglas-Verkäuferin vor einiger Zeit , die mir ernsthaft sagte, daß das überhaupt nicht gehen würde, daß mein Gesicht so glänzen würde und sie hätte mich schon von weit hinten gesehen und ich sollte doch auf jeden Fall mein Gesicht bitte wesentlich öfter abpudern XD. Ja, ich weiß, daß ich ölige Haut habe, auch noch mit 44 Jahren, dafür habe ich wenig Falten..., aber irgendwas ist ja immer und es ist ja auch ihr Job, aber an der Art und Weise darf gern gefeilt werden. Bei den Jugendlichen und auch mit der jugendlichen Tochter in eigenen Hause, beobachte ich das schon etwas genauer, weil ich es megespannend finde und es so ganz anders ist, als damals in meiner Jugend. Nun gibt es ja dieses Youtube mit den unendlich vielen Schminktutorials :-). Ich kann mir wirklich nicht sonderlich viele von diesen Videos angucken, weil meine Gehirnzellen dabei schreiend absterben, aber ich muß sagen, Alter Schwede, das hätte ich trotzdem gern früher auch gehabt und es hätte mich so vor der ein oder anderen Kriegsbemalung gerettet! Allerdings finde ich auch die heutzutage angepriesenen "Natural Make-Ups" ultra zugekleistert - wieviele Schichten man da raufpacken soll, ist kaum auszuhalten. Meine Tochter hat Spaß am herumprobieren und schminkt sich sehr dezent und schon ziemlich professionell. Die meiste Zeit läuft sie allerdings ohne Make-up zur Schule und auch zu Hause herum. Bei ihren Freundinnen ist das auch so. Und ich freue mich darüber, daß auch die neue Generation es macht, wie sie will.

Kommentar von I LOVE SPA am 07/09/2017 bei 10:27   

Na das klingt doch mal gesund und macht Hoffnung für die Zukunft :) Und Douglas Verkäuferinnen sind ja auch so ein Thema für sich. Denen könnte ich nochmal einen gesonderten Post widmen, haha ;) Noch schlimmer sind nur die Ladies im KaDeWe unten. Body Positivity ist ja stärkstens en vogue. Ich bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis auch Gesichter so aussehen dürfen, wie sie von Natur aus aussehen :)

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