Yoga mit Vijay im Adlon Kempinski Berlin

Yoga mit Vijay im Hotel Adlon Kempinski Berlin

Zugegeben, es könnte der Eindruck entstehen, ich sei in diesem Jahr offizieller Teil des Kempinski PR Teams, denn über keine andere Kette habe ich in diesem Jahr häufiger geschrieben. Dennoch soll das hier heute kein Adlon Post werden, das ja zu Kempinski gehört, sondern ein Post über Vijay, den ihr im Adlon Spa by Resense für private Yogastunden buchen könnt!

Dass der Post über das Adlon Spa so unpersönlich und checklistenartig daherkommt, ist dem Umstand geschuldet, dass ich selbst viele Jahre dort gearbeitet habe und in der Anfangsphase des Blogs Schwierigkeiten hatte, Posts über Auftraggeber zu schreiben. Ich werde da irgendwann mal ein ordentliches Update bringen, denn der Post aus 2013 ist auch nicht mehr wirklich aktuell.

Aber gerade weil ich selbst im Adlon Day Spa (so hieß es damals noch) tätig war, kenne ich Vijay nun schon seit vielen Jahren und es ist mir eigentlich schon seit dem Bloglaunch ein Herzensanliegen, über ihn zu schreiben. Denn bedauerlicherweise dürfte den meisten Menschen da draußen nicht klar sein, was für eine Perle sich in den Katakomben unter der britischen Botschaft versteckt.

Vijay Kumar Vyas ist Inder und sein Yogaweg beginnt im Jahr 2000 in einem Kloster in Rishikesh. 3 Jahre später verschlägt es ihn als Senior Yoga Teacher  in’s Ananda Spa und im Jahr 2005 kommt er nach Deutschland, um im Grand Hotel Heiligendamm beruflich die Yogamatte auszurollen. Im Hotel Adlon Kempinski könnt ihr Vijay seit 2009 buchen, und zwar nicht nur als Hotelgast, sondern auch als Tagesgast!

Als ich vor ziemlich genau einer Woche in der Behrenstraße 72 ankomme, laufe ich erstmal mit Schwung gegen eine verschlossene Eingangstür. Okay, das ist neu. Eine Spa Rezeptionistin öffnet daraufhin von innen die Glastür und begrüßt mich herzlich. Ich werde bereits erwartet. Sie führt mich nach unten, gibt mir ein Körbchen für meine Chucks, ein Glas Wasser und dann taucht Vijay auch schon auf. Allergrößte Wiedersehensfreude!

Wir laufen zusammen plaudernd den Gang nach hinten Richtung Yogaraum und ich bemerke beiläufig, dass sich seit meinem Abgang augenscheinlich nicht wirklich viel verändert hat. Zumindest oberflächlich. Wir lassen uns auf den beiden Yogamatten nieder und plaudern weiter. Es ist viel passiert in den vergangenen Jahren. Irgendwann erinnert sich Vijay dann aber als erster daran, dass wir hier und heute  ja eigentlich zum Yoga zusammengekommen sind und biegt thematisch in Richtung eines Monologs ab, in dem es darum geht, dass Yoga nicht nur auf der Matte stattfindet. Dabei stelle ich fest, dass wir nie zuvor über seine Arbeit als Yogalehrer geredet haben.

Darüberhinaus beschleicht mich das Gefühl, dass er davon auszugehen scheint, dass ich tiefer in der Yoga-Thematik drin bin, als das tatsächlich der Fall ist. Meine Ohren lauschen aufmerksam seinen Worten und mein Gehirn versucht, hinterher zu kommen. Vijay spricht Deutsch, Englisch und Hindi. Zuerst reden wir Englisch miteinander. Irgendwann sind ihm dann deutsche Satzteile rausgerutscht. Ich dann: „Oh, Du sprichst ja Deutsch“, woraufhin wir uns weiter auf Deutsch unterhalten. Nun referiert Vijay in einem äußerst charmanten Mix aus Deutsch und Englisch über Yoga-Philosophie und benutzt dabei on top noch den ein oder anderen Sanskrit-Begriff.

Irgendwann erklärt er mir, dass wir im Folgenden 3 Dingen gleichermaßen unsere Aufmerksamkeit widmen werden. Der Achtsamkeit, dem Atem und der Ausrichtung. Er erklärt mir, dass es sich bei Yoga nicht nur um Körperertüchtigung handelt. Das hatte ich ja schon immer vermutet. Mit der Achtsamkeit ist das dann allerdings so eine Sache, denn in meinem Kopf fange ich an, zu vergleichen. Ich vergleiche diese Situation hier mit Yogastunden, die ich bisher besucht habe und komme zu dem Schluss, dass Vijay in einer anderen Liga spielt als deutsche Yogalehrer, die eine Ausbildung in 4 Wochen oder an ein paar Wochenenden absolviert haben.

Ich vergleiche die Yogaszene mit der Spa Branche und denke zum ersten Mal darüber nach, dass es vermutlich auch in all‘ den Yogastudios genauso viele Menschen wie in Treatmenträumen gibt, die nicht allzu umfangreich ausgebildet sind. Dann erinnere ich mich aber wieder an die Sache mit der Achtsamkeit und beende den Exkurs in meinem Kopf. Und schwupps geht’s auch schon los. Vijay fragt mich, welche Yogarichtung ich normalerweise am liebsten mag, was ich mit „Naja, schon eher so fließend“ beantworte. „Okay, wir starten mit ein paar Sonnengrüßen.“

Ich halte mal eben fest: In diesem Raum hier singt niemand „Om“, es brennen keine Räucherstäbchen, es gibt keinen Altar – nichts dergleichen. Und dennoch habe ich zum allerersten Mal das Gefühl, dass ich hier gerade in eine authentische Yoga-Angelegenheit involviert bin. Reduziert auf das, was Yoga eigentlich ist und ohne das ganze spirituelle Chichi, das einem in Yogastudios normalerweise als Entertainment-Programm geboten wird. Ich muss aber auch dazusagen, dass es sich in diesem Moment um meine allererste 1:1 Yoga-Erfahrung handelt. Ich habe bisher immer nur Klassen besucht, will heißen: ein(e) Lehrer(-in), viele Schüler(-innen). Und schon beim Halten in der schiefen Ebene korrigiert Vijay mich erstmals. Mein Becken sei zu tief. Liebe Leute, ich schwöre euch, mein Becken ist seit 8 Jahren in jeder schiefen Ebene in genau dieser Position. Weil ich immer dachte, es sei gerade. Ich hebe es etwas an und komme augenblicklich auf eine mir bisher unbekannte Art und Weise in Kontakt mit meinen Bauchmuskeln. Hossa!

Wir machen eine Weile Sonnengrüße und ich versuche, Vijays Korrekturen umzusetzen. Gar nicht so easy, weil sich die Abläufe über Jahre irgendwie manifestiert haben. Also Fokus auf die Ausrichtung! Ich bin sehr konzentriert. Sehr viel konzentrierter, als ich es in einer Yogaklasse wäre, denn Vijay schaut sich jede Bewegung ganz genau an.

Nach den Sonnengrüßen folgen ganz bestimmte Asanas und während ich halte, erklärt Vjay, wofür das jeweils gut ist. „Leber, Herz, Blut.“ So in der Art. Und liebe Leute, ich entdecke eine mir bisher verborgene Welt! Als Vijay mich noch weiter in’s Rad hebt, staune ich nicht schlecht ob dieser immensen Beweglichkeit. Als er meine Sprunggelenke im Schulterstand fasst, sie zur Decke zieht und mich gleichzeitig mit seinem Schienbein(?) aufrichtet, habe ich das Gefühl, es fehlt nicht viel und ich falle nach hinten um. Nicht schlecht!

Die Zeit fliegt (vermutlich weil ich so konzentriert bei der Sache bin) und bäm ist der ganze Spaß auch schon vorbei. Der Abschluss gestaltet sich ebenso reduziert wie der Beginn. Ohne Chichi. Und dennoch fühlt es sich hier gerade spiritueller an als in allen Yogastudios, in denen ich bisher war. Es könnte an den Vibes liegen, die Vijay ausstrahlt. Denn selbst, wenn ich Kraftausdrücke benutze, zuckt er nicht zusammen und lächelt nur. Ich so: „Oh, I’m sorry.“ Und er: „Don’t worry.“ Vermutlich ist es genau diese innere Haltung, die dafür sorgt, dass es weder ein gesungenes Om, noch Räucherstäbchen braucht. Ich bin nicht nur fester in meiner Mitte als zuvor, sondern auch ziemlich happy, weil wir uns endlich mal wiedergesehen haben.

Ich hätte vermutlich schon vor 7 Jahren mal zu Vijay gehen sollen. Ganz im Ernst, liebe Leute: Wenn ihr immer nur in der Gruppe übt, schleichen sich Fehler ein. Meine schiefe Ebene ist der beste Beweis. Ein Besuch bei Vijay ist aber nicht nur eine gute Idee, um sich immer mal wieder ordentlich ausrichten zu lassen. Auch all‘ diejenigen, die noch nie Yoga gemacht haben, sind hier in den besten Händen. Hier findet ihr die Preise. Neben Yoga bringt Vijay by the way außerdem Skills in Meditation (logo), Ayurveda, Reiki und Klangschalenmassage mit.

Also: Das war der Knaller! Vijay ist super. Empfehlung aus tiefstem Herzen von mir an euch!

Jenny

Ich wurde vom Hotel Adlon Kempinski eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Sachen, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich selbst dafür bezahlt habe oder eingeladen wurde. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.