Kempinski Hotel Berchtesgaden

Kempinski Berchtesgaden SpaI LOVE SPA goes Bayern! Abgesehen von München ist das bisher nämlich erst zwei Mal passiert (1&2). Höchste Zeit also, sich mal wieder auf den Weg in die Berge zu machen! Heute heisst das anvisierte Ziel Kempinski Berchtesgaden und zur Feier des Tages bin ich dieses Mal nicht alleine unterwegs!

Ich erwähnte ja bereits dieses wahnsinnige Thailand-Unterfangen und weil mich meine heutige Begleitung dort theoretisch begleiten würde, schien mir ein Testlauf eine ganz clevere Idee. Denn was für mich keineswegs funktionieren würde, wäre jemand, der 24/7 sowas sagt wie „Jetzt entspann‘ Dich doch mal“ oder „Leg‘ doch mal das Handy weg“. In Berchtesgaden haben sich also zum ersten Mal berufliche und private Dinge so richtig vermischt, denn wenn ich normalerweise mit meiner heutigen Begleitung Zeit verbringe, dann bin ich für gewöhnlich offline. Und zwar so richtig.

Warum ich euch das erzähle? Weil ich aus diesem Grund erstmalig per Auto anreise. Wobei man es vielleicht eher als „Stau Hopping“ bezeichnen könnte, denn dummerweise handelt es sich bei unserem Anreisetag um den Beginn der Karnevalsferien. Sowas hat man, wenn man in Berlin lebt, ja nicht wirklich auf dem Schirm. Aber gut. Schon bei der 8-stündigen Anreise mit deutlich zu viel Schritttempo macht sich übellaunige Stimmung breit. Ich habe bereits um 17Uhr einen Treatment-Termin, den ich mit einem Balken Handyempfang im Stau zu verschieben versuche, weil das zeitlich höchstwahrscheinlich nicht hinhauen wird.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen wir dann aber tatsächlich noch an und zu unserer Überraschung liegt hier Schnee! Check In. Die Landschaft und der Ausblick von unserem Zimmer entschädigen dann aber vollends für die Anreise. Und nachdem meine Begleitung den Begrüßungsgruß (einen waldbeerigen Kuchen mit Schokoladenüberzug) vernichtet hat, könnte man sogar wieder von harmonischen zwischenmenschlichen Vibes sprechen.

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Er fragt mich immer wieder, warum unser Aufenthalt hier so kurz ist und ich versuche ihm zu erklären, dass 24 Stunden für eine Location eigentlich schon eher lang sind und dass ich gelegentlich in München oder Hamburg drei Spas an einem Tag besuche. Leicht verstörter Gesichtsausdruck.

Während ich mit Social Media beschäftigt bin, spielt er mit dem Ethanolkamin. Läuft. Ich möchte mir vor dem Abendessen aber unbedingt nochmal den Spabereich anschauen. Er kommt mit. Das freut mich natürlich, es fühlt sich aber gleichzeitig auch ein bisschen befremdlich an. Ich komme mir unglaublich dumm vor, während ich snappe und mit meinem Handy rede, denn er steht die ganze Zeit daneben, beobachtet das alles sehr genau und grinst.

Wir laufen erstmal ein bisschen rum und ich verschaffe mir einen Überblick. Ein großer Pool, ein beheizter Außenpool zur linken und zur rechten dann Treatmenträume und Saunabereich. Mit insgesamt 1.400qm für ein Wellnesshotel eher kompakt. Der Saunabereich wartet mit einer Finnischen Sauna, einer Kräutersauna, einem Dampfbad und einer Physiotherm-Infrarotkabine auf. Wir starten mit einem Kräutersaunagang und staunen nicht schlecht ob der Aufgussinstallation. In der Mitte der Sauna befindet sich nämlich ein äääh „Gerät“(?), das sich alle paar Minuten um 45° dreht und einen Miniaufguss macht. Parallel dazu ändert sich jedes Mal die Farbe. Von links die Frage „Ist das hier gut oder eher scheisse?“ Ich muss lachen. Unter’m Strich auf jeden Fall schon eine eher außergewöhnliche Installation. Und beim Duschen stelle ich dann freudig fest, dass man sich hier mit Elemental Herbology Produkten einschäumen und shampoonieren kann.

Kempinski The Spa Berchtesgaden Elemental Herbology

Aber höchste Zeit zum Nachruhen! Zu diesem Zweck beziehen wir zwei Wasserbett-Schwebeliegen im Ruheraum. Der Tag war ziemlich anstrengend und ich bemühe mich, nicht einzuschlafen. Nach 15-20 Minuten piekse ich den schlafenden Mann neben mir in die Seite und kündige den zweiten Saunagang an. Er möchte aber noch einmal den großen Gong anschlagen, bevor wir rausgehen. Glücklicherweise sind wir alleine. „Na jetzt sag‘ doch mal, ist das hier gut oder eher scheisse?“ – „Es ist ein ordentlicher Wellnessbereich mit allem, was halt so dazugehört.“ – „Okay.“

Als nächstes folgt ein Dampfbadgang und ich stelle erfreut fest, dass es sich dabei um eines der schöneren Dampfbäder handelt. Reicht meiner Begleitung aber nicht. Er will „richtig schwitzen“. Daher setzt er noch einen dritten Gang in der Finnischen Sauna drauf, während ich im Ruhebereich neben den Saunen abhänge. Ich hab‘ vor etwa einem Jahr aufgehört, Zeit in finnischen Saunen zu verbringen, wenn es auch Biosaunen oder Dampfbäder gibt. Einfach, weil es mir zu heiss ist und mir nicht wirklich gut tut. Von Aufgüssen mal ganz zu schweigen. Aber meiner Begleitung gefällt die Finnische Sauna ziemlich gut.

Als er wieder rauskommt, ist es schon ziemlich spät und wir sind mittlerweile auch ganz schön hungrig, daher bemerke ich zwar die hübsche Beleuchtung des Pools, entscheide mich aber dagegen, nochmal ein bisschen zu schwimmen. Alle anderen Gäste des Hotels by the way auch, denn der Poolbereich ist komplett leer.

Kempinski The Spa Berchtesgaden Pool

Also schnell duschen und auf ins Restaurant! Wenn ich alleine unterwegs bin, trinke ich immer Apfelschorle. Aber da sich hier und heute Privates mit dem Blog vermischt, trinke ich Wein. Das war ein langer und ziemlich anstrengender Tag. Nicht wirklich verwunderlich also, dass wir nach dem Essen und 2 (bzw. 3) Saunagängen und dem einen oder anderen Glas Rotwein vor dem Ethanolkamin einschlafen. Als ich irgendwann wieder aufwache, habe ich die Kopfschmerzen meines Lebens und beschliesse, die Raumtemperatur um ca. 15°C zu reduzieren, indem ich den Kamin ausschalte und ein bisschen Flüssigkeit zu mir nehme. Hilft auch ziemlich umgehend.

Am nächsten Morgen wache ich auf und greife als erstes zum Laptop, um Sunday Love zu veröffentlichen. Dann öffne ich das Fenster und mache ein paar Fotos für die Social Media Kanäle. Und dabei höre ich doch tatsächlich zum ersten Mal für dieses Jahr Vögel zwitschern (wenn ihr den Ton einschaltet, könnt ihr sie hören)! Und flippe aus.

Woraufhin meine Begleitung dann auch aufwacht. Auf zum Frühstück! Pancakes, Obst , Sojamilchcafé und umwerfender Ausblick. Der Tag startet also deutlich entspannter als der Tag zuvor.

Kempinski Hotel Berchtesgaden Frühstück

Und dann schlüpfe ich auch schon wieder in den Bademantel, denn meine am Vorabend verschobene Behandlung steht an! Ich schlurfe also nach unten und weil ich just in time bin, werde ich auch gleich im Wartebereich platziert. Ein süßer Shot, ein graues Oshi Bori und schwupps holt Ioanna mich auch schon ab.

Kempinski The Spa Berchtesgaden

Ich habe nicht den geringsten Schimmer, was mich hier heute erwartet und bin umso erstaunter, als ich in einen Treatmentraum mit Vorraum (aka die Private Spa Suite) geführt werde, in dem bereits eine volle Wanne auf mich wartet. Yaay! „Pures Naturerlebnis“ heisst mein Treatment und Ioanna erklärt mir, dass eben dieses Treatment aufwärmend und tiefenentspannend wirkt.

Den aufwärmenden Effekt bemerke ich bereits, als ich mich in die Wanne mit dem heissen Wasser gleiten lasse. Da ich selbst auch gerne sehr heiss bade, stört mein Kreislauf sich auch nicht weiter an der Wassertemperatur. Neben der Wanne ein Herz aus Teelichtern und direkt am Wannenrand ein Glas mit einem kohlensäurehaltigen Getränk. Die Massagedüsen legen los und Ioanna verlässt den Raum. 20 Minuten sprudeln und auftauen.

Ich mag‘ Unterwassermassagewannen ja sehr gerne. So auch hier. Nach nur wenigen Minuten bemerke ich einen leichten Schweißfilm auf meiner Oberlippe. Durst! Ich nippe an dem Drink und stelle fest, dass es sich um Alkohol handelt. Da ich bei dieser Wassertemperatur innerhalb kürzester Zeit maximal betrunken wäre, stelle ich das Glas aber lieber wieder zurück an den Wannenrand. Im Wasser befindet sich by the way ein Mix aus Ringelblume, Enzian und Alpenkräutern. 10 von 10 Punkten für Treatments mit regionalem Bezug!

Nach 20 Minuten bin ich mehr als aufgewärmt. Ich würde mal sagen, Ioanna’s Plan ging auf. Aber damit noch nicht genug, denn es folgt eine hotte Kräuterstempelmassage. Ich dämmere relativ schnell weg und muss zugeben, dass auch das Tiefenentspannungs-Versprechen nicht zu hoch gegriffen ist.

Ihr könnt im Kempinski Berchtesgaden regionale Treatments (dazu gehört auch meins) buchen, bei denen Salze und Kräuter aus der Umgebung zum Einsatz kommen. Hier findet ihr verschiedene Peelings und Packungen, die sich an den Jahreszeiten orientieren. Darüberhinaus arbeitet Kempinski The Spa Berchtesgaden aber auch noch mit La Prairie.

Nach dem Treatment schwächelt mein Kreislauf dann aber doch ein bisschen. Also checke ich nochmal kurz den Außenpool aus, erinnere mich dann aber wieder daran, dass ich ja nicht alleine hier bin. Hoppla. Während ich mit Aufwärmen und Tiefenentspannung beschäftigt war, hat meine Begleitung nämlich bereits ausgecheckt und sich arbeitend im Bereich der Bar niedergelassen. Ich dusche also fix, schlüpfe in meine Klamotten und muss ihn nicht lange suchen.

Kempinski The Spa Berchtesgaden Außenpool

Da ich mich in etwa so aufgewärmt fühle wie nach 3 Stunden Whirlpool Cinema Open Air und da wir bisher die hübsche Landschaft nur von innen durch Glasscheiben gesehen haben, schlage ich einen kleinen Walk im Freien vor und staune nicht schlecht, als mein Gegenüber antwortet „Ja klar, so wie Du willst.“ Können wir diesen Modus bitte für immer beibehalten? Sollte ich ihn ab sofort überall mit hinschleppen?

Wir lassen uns an der Rezeption den 15 Minuten-Rundweg erklären und machen uns auf den Weg. Nachdem wir 20 Minuten eher bergab gelaufen sind, beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass wir an irgendeiner Stelle den 15-Minuten Rundweg verlassen haben. Aber voll egal. Denn wir stapfen durch den Schnee, atmen frische Luft und starren dabei Berge an. Could be worse! Nur wirklich erfrischend gestaltet sich unser kleiner Marsch nicht, denn irgendwie sind es trotz Schnee gefühlte 15°C. Nach etwa einer Stunde landen wir schwitzend wieder an unserem Ausgangspunkt und dann ist es auch schon an der Zeit, die Köfferchen zu verladen und abzureisen. Hmpfs.

Da das Kempinski Berchtesgaden nur etwa 150km und somit 1,5 Stunden Autofahrt von München entfernt ist, ist die Day Spa Option für den einen oder die andere von euch vielleicht auch ganz interessant. Alle wichtigen Infos dazu findet ihr hier.

Fazit: Wunderschönste Umgebung, extrem wohlfühliges Zimmer mit Kamin und Blick auf die Berge und Treatments, die auch das durchgefrorenste Skihäschen wieder aufwärmen sollten. Aber auch im Sommer ist das Kempinski Berchtesgaden eine reizvolle Anlaufstelle, denn in unmittelbarer Umgebung befinden sich viele Wanderrouten, die auch von Leuten bewältigt werden können, die nicht so hardcore Reinhold Messner-mäßig unterwegs sind. So oder so: Eine äußerst entspannte und sehr erdende Angelegenheit!

Happy Relaxation!

Jenny

Ich wurde vom Kempinski Hotel Berchtesgaden eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Spas, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich selbst dafür bezahlt habe oder eingeladen wurde. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.